Alpinist schwer verletzt

Bergsteiger gerät in Österreich in Steinschlag: Bergung bringt Retter an ihre Grenzen

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Ein Bergsteiger in Tirol in eine Steinlawine geraten und wurde schwer verletzt. Das schlechte Wetter stellte die Rettungsmannschaft vor eine große Herausforderung.

St . Jakob im Defereggen – Die Berge sind in diesem Alpensommer unerbittlich wie selten zuvor: Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht eine Mure abgeht, ein Berg zusammenbricht oder einzelne Felsen in die Tiefe krachen. In Tirol wurde jetzt der Alptraum eines jeden Alpinisten wahr und die Rettung war durch das schlechte Wetter besonders schwer.

Bergretter tragen den Schwerverletzten in Tirol ins Tal.

Steinschlag prasselte auf Bergsteiger herab – Wetter bringt die Retter an ihre Grenzen

Ein 45-jähriger Österreicher war am Mittwoch alleine zu einer Tour auf den 3436 Meter hohen Hochgall in den Hohen Tauern aufgebrochen – nahe der Grenze zum italienischen Staatsgebiet. Der Berg gilt von keiner Seite aus, als einfach zu ersteigen. Als er auf etwa 2950 Metern Höhe angekommen war und gerade in einer Rinne war, geschah das Unglück: Oberhalb hatte sich eine Gesteinslawine gelöst. Der Steinschlag prasselte auf den Bergsteiger herab, ein Gesteinsbrocken traf den Mann am linken Unterschenkel – er wurde dabei schwer verletzt.

Der 45-Jährige betätigte den Notruf. Da der Unglücksort besser von Südtirol aus erreichbar war, machte sich die Bergrettung Antholz auf den Weg. Der Notarzthubschrauber Aiut Alpin aus Südtirol sollte zu dem Verletzen aufstiegen, doch Wolken hatten den Unglücksort eingehüllt – ein Flug in den Nebel wäre Selbstmord gewesen. So flog der Helikopter ein Rettungsteam auf 2600 Meter Höhe und setzte die Retter dort ab. Diese mussten dann zu FUß zu dem Verletzten aufsteigen – bei miserabler Sicht.

Retter können den verletzten Bergsteiger in Österreich nur mit Muskelkraft bergen

Das Rettungsteam bat noch die Bergrettung im österreichischen Defereggental um Unterstützung, auch ein Polizeihubschrauber stieg von der Nordtiroler Seite auf. Schließlich waren 13 Einsatzkräfte am Berg, die den Verletzten erstversorgten und zu Fuß Richtung Tal trugen, bis wieder freie Sicht herrschte. Dort konnte ein Hubschrauber den Verletzten aufnehmen. Der Helikopter brachte den Bergsteiger sicher ins Tal. „Der Verletzte wurde in weiterer Folge in das Bezirkskrankenhaus nach Lienz verbracht“, berichtet die Tiroler Polizei. Die Bergretter waren drei Stunden im Einsatz.

Im Schweizer Wallis war am Montag bei einem ähnlichen Unglück am Ostgrat des Stockhorns in 3015 Metern Höhe ein 19-jähriger Bergsteiger bei einem Felssturz ums Leben gekommen. Der junge Mann aus dem Kanton Bern war offenbar erst gestürzt, als ihn ein Fels traf. Die Rettungskräfte konnten ihn nur noch tot bergen.

Zu Unfällen beim Bergsteigen und Wandern kommt es immer wieder, die Gefahr der Berge wird oft unterschätzt. Erst vor kurzem stürzte ein deutscher Wanderer in Tirol und kam dabei ums Leben.

Rubriklistenbild: © Bergrettung Defereggental

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