VonCarolin Gehrmannschließen
Kann das Tragen einer Maske weiterhin vorm Coronavirus schützen, auch wenn niemand sonst eine trägt? Ein Überblick über die Schutzwirkung verschiedener Maskentypen.
Bremen – Die Maskenpflicht in Innenräumen ist schon seit längerem kaum noch ein Thema. In der Gastronomie und bei Veranstaltungen muss man sie schon seit geraumer Zeit nicht mehr tragen. Vorgeschrieben ist sie derzeit nur in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie im öffentlichen Nahverkehr – zuletzt galt das sogar deutschlandweit. Doch nun haben Bayern und Sachsen-Anhalt entschieden, dass das Tragen einer Schutzmaske in Bussen und Bahnen künftig nicht mehr verpflichtend sein soll.
In den beiden Ländern gilt ab dem 9. Dezember 2022 lediglich noch die Empfehlung, sich freiwillig eine Maske aufzusetzen, wenn man öffentliche Verkehrsmittel nutzt. Aber was bringt das dann eigentlich noch? Und vor allem wem?
Maskenpflicht in Bussen und Bahnen fällt bald teilweise weg: Bringt die Maske trotzdem noch was?
Als Begründung für diesen Vorstoß wurde von den Ländern eine „stabile Infektionslage“ genannt. Die Entscheidung erntete viel Zuspruch, zum Beispiel von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP). Doch es gibt auch viel Kritik für das Ausscheren der beiden Länder in Sachen Maskenpflicht. So befürchtet Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), dass die Neuansteckungen mit dem Coronavirus durch das Wegfallen der Masken im ÖPNV im Winter wieder erheblich steigen könnten. Es gebe derzeit keine Gründe, jetzt zu sagen, dass man auf die Masken verzichten könne, mahnte der Minister dem Focus zufolge.
Teilweiser Wegfall der Maskenpflicht: Im Bus mit lauter „Maskenlosen“ – bin ich geschützt, wenn ich als einziger eine Maske trage?
Viele Menschen, die künftig nach der teilweisen Abschaffung der Maskenpflicht inmitten von lauter „Maskenlosen“ Bus oder Bahn fahren müssen, werden sich derzeit fragen, ob dadurch ihr Risiko, sich mit Sars-CoV-2 zu infizieren, wieder steigt. Und ob es dann überhaupt noch etwas bringt, wenn sie selbst eine Maske tragen. Könnte man sie dann nicht gleich ganz weglassen? Gerade vorerkrankte oder besonders gefährdete Menschen wie Senioren wollen aus Angst vor einer Ansteckung aber möglicherweise trotzdem an jedem möglichen Schutz festhalten, auch wenn sie dies wegen der Bestimmungen in Sachen Maskenpflicht nicht mehr zwingend müssen – und sind nun verunsichert, wie sinnvoll das überhaupt noch ist.
Maskenpflicht: Schutzmaskenm können das Coronavirus zu einem gewissen Grad abwehren
Die Omikron-Subtypen des Coronavirus zeichnen sich durch ein erhöhtes Übertragungspotential aus. Gerade Omikron BQ.1.1, das sich derzeit noch immer auf dem Vormarsch befindet, gilt als noch ansteckender als seine Vorgänger und trägt deshalb auch den Beinamen „Höllenhund“. Wer sich vor einer Ansteckung mit Sars-Covid-2 schützen will, sollte die Maske laut Focus auch weiterhin tragen, obwohl die Maskenpflicht zum Teil aaufgehiben wird. Denn verschiedene Studien aus den letzten Jahren konnten zeigen, dass das Tragen einer Maske die Erreger zu einem gewissen Grad abwehren kann – auch, wenn die Menschen um sie herum keinen Mund-Nasen-Schutz tragen.
Teil-Aus für die Maskenpflicht: FFP2-Masken bieten laut Studien den höchsten Schutz
Wie verschiedene Untersuchungen zeigen konnten, bieten Masken des Typs N95 den größten Schutz. Es handelt sich hierbei um einen amerikanischen Standard, sie sind aber vergleichbar mit den hier gängigen FFP2-Masken. Wenn sie eng am Gesicht anliegen, können sie einer Studie aus Tokioo zufolge bis zu 90 Prozent der Coronaviren abwehren. Bei lockerem Sitz sind es immerhin noch bis zu 86 Prozent. Die Studienergebnisse wurden bereits im Oktober 2020 von der American Society of Microbiology veröffentlicht. Laut einer weiteren, internationalen Studie aus dem Jahr 2008 können die Masken dieses Typs sogar bis zu 99 Prozent aller Viren fernhalten.
Wegfall der Maskenpflicht: Stoffmasken bieten den geringsten Schutz – auch einfache OP-Masken schützen noch bis zu gewissem Grad
Viele Menschen tragen inzwischen auch lieber einfache OP-Masken, sogenannte medizinische Masken. Auch diese bieten einen gewissen Schutz vor einer Übertragung des Coronavirus – allerdings deutlich geringer. Er liegt laut der Studie aus Japan nur bei 50 Prozent. Zu einem etwas höheren Ergebnis kam die Studie aus dem Jahr 2008. Da lag die Schutzwirkung immerhin auch bei 65 Prozent. Am wenigsten Schutz hat man mit einer einfachen Stoffmaske, wie sie gerade zum Anfang der Corona-Pandemie aus Mangel an Alternativen eingesetzt wurden. Doch laut der Studie aus Tokio haben auch sie noch 17 bis 27 Prozent Schutzleistung gegen die Corona-Erreger – und sind damit auch nicht völlig nutzlos.
Richtiges Tragen der Maske ist entscheidend für die Höhe der Schutzwirkung
Im Hinblick auf die Wirksamkeit spielt jedoch eine entscheidende Rolle, ob die Maske richtig getragen wird. Dafür sollte die Maske möglichst eng am Gesicht anliegen, sodass sie beim Luftholen an das Gesicht angesogen wird. Auch Bärte mindern laut Focus die Schutzleistung des Mund-Nasen-Schutzes, da sich ein Abstand zwischen Haut und Maske bildet, durch die ungefilterte Luft – und damit auch Krankheitserreger – ein- und ausströmen können. Ist die Viruslast um den Maskenträger herum sehr groß, könne das die Schutzwirkung ebenfalls beeinflussen.
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