Riesiges Loch klafft

Bittere Prognose nach Hochwasser in Österreich – Sölden wohl noch tagelang von Außenwelt abgeschnitten

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  • Teresa Toth
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Slowenien, Kroatien, Österreich und Italien wurden von schweren Flutkatastrophen heimgesucht – die Pegel standen auf Werten eines Hundert-Jahres-Hochwassers.

Update vom 01. September, 7.23 Uhr: Nach Angaben der Tiroler Landesregierung sind bei der vorherrschenden Wetterlage und der aktuellen Niederschlagssituation keine unmittelbare Hochwassergefahr an den größeren Talflüssen zu erwarten. Wie das Wetterportal wetter.at schreibt, soll es in Sölden am Freitag zumeist freundlich und vor allem nachmittags sogar spätsommerlich warm werden. Trotz der Isolation in Sölden sei die Versorgungssicherheit und medizinische Notfallversorgung über das Timmelsjoch und den Luftweg gewährleistet, versicherte Landeshauptmann Anton Mattle. Die Straßensperrung in Sölden wird laut der Gemeinde Sölden noch bis Samstag, den 02. September, um 7 Uhr andauern.

Nach den intensiven Niederschlägen in verschiedenen Teilen Österreichs, sinken Pegelstände wieder.

Neben Italien und Süddeutschland hatten intensiven Regenfällen zum Wochenbeginn auch in verschiedenen Teilen Österreichs für Überflutungen, Straßensperrungen und steigende Flusspegel gesorgt. Die Pegel hatten laut der Südwest Presse zum Teileinen Stand wie seit Jahrzehnten nicht mehr“.

Bittere Prognose nach Hochwasser in Österreich – Sölden wohl noch tagelang von Außenwelt abgeschnitten

Update vom 30. August, 20:30 Uhr: Nach tagelang anhaltenden Regenfällen mit teilweisen Überschwemmungen steht in Österreich erneut ein Wetterumschwung bevor. In Innsbruck herrschten im Gegensatz zu anderen Teilen Österreichs in der vergangenen Woche Temperaturen von 34 Grad. In den kommenden Tagen sollen sie laut Meteorologen allerdings auf bis zu zehn Grad sinken. Sogar einen Wintereinbruch kann der Kältesturz mit sich bringen, sagt Ö3-Meteorologe Sigi Fink.

Laut Fink ist sogar Schneefall in Regionen unter 1500 Metern möglich. Dieser ist auch im Sommer in den Alpen nichts Ungewöhnliches, kommt in den letzten Jahren jedoch immer seltener vor. Im Westen Österreichs ist ein Wintereinbruch also alles andere als ausgeschlossen, im restlichen Teil des Landes wird es noch einmal warm bis heiß. „Also sehr krasse Gegensätze...wird jedenfalls spannend!“, schrieb Fink auf Instagram.

Update vom 30. August, 12.20 Uhr: Sölden ist nach den schweren Unwettern noch immer von der Außenwelt abgeschnitten. Die Wassermassen haben einen Teil der Bundesstraße 186 abgerissen: Mitten auf der Straße klafft ein riesiges Loch. Es sei unmöglich, die Straße zu befahren, erklärt die Polizei Sölden auf Anfrage von Merkur.de von IPPEN.MEDIA.

Ein Teil der Zufahrtsstraße nach Sölden wurde durch das Hochwasser abgerissen.

Wie lange die Straße noch gesperrt bleibt, „stehe noch in den Sternen“, so die Polizei. Man rechne aber mit einer Sperrung von mindestens drei bis fünf Tagen. Der Straßenabschnitt müsse komplett neu aufgebaut werden. Die österreichische Straßenerhaltung arbeite auf Hochtouren. Touristen können das Feriengebiet bis dahin mit ihren Autos über Südtirol verlassen. Eine Evakuierung sei nicht geplant.

Militär-Hubschrauber sind in Österreich im Einsatz

Update vom 30. August, 8.53 Uhr: Schwere Unwetter haben in Österreich für Verwüstung gesorgt. Zur Unterstützung der Einsatzkräfte ist ab Mittwoch (30. August) ein Hubschrauber des Bundesheers im Einsatz. Wie heute.at berichtet, sei der Hubschrauber bereits am Vortag nach Vomp geflogen. Nun werde er im Ötztal in Tirol unterstützen. Ein weiterer Hubschrauber befinde sich derzeit in Kärnten. Vorrangige Aufgabe sei der Transport von Material und Personen, die durch die Unwetter von der Außenwelt abgeschnitten sind.

