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Unwetteralarm im Norden Italiens: In den Dolomiten bedrohte nach heftigen Regenfällen eine riesige Felslawine Urlauber-Unterkünfte. Die Feuerwehr griff zu drastischen Maßnahmen.
Cortina d‘Ampezzo/Malcesine - Die heftigen Regenfälle in den Alpen haben auch im Norden Italiens für zahlreiche Feuerwehreinsätze gesorgt. Vor allem im Veneto und in Südtirol rückten die Einsatzkräfte am Montag (28. August) wegen zahlreicher Einsätze aus. Im beliebten Cortina d‘Ampezzo in den Dolomiten, Austragungsort der Olympischen Winterspiele von 1956, waren Dutzende Urlauber am Montag in Gefahr.
Riesige Felslawine bedrohte Hotels in den Dolomiten
Eine riesige Mure bedrohte ein Hotel, eine Pension und mehrere Ferienwohnungen. Am Passo Tre Croci, der zum legendären Misurinasee führt, war eine riesige Gesteinslawine von den heftigen Regenfällen ausgelöst worden. Die Mure drohte, weiter auf die Ferienunterkünfte zu rutschen.
Die Feuerwehr inspizierte den Gefahrenort und gemeinsam mit Carabinieri, Bürgermeister, Stadtpolizei und Gemeindebauhof wurde beschlossen, die in der Schneise der Mure gelegenen Unterkünfte zu evakuieren. 70 Urlauber mussten ihre Sachen packen und wurden in einem Fitnessstudio im Hauptort provisorisch untergebracht. Die Passstraße über den Passo tre croci zwischen Cortina und dem Misurinasee war auch am Dienstag (29. August) noch gesperrt.
Erdrutsche blockieren Straßen im gesamten Veneto - auch am Gardasee
In Fucine im Val dio Sole nordwestlich von Trient wurden zwei Campingplätze evakuiert. Die Straße des Val di Genova ist ebenfalls nach einem Erdrutsch unpassierbar: Eine Gruppe von Wanderern, die sich in dem Tal im nordwestlichen Trentino an der Berghütte Collini al Bedole, aufhielt, muss mit dem Hubschrauber evakuiert werden.
Auch am Gardasee ging morgens um 7 Uhr eine Felslawine nieder - auf die östliche Gardaseestraße zwischen Torbole und Malcesine.
Wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt, wäre ein Auto gerade auf Höhe des Steinschlags auf der Gardesana orientale unterwegs gewesen, hätte das dramatische Folgen haben können. Die Straße konnte nach Räumarbeiten bis Mittag erst einspurige wieder freigegeben werden.
Auch die Bahn über den Brenner ist blockiert
Auch die Brennerbahn, die vom 12. bis zum 22. August bereits wegen Sanierungsarbeiten gesperrt war, musste nach einem Erdrutsch auf der österreichischen Seite den Betrieb nach einem Erdrutsch einstellen. Betroffen ist der Regionalverkehr, aber auch Fernzüge von München nach Venedig und Rimini fallen vorerst aus. Es verkehren Ersatzbusse. Geplant ist, die Strecke am Dienstag (29. Aughust) um 18 Uhr wieder in Betrieb zu nehmen.
Erst vor kurzem wurden Slowenien, Kroatien, Österreich und Italien von schweren Flutkatastrophen heimgesucht – zu Beginn dieser Woche steigt die Hochwassergefahr erneut.
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