Massentourismus als Last

Nächste Ferien-Perle in Italien mahnt vor Touristen-Kollaps und will neue Regeln

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Bellagio am Comer See ist ein beliebtes Touristenziel in Norditalien. (Archivbild)
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Italiens Tourismus-Hotspots ächzen unter dem Massentourismus. Jetzt meldet sich die nächste Gemeinde zu Wort - und will Schritte einleiten.

Como/Turin - Türkis-blaues Wasser eingerahmt von grünen Alpen-Hängen gepaart mit stilvollen Jugendstilvillen und italienischem Flair. Mit dieser Mischung lockt der Comer See im Nord-Osten Italiens jedes Jahr Tausende Urlauber an seine Küsten. Doch für Bewohner und Gemeinden wird die Masse der Touristen zunehmend zum Problem. Deshalb will man Konsequenzen ziehen.

Denn der oben beschriebene Urlaubstraum wird zunehmend getrübt von schier endlosen Staus auf den Straßen, die zu den Küstenorten führen, langen Schlangen an Seilbahnen, ausgebuchten Restaurants und von malerischen Gassen, die durch Menschenmassen aus Touristenbussen komplett verstopft werden. So zumindest das Klagelied der Gemeinden.

Touristen-Kollaps auch am Comer See? Alarm schon zu Ostern

Schon am langen Osterwochenende führte die große Zahl der Touristen nicht nur zu voll belegten Stränden, sondern etwa auch dazu, dass italienische Pendler in die Schweiz teils nicht zu Arbeit erscheinen konnten: Kein Durchkommen. So berichtet es nun die italienische La Stampa. Für die anstehenden Feiertage scheint keine Besserung in Sicht zu sein. Deshalb wird schon vor dem Sommer Alarm geschlagen.

Blick auf Torno, ein Dorf am Comer See. (Archivbild)

„Es ist wichtig, außerordentliche Bestimmungen für das Verbot/die Beschränkung des Schwerverkehrs zu erlassen, vor allem für Reisebusse, aber auch in Bezug auf Fahrzeuge wie Lastkraftwagen, Sattelschlepper und so weiter“, schrieb dem Bericht nach Mauro Guerra, der Bürgermeister von Tremezzina, an die Präfektur.

Italien mit Touristen-Problemen? Auch Hoteliers warnen - und sehen spezielles Problem

Und auch Hoteliers sollen besorgt sein. Denn die Reisebus-Tagesausflügler könnten die gehobenen Urlauber in ihren Luxus-Etablissements zunehmend abschrecken. „Zahlen-Begrenzungen können nicht die Lösung sein“, meint zwar Luca Leoni, Präsident der Touristik-Unternehmer-Vereinigung Federalberghi Como. Aber: Man müsse auf die „Qualität der Ankommenden achten“.

Das Problem sei nicht einfach zu lösen, gibt er zu und macht dann klar: „Wenn man bedenkt, wie viel ein Tourist für eine Übernachtung am See zahlt, können wir es uns nicht leisten, dass er am nächsten Tag kein privates Motorboot findet oder sich nicht zum Essen hinsetzen kann“. Dieser „hochrangige Tourist“ würde dann im kommenden Jahr vielleicht woanders Urlaub machen, so der Tourismus-Experte.

Und auch die privaten Vermietungen - etwa via Airbnb - sind den Hoteliers ein Dorn im Auge. Diese könnten Touristen mit „lockereren Regeln und Kosten beherbergen“. Dies führe zu einer noch stärkeren Überfüllung - und zu einem sinkenden Tourismus-Niveau.

Touristen-Deckel in Italien? Auch andere Regionen klagen - und reagieren teils schon

„Die Einwohner von Como mögen keine leeren Weihnachten, aber Ostern mit so vielen Menschen auch nicht“, hatte Alessandro Rapinese, Bürgermeister von Como, laut La Stampa zuletzt zusammengefasst.

Ähnliche Überlegungen zur Steuerung von Tourismus-Strömen hatte es gerade erst in dem Touri-Magneten Cinque Terre in Ligurien gegeben. Hier warnten Politiker vor dem Kollaps wegen Überfüllung und forderten rechtliche Möglichkeiten, um die Ströme der Besucher kontrollieren zu können.