Einsatzkräfte im Dauereinsatz: Mitglieder der Feuerwehr in Ötz stehen bei einer Straßensperre Richtung Sölden. Das Tal war Montag, 28.08., von der Außenwelt abgeschnitten. Niemand außer den Rettungskräften wurde in das Tal vorgelassen.

„Neben der Hilfe aus der Luft leisten unsere Soldatinnen und Soldaten auch am Boden seit fast einem Monat großartige Hilfe. Derzeit befinden sich unsere Soldaten in Kärnten, der Steiermark und in Tirol im Einsatz und werden überall dort helfen, wo helfende Hände benötigt werden“, sagte Österreichs Verteidigungsministerin Klaudia Tanner.

Unwetter in Österreich: Pegel sinken langsam wieder

Update vom 30. August, 6.32 Uhr: In Österreich scheint sich die Unwetterlage allmählich zu beruhigen. Die Pegel der Gewässer sinken und der Regen lässt nach. Bereits am Dienstag (29. August) begannen in Tirol Aufräumarbeiten. Nach der Sitzung der Landeseinsatzleitung veröffentlichte diese einen ersten Bericht über das Ausmaß des Schadens: Allein im Bereich der öffentlichen Infrastruktur betrage die Schadenssumme rund zwölf Millionen Euro.

Auch in Salzburg entspannt sich die Hochwassersituation. Nachdem am Dienstagnachmittag laut einem Bericht von wetter.at im Rauriser Talschluss bei Kolm Saigurn noch rund 50 Personen von der Außenwelt abgeschnitten waren, sei die Straßenverbindung nun wieder geöffnet. Sölden dagegen ist aufgrund des Hochwassers nach wie vor von der Außenwelt abgeschnitten. Nach Angaben des Wetterdienstes GeoSphere kann es in einigen Regionen in Österreich auch am Mittwoch (30. August) noch zu Regenschauern kommen. Betroffen sei vor allem der Süden des Landes.

Sölden in Österreich ist weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten

Update vom 29. August, 21.15 Uhr: Sölden ist weiterhin von der Außenwelt abgeschnitten. Der kleine Ort mitten im Ötztal im Bundesland Tirol ist laut dpa nach wie vor mit dem Auto nicht erreichbar. Laut Kleine Zeitung ist der bekannte Wintersportort nur von Südtirol aus über das Timmelsjoch zu erreichen. Ziel ist es nach Angaben von Landeshauptmann Anton Mattle „die Erreichbarkeit des hinteren Ötztals über die Landesstraße schnellstmöglich wiederherzustellen. Über das Timmelsjoch aber auch über den Luftweg ist die Versorgungssicherheit und die medizinische Notfallversorgung gewährleistet“. Probleme soll es bei den Gasleitungen gegeben haben. Laut Bericht wurde die Leitung an vier Stellen aus ihrer Position gerissen.

Update vom 29. August, 16.25 Uhr: Die Lage in Tirol entspannt sich allmählich, wie die Tiroler Zeitung schreibt. Man sei „mit einem blauen Auge davongekommen“, wie Landeshauptmann Anton Mattle auf einer Pressekonferenz bilanzierte. Es gebe schwere Schäden an der Infrastruktur, aber Menschen seien keine zu Schaden gekommen. Die Pegel waren auf Werte eines Hundert-Jahres-Hochwassers gestiegen. Viele Straßen wurden weggeschwemmt.

Brennerstraße nach Murenabgang auf B182 gesperrt

Beispielsweise ist nach einem Murenabgang auf die B 182 Brennerstraße in Matrei die Straße gesperrt. Am schlimmsten erwischte es das hintere Ötztal und das Pitztal, wo es viele überflutete und zerstörte Keller sowie Strom-Versorgungsunterbrechungen gab. Im Pitztal mussten drei Häuser evakuiert werden. Auch in Tumpen mussten rund 70 Bewohner ihre Häuser verlassen.

