VonJohannes Nußschließen
Forscher haben in China bei 35 Menschen das Langya-Henipavirus entdeckt. Viel ist noch nicht bekannt. Übertragen wird es aber wohl von Tier zu Mensch.
Peking – Die Nachricht, die nach Deutschland rüberschwappt, ist alarmierend und erinnert ein wenig an den Dezember 2019 und Januar 2020, als in China gerade das neuartige Coronavirus bekannt wurde. Jetzt haben Wissenschaftler erneut ein neues Virus entdeckt und wieder wurde es in China entdeckt: das neuartige Langya-Henipavirus (LayV).
Langya-Henipavirus entdeckt: Wer hat sich bis jetzt mit dem Virus aus China infiziert?
Bis jetzt konnte das Langya-Henipavirus bei 35 Menschen nachgewiesen werden, viel mehr ist allerdings noch nicht über das Virus aus China bekannt. Alle bekannten Infektionen ereigneten sich zwischen 2018 und 2021.
Virus aus China: Wie kann ich mich mit dem Langya-Henipavirus infizieren?
Rätsel gibt immer noch der Übertragungsweg auf, wie das Nachrichtenportal t-online.de berichtet. Wahrscheinlich sei eine Tröpfcheninfektion. Allerdings ist bis jetzt noch keine Übertragung von Mensch zu Mensch durch das Langya-Henipavirus nachgewiesen. Wahrscheinlich sei dem Bericht zufolge ein Übergang des Virus vom Tier auf den Menschen, also eine sogenannte Zoonose.
Welche Symptome hat jemand, der mit dem Langya-Hanipavirus infiziert ist?
Unter den 35 Patienten waren 26 ausschließlich mit LayV infiziert. Diese Patienten litten beim Langya-Henipavirus unter Symptomen wie Fieber, Müdigkeit, Husten und Muskelschmerzen. Bei einem Teil der Patienten gab es Hinweise auf Leber- und Nierenschäden. Bei Tests an Tieren wurde das Virus vorwiegend in Spitzmäusen entdeckt, wie die Forscher um Wei Liu vom Institute of Microbiology and Epidemiology in Peking berichten.
Was für ein Krankheitserreger ist das Langy-Hanipavirus?
Das Virus sei wahrscheinlich tierischen Ursprungs und trete wohl nur sporadisch bei Menschen auf, beichtet die Nachrichtenagentur dpa. Jedoch seien weitere Untersuchungen notwendig, um den Erreger und die damit verbundenen menschlichen Krankheiten besser zu verstehen.
Wie gefährlich ist das Langy-Hanipavirus aus China?
Bis jetzt sind keine Todesfälle im Zusammenhang mit dem in China entdeckten LayV registriert worden, heißt es in der Studie. Wie es in dem Bericht bei t-online.de heißt, seien auch keine schweren Verläufe bei einer Infektion mit Langy-Hanipavirus bekannt. Eine Notwendigkeit zur Panik bestehe nicht. Trotzdem sollen Tests zur Genomsequenzierung entwickelt werden und auch die Übertragungswege sollen besser erforscht werden. Bisher ist es sehr aufwendig für Wissenschaftler, Menschen auf das Virus zu testen.
Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) in Greifswald wurden Infektionen mit den Henipaviren erstmals in den 1990er-Jahren als Ursachen für Erkrankungen der Atemwege und der Nerven bei Mensch und Tier erkannt. Zu den Henipaviren gehören demnach Hendra- und Nipahviren.
Langy-Hanipavirus: Erste Infektionen mit Henipaviren wurden 1994 bei Pferden in Australien Atemwegserkrankungen
Hendraviren verursachten dem FLI zufolge 1994 erstmals nachweislich schwere Atemwegserkrankungen bei Pferden in Australien. Die natürlichen Wirte des Hendravirus seien jedoch Flughunde. Bisher seien sieben Trainer und Tierärzte durch Kontakt zu betroffenen Pferden infiziert worden, vier dieser Infektionen verliefen tödlich.
Das Nipahvirus sei Ende der 1990er Jahre bei Schweinen in Malaysia und Singapur aufgetreten. Mehrere Menschen infizierten sich bei Schweinen, obwohl auch hier die natürlichen Wirte Flughunde seien. Mehr als 100 der Infizierten seien an Gehirnentzündung gestorben. Über eine Million Schweine seien in Malaysia gekeult worden. In Bangladesch und Indien komme es immer wieder zu Nipah-Infektionen von Menschen und auch zu Todesfällen.
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