VonYannick Hankeschließen
Zwei Alpinisten aus Deutschland sahen sich in Tirol mit reichlich Schnee konfrontiert. Sie waren am Berg gefangen – und konnte von der Bergwacht gerettet werden.
Tirol – Dichter Schneefall, reichlich Nebel – und mittendrin zwei Wanderer aus Deutschland. Am Sonntagnachmittag (12. November) gerieten die beiden Alpinisten in höchste Bedrängnis. Wegen Überforderung und einer schlecht geplanten Tour in Tirol sahen sich die beiden mit Bergnot konfrontiert.
Wie das österreichische Medium krone.at berichtet, mussten Bergretter am Abend beziehungsweise in der Nacht unter widrigsten Wetterbedingungen zu einer heiklen Rettungsmission aufbrechen – mit Happy End. Dies war bei einem deutschen Alpinisten, der von einem gefrorenen Wasserfall hinabgefallen war, nicht der Fall.
Deutsche Wanderer in Tirol senden Notruf ab – da sie sich bei ihrer Bergtour völlig überschätzen
Gegen 15.30 Uhr hätten die zwei deutschen Alpinisten über den Notruf gemeldet, dass sie sich im Abstieg von der Meilerhütte befinden. Sie wären sich aber nicht sicher gewesen, ob sie bei den erschwerten Witterungsbedingungen weiter den Steig hinunter nach Leutasch, einer Gemeinde im Bezirk Innsbruck-Land in Tirol, finden würden.
„Mich hat die Leitstelle über die Situation informiert, daraufhin hab ich mit einem der Deutschen telefoniert“, wird Michael Strigl, der Ortsstellenleiter der Bergrettung Leutasch, von krone.at zitiert. „Er hat mir gesagt, dass sie derzeit noch keine Hilfe benötigen würden“, erklärt er. Dennoch hätten sich zu diesem Zeitpunkt bereits sechs Leutascher Bergretter auf einen möglichen Rettungseinsatz vorbereitet.
„Der Aufstieg in steilem Absturzgelände war heikel“: Bergwacht muss deutsche Alpinisten retten
Und das war auch gut so. Denn nur 20 Minuten später hätte sich einer der Deutschen erneut gemeldet – „und bat uns um Hilfe“, so Strigl. Einer der Alpinisten hätte bereits über Herz-Kreislauf-Probleme geklagt und zudem unter Panikattacken gelitten. Daraufhin stiegen die Einsatzkräfte der Bergwacht bei dichtem Schneefall durch das Bergleintal zu den Deutschen auf. Diese warteten in etwa 1650 Metern im Bereich der Mustersteinhütte.
„Weiter oben lagen bereits 40 Zentimeter Schnee, schon der Aufstieg in steilem Absturzgelände war heikel“, sagt Strigl. Die Bergretter konnten mit beiden Alpinisten den Abstieg beginnen, da sich der Schwächere in der Zwischenzeit etwas erholt hätte. Warum aber gerieten die beiden Wanderer überhaupt in Tirol in Bergnot? Die Begründung sollte die Einsatzkräfte schockieren – und das nicht zum ersten Mal.
Wanderer aus Deutschland werden in Tirol aus lebensgefährlicher Klemme befreit
„Sie seien vom Wetter überrascht worden, gaben sie an. Ich habe sie dann gefragt, ob sie denn den Wetterbericht nicht verfolgt hätten“, heißt es vom entsetzten Ortsstellenleiter der Bergrettung Leutasch. Immerhin gelang es den Einsatzkräften, die beiden Alpinisten durch das Absturzgelände hinunter ins Tal zu bringen.
Man müsse nur einmal ausrutschen und würde schon in der Klamm unterhalb liegen, ordnet Strigl die lebensgefährliche Situation ein. Bestürzt zeigte er sich aber auch über die Vorgeschichte des Einsatzes. Denn die beiden Alpinisten hätten auf der Meilerhütte im Winterraum übernachtet, am Sonntag wollten sie den Musterstein mit einer Höhe von 2474 Metern besteigen. Ein Kletterberg, wie Strigl verrät. Nur: „Das Duo hatte nicht einmal ein Seil dabei“. Dies kann in der Konsequenz zu einem Absturz führen, der für einen 39-jährigen Deutschen tödlich endete.
„Die Tourenplanung war verheerend, Note fünf!“: Alpinisten für Leichtsinn hart abgestraft
„Die beiden wirkten eher wie Wanderer und nicht wie Hochtourenbergsteiger. Die Gipfeltour hätte bei diesen Verhältnissen wohl tödlich geendet“, sagt Strigl. Immerhin hätten sich die beiden Deutschen für den Abstieg entschieden – wenn auch viel zu spät. Das Fazit von Strigl: „Die Tourenplanung war verheerend, Note fünf!“ (han)
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Rubriklistenbild: © Bergrettung Leutasch/Facebook