Ob das Hochwasser bereits überstanden ist, bleibt unklar. Für die Nacht auf Mittwoch wurden noch einmal Regenschauer vorhergesagt. Zivilschutzwarnungen gab es für die Unterländer Bezirksstadt Schwaz und für Kramsach. Grund waren steigende Pegelstände am Inn. Um die Brücke vor dem Einsturz zu bewahren, wird mit Baggern Holz aus dem Inn entfernt, um Verklausungen vorzubeugen, wie Bürgermeisterin Victoria Weber (SPÖ) mitteilte. Auch in Innsbruck wurde der Sonderalarmplan Inn aktiviert.

Hochwasserlage in Österreich leicht entspannt

Update vom 29. August, 14.37 Uhr: Nach den heftigen Regenfällen in Teilen Österreichs hat sich die Hochwasserlage leicht entspannt. Wie die Behörden am Dienstag berichteten, sind viele Pegelstände gesunken. Auch der Regen hat aufgehört. Die Zivilschutzwarnungen für zwei Regionen in Tirol wurden aufgehoben. Fast alle Gemeinden im Ötztal waren per Auto wieder erreichbar, allerdings noch nicht der Hauptort Sölden am Ende des Tals. Am Montag war die Bundesstraße durch das Tal gesperrt worden.

Verletzt worden war bei dem Hochwasser niemand. Teils hatten die Pegel einen Stand wie seit Jahrzehnten nicht mehr, Felder wurden überschwemmt, im Zillertal führte der Ziller gewaltige Wassermassen. In einigen Regionen waren am Dienstag noch Straßen gesperrt. Auch die Brennerbahnstrecke ist aufgrund eines Murenabganges zwischen Innsbruck und Brenner bis voraussichtlich Dienstagabend nicht befahrbar.

Heftige Hochwasser in Deutschland, Österreich und Italien, Schnee in den Alpen – die Bilder

Unwetter toben in weiten Teilen Europas. Betroffen war auch Mallorca. Hier tobten Sturmböen mit bis zu 122 Km/h.
Unwetter toben in weiten Teilen Europas. Betroffen war am Sonntag, 27. August, auch Mallorca. Hier tobten Sturmböen mit bis zu 122 Km/h. © Screenshot X
Die Isar in München am frühen Dienstagnachmittag: Der anhaltende Dauerregen über der Landeshauptstadt hat den Wasserpegel stark ansteigen lassen.
Die Isar in München am frühen Dienstagnachmittag: Der anhaltende Dauerregen über der Landeshauptstadt hat den Wasserpegel stark ansteigen lassen. © Lucas Sauter Orengo
Hochwasser am Inn
Schaulustige beobachten am Abend von einer Brücke aus den Wasserstand. © Uwe Lein/dpa
Durch starke Niederschläge hat das Wasser an einer Pegelmessstation die Vorwarnstufe überschritten. Norditalien ist am Montag erneut von schweren Unwettern heimgesucht worden.
Durch starke Niederschläge hat das Wasser an einer Pegelmessstation die Vorwarnstufe überschritten. Norditalien ist am Montag erneut von schweren Unwettern heimgesucht worden.  © Foto: LFV Südtirol/dpa
Die Unwetter in Italien haben in einigen Regionen für überflutete Straßen gesorgt.
Die Unwetter in Italien haben in einigen Regionen für überflutete Straßen gesorgt. © Claudio Furlan/dpa
Heftige Unwetter mit starken Sturmböen in Italien entwurzeln Bäume.
Heftige Unwetter mit starken Sturmböen in Italien entwurzeln Bäume. © Einsatz-Report24/imago
Ein Tornado fegte an der kroatischen Küste entlang.
Ein Tornado fegte an der kroatischen Küste entlang. © X/ToniPranji1
Touristen mussten sich in Porec durch die Wassermassen kämpfen.
Touristen mussten sich in Porec durch die Wassermassen kämpfen. © Medienpics
Blick auf den Wasserfall in Gastein. Heftige Regenfällen in Teilen Österreichs führten zu einer Hochwasserlage.
Blick auf den Wasserfall in Gastein. Heftige Regenfällen in Teilen Österreichs führten zu einer Hochwasserlage.  © Foto: Expa/ Jfk/APA/dpa
Schärding: Hochwasser umgibt die Häuser an der Inn-Promenade.
Schärding: Hochwasser umgibt die Häuser an der Inn-Promenade. Nach den heftigen Regenfällen in Teilen Österreichs hat sich die Hochwasserlage leicht entspannt.  © Foto: Ulrike Elisabeth Innthaler/APA/dpa
Der Blick auf die Schäden nach einem Erdrutsch im Gasteiner Kötschachtal.
Der Blick auf die Schäden nach einem Erdrutsch im Gasteiner Kötschachtal. Nach den heftigen Regenfällen in Teilen Österreichs hat sich die Hochwasserlage aber wieder leicht entspannt.  © Foto: Expa/ Jfk/APA/dpa
Ein Teil der Zufahrtsstraße nach Sölden wurde durch das Hochwasser abgerissen.
Ein Teil der Zufahrtsstraße nach Sölden wurde durch das Hochwasser abgerissen. © Christanell/dpa
Schnee dagegen in der Schweiz. Kühe stehen bei Schneefall auf 2061 Meter über dem Meeresspiegel auf der Kleinen Scheidegg.
Schnee dagegen in der Schweiz. Kühe stehen bei Schneefall auf 2061 Meter über dem Meeresspiegel auf der Kleinen Scheidegg.  © Foto: Peter Schneider/KEYSTONE/dpa
Elias Haugsson, ein Mitarbeiter des Restaurants Kleine Scheidegg, wischt Schnee von einem Tisch auf der Kleinen Scheidegg auf 2061 Meter über dem Meeresspiegel.
Elias Haugsson, ein Mitarbeiter des Restaurants Kleine Scheidegg, wischt Schnee von einem Tisch auf der Kleinen Scheidegg auf 2061 Meter über dem Meeresspiegel. © Foto: Peter Schneider/KEYSTONE/dpa
Leicht bedeckt vom Neuschnee. Die Gegend in der Gemeinde Riederalp im Schweizer Kanton Wallis.
Leicht bedeckt vom Neuschnee. Die Gegend in der Gemeinde Riederalp im Schweizer Kanton Wallis. © Privat
Schnee auch an der Villa Casse im Schweizer Kanton Wallis.
Schnee auch an der Villa Casse im Schweizer Kanton Wallis. © Privat