Ein Land neu entdecken: So haben Sie Italien noch nicht gesehen

Die Dolomiten sind eine Gebirgskette, die zu den Südalpen gerechnet wird und sich über die Regionen Venetien und Trentino-Südtirol verteilt. Das ganze Jahr über ist Reisenden hier viel Action geboten: Vom Skifahren im Winter bis zum Wandern, Raften oder Klettern im Sommer ist alles dabei.
Die Dolomiten sind eine Gebirgskette, die zu den Südalpen gerechnet wird und sich über die Regionen Venetien und Trentino-Südtirol verteilt. Das ganze Jahr über ist Reisenden hier viel Action geboten: Vom Skifahren im Winter bis zum Wandern, Raften oder Klettern im Sommer ist alles dabei. © pixabay/Julius_Silver
Während eines Urlaubs im italienischen Apulien führt kein Weg an der Stadt Alberobello vorbei. Sie zeichnet sich durch die einzigartigen Trulli - weiße Rundhäuser mit Dächern, die an Zipfelmützen erinnern - aus, welche zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.
Während eines Urlaubs im italienischen Apulien führt kein Weg an der Stadt Alberobello vorbei. Sie zeichnet sich durch die einzigartigen Trulli - weiße Rundhäuser mit Dächern, die an Zipfelmützen erinnern - aus, welche zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. © pixabay/Jack78
Ebenso in Apulien findet sich die Gemeinde Polignano a Mare, direkt an der Adria gelegen. Die Altstadt sitzt auf den Kalkklippen und überblickt die Bucht Cala Porto, welche ein beliebtes Fotomotiv ist. Obendrein zeichnet sich der Ort durch seine zahlreichen Grotten aus, die den Fels durchsetzen, auf dem die Stadt sitzt.
Ebenso in Apulien findet sich die Gemeinde Polignano a Mare, direkt an der Adria gelegen. Die Altstadt sitzt auf den Kalkklippen und überblickt die Bucht Cala Porto, welche ein beliebtes Fotomotiv ist. Obendrein zeichnet sich der Ort durch seine zahlreichen Grotten aus, die den Fels durchsetzen, auf dem die Stadt sitzt. © pixabay/modestodeluca89
Der Reschensee, auch Lago di Resia, mausert sich immer mehr zum beliebten Touristenziel. Nicht nur der postkartentaugliche Kirchturm inmitten des Sees, sondern auch malerische Wanderrouten und Bootsausflüge zeichnen die Gegend aus.
Der Reschensee, auch Lago di Resia, mausert sich immer mehr zum beliebten Touristenziel. Nicht nur der postkartentaugliche Kirchturm inmitten des Sees, sondern auch malerische Wanderrouten und Bootsausflüge zeichnen die Gegend aus. © pixabay/strecosa
Wer Entspannung auf Sardinien sucht, sollte unbedingt bei den Porphyrfelsen von Arbatax vorbeischauen. Der kleine Ort ist genau das Richtige für Reisende, die fernab der belebten Urlaubsgebiete einen Strandurlaub verbringen möchten.
Wer Entspannung auf Sardinien sucht, sollte unbedingt bei den Porphyrfelsen von Arbatax vorbeischauen. Der kleine Ort ist genau das Richtige für Reisende, die fernab der belebten Urlaubsgebiete einen Strandurlaub verbringen möchten. © pixabay/MemoryCatcher
In der Provinz Agrigent auf Sizilien erwarten Sie wunderschöne Sehenswürdigkeiten: Neben der Scala dei Turchi (s. Bild), einer geologischen Formation aus Mergel, finden Sie im "Tal der Tempel" zahlreiche archäologischen Stätten aus der Antike.
In der Provinz Agrigent auf Sizilien erwarten Sie wunderschöne Sehenswürdigkeiten: Neben der Scala dei Turchi (s. Bild), einer geologischen Formation aus Mergel, finden Sie im "Tal der Tempel" zahlreiche archäologischen Stätten aus der Antike. © pixabay/Comanche0
Die Stadt Matera ist ein wahrer Hingucker - sie liegt auf einer felsigen Landzunge in der Region Basilicata und wird auch als das "zweite Bethlehem" bezeichnet. Besonders sehenswert sind hier die sogenannten Sassi, Höhlensiedlungen, die noch bis in die 1950er Jahre bewohnt wurden.
Die Stadt Matera ist ein wahrer Hingucker - sie liegt auf einer felsigen Landzunge in der Region Basilicata und wird auch als das "zweite Bethlehem" bezeichnet. Besonders sehenswert sind hier die sogenannten Sassi, Höhlensiedlungen, die noch bis in die 1950er Jahre bewohnt wurden. © pixabay/turkish414

Ernst gemacht hat diesbezüglich schon die Region Südtirol. Hier wurde 2022 ein Bettenstopp verhängt, um den Massentourismus einzudämmen.

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