Verbotene Übernachtung

Tirol: Deutsche Wildcamper sparen sich 45 Euro für Campingplatz – Wohnmobil stürzt in die Tiefe

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Statt auf einem nahen Campingplatz übernachteten zwei deutsche Urlauber im Tiroler Ötztal mit dem Wohnmobil auf einem Parkplatz. Das hatte fatale Folgen.

Längenfeld - Das Ötztal ist ein beliebtes Ferienziel vor allem für Urlauber aus Deutschland. Die Skigebiete in Sölden und Obergurgl sind für ihre Pisten und ausschweifende Après-Ski-Nächte bekannt. Im Sommer gibt es Wasserfälle und Schluchten zu bewundern. Man kann in Hunderten Hotels, Pensionen, Hütten und Ferienwohnungen übernachten und auch auf einem halben Dutzend Campingplatzen.

Feuerwehrmänner sichern das Wohnmobil vor dem weiteren Absturz ab.

Im Tiroler Ötztal gibt es eigentlich mehr als genug Campingplätze

Doch zwei Männer aus dem Landkreis Viersen (NRW) und dem oberbayerischen Landkreis Garmisch-Partenkirchen suchten sich ein kostenloses, aber illegales Nachtquartier. Sie stellten ihr Wohnmobil auf einem Parkplatz bei Längenfeld neben der Bundesstraße 186, der Ötztalstraße, ab. Dabei ist Wildcampen in Österreich verboten, in Tirol besonders streng. Eine Nacht auf einem benachbarten Campingplatz hätte sie 45 Euro gekostet.

Doch die zwei Wildcamper hatten nicht lange Freude an ihrem Gratis-Stellplatz: Am Freitag gegen 21 Uhr begann sich das Auto der beiden, die sich im Fond des Campers schlafen gelegt hatten, plötzlich selbstständig zu machen. Warum, ist noch unklar. Der Kleinbus rollte rückwärts in Richtung Abgrund, rund fünf Meter unter ihnen tobte die zurzeit Hochwasser führende Ötztaler Ache. 

Als die Männer schlafen wollten, begann das Wohnmobil rückwärts zu rollen

Einer der beiden Männer sprang in die Fahrerkabine und versuchte, das Fahrzeug abzubremsen, zu spät. Der Camper kippte über die Böschung. Beide Männer retteten sich im letzten Moment mit einem Sprung durch die Schiebetür ins Freie, wobei sich einer der beiden Männer den Fuß brach. Er wurde ins Bezirkskrankenhaus Zams eingeliefert. Der Camper rollte nach unten, saß kurz vor dem reißenden Gebirgsfluss auf und blieb stehen. 

Die beiden Männer mussten Hilfe holen. Die Freiwilligen Feuerwehren der benachbarten Orte Huben und Längenfeld sicherten den Kleinbus mit Drahtseilen in der Nacht davor, weiter abzustürzen. Da der Tank schon gequetscht war und die Einsatzkräfte das Auslaufen von Diesel befürchteten, bargen sie den Camper nicht. Am Samstag hievte ein Kran den Camper wieder auf den Parkplatz. Das Fahrzeug ist beschädigt, außerdem erwartet die Männer eine Strafe von bis zu 500 Euro wegen Wildcampens und die Rechnung für Feuerwehr und Kran.

Erst vor kurzem hatte es Wirbel gegeben, als zwei deutsche Urlauber in Turnschuhen in Tirol über einen tief verschneiten Klettersteig auf die Zugspitze wandern wollten, um sich die Liftkarte zu sparen. Zwei Holländer blieben eine Woche später im Tiefschnee stecken, als sie in Sneakers auf die Zugspitze wandern wollten.

Rubriklistenbild: © ZOOM.TIROL

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