Vorfall in Österreich

„Was kostet die Rettung?“ – Anruf deutscher Wanderer entsetzt Bergretter-Team

  • schließen

Wandern ist im Trend – birgt aber auch Gefahren. Die Bergrettung kann helfen. Eine Rettungsleitstelle in Österreich berichtete nun aber von einem überraschenden Anruf.

Achenkirch – Wandern ist längst zum Trend geworden. Mehr denn je erfreuen sich die Alpenregionen beispielsweise in Bayern, aber auch in Österreich oder der Schweiz großer Beliebtheit. Bewegung, die frische Luft, die Natur und die traumhaften Aussichten locken Urlauber, Tagestouristen und Sportbegeisterte an. Die teils steilen Aufstiege und schwierigen Wege bergen aber auch immer wieder Gefahren. Erst kürzlich etwa sorgte ein Vorfall, bei dem eine Bergsteigerin einen Tourenführer mit in den Tod riss, für großes Entsetzen im österreichischen Tirol. Und nun gibt es wieder einen Vorfall, der Bergretter in Österreich fassungslos zurücklässt.

Wer in Not gerät, dem kann durch die Bergrettung geholfen werden. Allerdings gibt es dort auch Regelungen. Wer sich und seine Fähigkeiten etwa überschätzt, für den kann eine Rettungsmission am Berg schnell mal teuer werden. Die Helfer erleben dabei auch immer wieder unschöne Situationen – wie etwa, als kürzlich ein Wanderer seinen völlig erschöpften Kollegen einfach am Berg zurückließ.

Wanderer in Tirol in Berg-Notlage – Erster Anruf-Satz entsetzt die Bergrettung

Über einen weiteren unschönen Vorfall berichtet nun die Bergrettung Achenkirch. Gegenüber der Krone schildert Ortsstellenleiter Sandro Huber den kuriosen Vorfall. Demnach gerieten zwei junge, deutsche Wanderer (21, 22) aus Bayern in der Nacht auf Freitag in eine Notlage am Berg. Im Bereich des Hinterunnützes nordöstlich vom Achensee in den Brandenberger Alpen habe das Paar übernachten wollen. Als es dunkel wurde, habe die Frau aber eine Panikattacke bekommen. Ihr Begleiter rief die Bergrettung an – seine anfängliche Frage überraschte Huber dann aber doch sehr.

„Eine der ersten Fragen, die er mir gestellt hat, war: ‚Was würde die Rettungsaktion überhaupt kosten?‘“, berichtet Huber im Gespräch mit der Krone. Außerdem habe der Anrufer versucht, sich bei seiner Krankenkasse bezüglich einer Rettungsaktion zu erkundigen, aber niemanden mehr erreicht. Die Bergretter hätten daraufhin schonmal einen etwas entfernten Rettungshubschrauber angefragt, der für Nachteinsätze spezialisiert ist. Dieser habe wegen eines aufziehenden Gewitters aber nicht starten können. Das skurrile Gespräch war damit aber wohl noch nicht vorbei.

Verschneite Landschaft vor Gipfel in Österreich. Im Hintergrund ist auch der Hinterunnütz zu sehen, aus dessen Gebiet ein kurioser Notruf abgesetzt wurde. (Symbolbild)

„Uns kann man ruhig vertrauen“: Bergretter berichten von skurrilem Hilfe-Anruf in Österreich

Denn Ortsstellenleiter Huber sagt, er habe versucht, dem Wanderer zu erklären, dass es bei Gewitter im Dunkeln auf dem Gipfel lebensgefährlich werden könnte. „Er konterte mir, dass laut seiner Wetter-App das Gewitter vorbeiziehen würde“, so Huber verwundert über die Reaktion. Er habe dies nicht geglaubt – und recht behalten, das Gewitter kam tatsächlich. „Uns kann man ruhig vertrauen, immerhin sind wir aus der Gegend“, erklärt Huber.

Für die beiden in Not geratenen Wanderer gab es dann allerdings doch noch ein zumindest gefährdungsloses Ende. Nachdem der Bergretter aufgrund der Wetterlage entschieden hatte, mit seinem Team nicht auszurücken, blieb dem Paar nur der Abstieg über einen recht ungefährlichen Wanderweg in Richtung Tal. Dort habe man die beiden dann eingesammelt und ihnen ein Hotel organisiert.

Wanderungen gehen aber nicht in allen Fällen glimpflich aus, immer wieder kommt es auch zu tödlichen Dramen. Erst kürzlich starben drei Bergsteiger bei einer Eislawine an einem Alpen-Gletscher. (han)

Rubriklistenbild: © imago stock&people

Kommentare