Regen-Chaos: Wichtige Zugstrecken in Österreich eingestellt

Update vom 29. August, 11.00 Uhr: Wichtige Zugstrecken mussten wegen der Unwetter in Österreich eingestellt werden. Der ÖBB hat eine offizielle Reisewarnung ausgesprochen. Es sind alle Fernverkehrszüge zwischen Salzburg, Spittal-Millstättersee, Villach und Klagenfurt betroffen. „Betroffen ist auch der Fernverkehr zwischen Graz und Innsbruck/Salzburg, der bis Bischofshofen fährt. Die Züge von Innsbruck nach Graz wenden in Zell am See“, so der ÖBB weiter.

Die Hochwasserlage hat sich derweil in einigen Teilen Österreichs entspannt. Wie die Behörden am Dienstag (29. August) berichteten, sind viele Pegelstände gesunken. Es hat zudem aufgehört zu regnen. Die Zivilschutzwarnungen für zwei Regionen in Tirol wurden aufgehoben. Der Großteil der Gemeinden im Ötztal ist mit dem Auto wieder erreichbar – das gilt allerdings noch nicht für Sölden.

In Bayern macht sich das Hochwasser dagegen immer deutlicher bemerkbar. „Die Hochwasserwelle aus dem österreichischen Einzugsgebiet hat die Stadt Passau erreicht“, warnt das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf. Es bestehe die Gefahr von Überschwemmungen. Der Hochwasserschwerpunkt verlege sich zunehmend auf die Donau.

Pegel der Flüsse und Gewässer in Österreich bedrohlich hoch

Update vom 29. August, 10.35 Uhr: Österreich kämpft mit Hochwasser. In Schärding in Oberösterreich warnte der Zivilschutz die Bevölkerung am Montagabend (28. August) vor dem ansteigenden Wasserpegel: Der Inn hat derzeit einen Wasserstand von rund 680 Zentimetern, berichtet krone.at. In Schärding werde nun nur noch in Zentimetern gerechnet. Normalerweise liege der Inn bei höchstens 410 Zentimetern. Mit Sandsäcken und Absperrungen werde versucht, das Wasser aufzuhalten und schwere Schäden zu verhindern. Es werde ein Anstieg des Inn auf sieben Meter erwartet – der Hochwasserschutz in Schärding reiche bis neun Meter, wie die Feuerwehr mitteilte.

Der Inn hat durch die starken Regenschauer einen enorm hohen Wasserstand.

Hochwasser droht auch in Linz und Salzburg. Wie heute.at schreibt, werde ein Anstieg der Donau auf 6,30 Meter erwartet. Bis 6,80 Meter reiche der Hochwasserschutz. Die Salzach in Salzburg habe bereits einen Pegel von sieben Metern überschritten. Auch die Salzburger Seen führen durch die Unwetter deutlich mehr Wasser. „Die Gefahr, die von den Flüssen und Gewässern ausgeht, ist nach wie vor hoch“, warnte Tirols Krisenmanager Elmar Rizzoli im Ö1-Morgenjournal.

Einige Gemeinden im Ötztal sind aktuell von der Außenwelt abgeschnitten, darunter das beliebte Feriendorf Sölden. Zahlreiche Zufahrtsstraßen sind gesperrt, auch die Ötztalstraße. Ein Teil der Straße wurde durch die Wassermassen weggerissen. In Tumpen im Ötztal wurden 60 Personen vorsichtshalber evakuiert.

Starke Gewitterfront mit Starkregen in Wien

Update vom 29. August, 5.52 Uhr: Die Wetterlage in Österreich bleibt angespannt. In der Nacht zum Dienstag (29. August) wurde Wien von einer Gewitterfront mit Starkregen getroffen. Auch im Laufe des Dienstags bestehe die Gefahr von Gewittern, warnt der österreichische Wetterdienst GeoSphere.

Neben Wien sind auch die Regionen rund um Graz, St. Pölten, Klagefurt und Kärnten betroffen. Aufgrund von starken Schauern bestehe in den betroffenen Gebieten die Gefahr von Erdrutschen, Überschwemmungen und Überflutungen von Gebäuden. Bewohner müssen sich auf Behinderungen im Straßen- und Schienenverkehr einstellen.

Landespolizei Tirol gibt Auskunft über Unwetterlage in Österreich

Update vom 28. August, 21.57 Uhr: Die Unwetter in Österreich könnten zu einem Jahrhunderthochwasser führen. Bereits jetzt sind einige Gemeinden, beispielsweise Sölden, von der Außenwelt abgeschnitten. Etwa 70 Personen sollen evakuiert worden sein. Auch in Bayern befinden sich Einsatzkräfte im Dauereinsatz wegen Hochwasser.

Trotzdem zeigt sich der Pressesprecher der Landespolizeidirektion Tirol auf Anfrage von Merkur.de von IPPEN.MEDIA zuversichtlich: „Die Lage spitzte sich im Inntal bis zum Mittag zu. Wir müssen die Nacht abwarten, aber wir sind optimistischer, weil die Regenfälle nachgelassen haben. Die Lage hat sich entspannt und es wurden alle Vorkehrungsmaßnahmen entlang des Inntals getroffen, um möglichen Wassermassen den Weg zu versperren.“

Jahrhunderthochwasser in Österreich: Gemeinden sind nicht mehr erreichbar

Update vom 28. August, 20.31 Uhr: Im österreichischen Bundesland Tirol führten heftige Regenfälle zu hohen Pegelständen bei Bächen und Flüssen – lokal waren sie so hoch wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Gerade das Ötztal sei betroffen, einige Gemeinden seien nicht mehr erreichbar, sagte Ministerpräsident Anton Mattle (ÖVP) in Innsbruck. Im Zillertal führte die Ziller gewaltige Wassermassen. Insgesamt waren am Montag rund 4000 Feuerwehrleute im Einsatz. Es kam vielerorts zu lokalen Überflutungen und zu Verkehrsbehinderungen auch im Bahnverkehr. Auch in Deutschland besteht wegen der Unwetter Alarmbereitschaft.

Dank der Warnungen der Meteorologen sei man vorbereitet gewesen, so Mattle. So sei in der Landeshauptstadt Innsbruck die mobile Hochwasserschutzwand frühzeitig installiert worden. Die Schlechtwetterfront sei schneller abgezogen als erwartet, sagte der Landeschef weiter. Damit zeichne sich zumindest eine leichte Entspannung ab. „Wir sind vermutlich mit einem blauen Auge davon gekommen.“ Sehr hilfreich in dieser Situation seien die vor Jahren gebauten Stauseen gewesen, die das Wasser speichern könnten.

Wetterwarnungen für Österreich: Hochwasser können bevorstehen

Erstmeldung vom 28. August, 18.38 Uhr: Innsbruck – Das Wetter in Österreich schwankt derzeit zwischen Extremen aus starker Hitze, Unwettern und Überschwemmungen. Der Himmel über der Alpenrepublik ist momentan größtenteils wolkenverhangen, wobei sich dies in einigen Regionen zu Gewittern mit starken Regenfällen ausweiten kann: Am Montag könnten in Teilen des Landes weitere Hochwasser bevorstehen. In den beliebten Urlaubsregionen Slowenien, Italien und Kroatien kommt es zu Beginn dieser Woche ebenfalls teils erneut zu Überschwemmungen.

Wetter in Österreich: Land Tirol warnt am Sonntag und Montag vor steigenden Wasserständen

In der südöstlichen Steiermark sowie im Mittel- und Südburgenland ist laut österreichischem Wetterdienst GeoSphere gegen Montagabend hin mit Gewittern zu rechnen. Wiederholte Niederschlägen gibt es demnach im Osten und Südosten, wobei im Westen und Süden mit besonders starken Regenfällen zu rechnen ist. Der Regentrend setzt sich auch am Dienstag fort, wobei die Schauerwahrscheinlichkeit in den folgenden Tagen abnimmt.

Besonders in Tirol kann es wegen der Niederschläge, aber auch aufgrund der hoch liegenden Schneefallgrenze vermehrt zu Überschwemmungen kommen. Denn je höher diese Grenze, desto mehr Regen wird nicht als Schnee gespeichert, sondern fließt schneller ins Tal. Zwischen Sonntag und Montag erwartet das Land Tirol daher steigende Wasserstände, wie aus einer Mitteilung auf Facebook hervorgeht. In Innsbruck, der Landeshauptstadt Tirols, herrscht bereits Alarmstufe Rot, dort erwartet man laut Krone.at ein Jahrhunderthochwasser.

In Österreich bereitet man sich aufgrund der Unwetter auf ein Jahrhunderthochwasser vor.

„Aufgrund der hohen Pegelstände wurden Teilbereiche der Gemeindeeinsatzleitung hochgefahren. In einer Sitzung zu Mittag wurde entschieden, den Sonderalarmplan Inn zu aktivieren und die Brücken im Stadtgebiet besonders im Auge zu behalten, um entsprechend schnell eingreifen zu können“, sagte der Bürgermeister der direkt am Inn gelegenen Stadt, Georg Willi (Grüne), zu Krone.at.

Wetter in Kroatien, Slowenien und Italien: Kurz nach Flutkatastrophe erneut Hochwasser-Gefahr

Im Westen Kroatiens bis hoch zur slowenischen Hauptstadt Ljubljana waren für Montag und Dienstag ebenfalls Regenfälle und Gewitter gemeldet. Die Temperaturen liegen laut Wetteronline.de dennoch weiterhin hoch und verharren bei zwischen 29 Grad im Westen und 38 Grad im Osten. Am Montagvormittag zogen die Unwetter laut kleinezeitung.at bereits über die Adria-Halbinsel Istrien und sorgten dort für Starkregen, Hagel und teilweise Hochwasser. Ein Tornado zog am Montag zudem über die Region hinweg und verfehlte die Küstenstadt Rovinj offenbar nur knapp. In Porec flohen die Urlauber in die Hotels und suchten sicheren Unterstand.

Schwere Unwetter treffen Slowenien, Österreich und Kroatien: Fotos zeigen massive Zerstörung

Ein überschwemmtes Gebiet in der Nähe der Stadt Kamnik. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden.
Ein überschwemmtes Gebiet in der Nähe der Stadt Kamnik. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden. © Miro Majcen/dpa
Ein schwerer Murenabgang infolge der Unwetter sorgt für eine Evakuierung in der Ortschaft Sankt Johann in Österreich.
Die heftigen Unwetter in Slowenien, Österreich und Kroatien hinterlassen Spuren: Nach einem schweren Murenabgang in Sankt Johann in Österreich mussten mehrere Menschen evakuiert werden. Gebäude wurden dabei teilweise zerstört, mindestens eins stürzte ein. © Bernd März/Imago
Ein überflutetes Gebiet in der Nähe der Stadt Kamnik. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden.
Ein überflutetes Gebiet in der Nähe der Stadt Kamnik. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden. © Miro Majcen/dpa
Ein Auto hängt an einer Brücke. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden.
Ein Auto hängt an einer Brücke. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden. © Miro Majcen/dpa
Feuerwehrleute sind mit Aufräumarbeiten an einer überfluteten Straße in St. Paul im Lavanttal in Kärnten beschäftigt.
Feuerwehrleute sind mit Aufräumarbeiten an einer überfluteten Straße in St. Paul im Lavanttal in Kärnten beschäftigt. © Gerd Eggenberger/dpa
Eine eingestürzte Brücke in der Nähe der Stadt Kamnik. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden.
Eine eingestürzte Brücke in der Nähe der Stadt Kamnik. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden. © Miro Majcen/dpa
In der Nähe von Zagreb (Kroatien) ist ein Mann mit einem aufblasbaren Kinderbecken durch die gefluteten Straßen gerudert. (Screenshot)
Den heftigen Unwettern zum Trotz: Ein Mann in der Nähe der kroatischen Hauptstadt Zagreb erheiterte die Nachbarschaft, nachdem er mit einem aufblasbaren Kinderbecken durch die überschwemmte Straße rudert.  © Facebook/NAŠ BRDOVEC/Screenshot
Ein überflutetes Gebiet in der Nähe von Kamnik. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden.
Ein überflutetes Gebiet in der Nähe von Kamnik. Inmitten der schweren Unwetter und Überschwemmungen in Slowenien ist die Leiche eines Mannes gefunden worden. © Miro Majcen/dpa
Anwohner und Touristen filmen einen über die Ufer getretenen Bach in Ika. Stundenlanger Starkregen und Gewitter haben viele Straßen in der bei Urlaubern beliebten Region unpassierbar gemacht.
Anwohner und Touristen filmen einen über die Ufer getretenen Bach in Ika. Stundenlanger Starkregen und Gewitter haben viele Straßen in der bei Urlaubern beliebten Region unpassierbar gemacht. © Boris Roessler/dpa
Eine Person geht bei Regen über einen überschwemmten Parkplatz. In den nach heftigen Regenfällen bereits teils überschwemmten Gebieten im Süden Österreichs hat es in der Nacht weiter geschüttet.
Eine Person geht bei Regen über einen überschwemmten Parkplatz. In den nach heftigen Regenfällen bereits teils überschwemmten Gebieten im Süden Österreichs hat es in der Nacht weiter geschüttet. © Erwin Scheriau/dpa

Von starken Regenfällen betroffen war erneut auch Slowenien, das erst kürzlich mit einer Hochwasser-Katastrophe zu kämpfen hatte. Teile von Koper und Portorož standen Berichten zufolge am Montag unter Wasser. Gegen Abend könnten auch die Flüsse im Westen und Norden des Landes über die Ufer treten und erneut für Überschwemmungen entlang der Flussläufe sorgen, hieß es.

In Italien war die starke Hitze zuletzt ebenfalls Unwettern und kühleren Temperaturen gewichen. Gewitter zogen am Montag besonders durch die Regionen Ligurien und die Lombardei in Mittel- und Norditalien, wie Stol.it berichtete. Teilweise war es zu Überschwemmungen, Stromausfällen und der Unterbrechung von Eisenbahnverbindungen gekommen. Bis Mittwoch bleibt die Wetterlage laut Vorhersagen instabil und wechselhaft mit hoher Gewittergefahr, danach klettern die Temperaturen und die Sonne zeigt sich häufiger.

Schlechtwetterlage beruhigt sich wohl ab Mittwoch: Straßen bleiben teilweise gesperrt

Die Schlechtwetterlage in Österreich, Slowenien, Italien und Kroatien hält Prognosen zufolge bis Mittwoch an, danach beruhigt sich das Wetterchaos zusehends. Laut Experten werden solch extreme Wetterereignisse durch den menschengemachten Klimawandel künftig häufiger auftreten. „Der Klimawandel ist da“, mahnte UN-Generalsekretär António Guterres kürzlich. Der Juli war global der heißeste Monat seit Jahrtausenden. Laut ADAC sind sowohl in Österreich, Slowenien und Kroatien teilweise noch Straßen gesperrt, weshalb es für Urlaubsreisende zu Einschränkungen kommen kann. (mit dpa)

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