Wegen Virusvarianten

Rückkehr der Maskenpflicht in Innenräumen: Jeder Dritte trägt wieder Mundschutz

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Kommt die Maskenpflicht in Innenräumen zurück? Neue Corona-Varianten könnten das erforderlich machen.
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Die Maskenpflicht in Innenräumen könnte während der Corona-Herbstwelle helfen. Offiziell eingeführt ist sie nicht, allerdings trägt jeder Dritte wieder Maske.

Berlin – Der Herbst steht vor der Tür und treibt die Menschen wieder vermehrt in die Innenräume. Während im Sommer gerne abends mit Freunden in der Außengastronomie das Feierabendbier getrunken wurde, erlauben dies die Temperaturen derzeit kaum noch. Mitunter herrscht in Restaurants und Bars dieser Tage wieder dichtes Gedränge.

Doch nicht nur in der Freizeit nehmen die Kontakte in Innenräumen wieder zu – generell verlagert sich das alltägliche Geschehen im Herbst wieder nach drinnen. Besonders im Corona-Herbst und bei einer fehlenden Maskenpflicht könnte sich das in den kommenden Monaten als tückisch erweisen. Denn: Auch in Deutschland breiten sich neue Omikron-Varianten aus, die das Infektionsgeschehen und die Herbstwelle ankurbeln könnten.

Maskenpflicht in Innenräumen: Neue Varianten und Corona-Lage in Deutschland könnten Situation verschärfen

Die Maskenpflicht in Innenräumen klingt fast wie ein Relikt vergangener Tage, doch könnte sie bald wieder Realität werden. Was in Bussen und Bahnen selbstverständlich ist, sollte auch künftig wieder in öffentlichen Innenräumen gelten. Das ist zumindest die Einschätzung von 55 Prozent der Befragten einer RTL/n-tv-Umfrage, die sich für eine erneute Maskenpflicht in Innenräumen wegen der Corona-Lage in Deutschland aussprechen.

Denn freiwillig würde eine deutliche Mehrheit auf das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in Innenräumen verzichten. Nur jeder Dritte gab laut Forsa-Umfrage an, beispielsweise im Supermarkt derzeit eine Maske zu tragen.

Aber wieso entfacht derzeit wieder eine Debatte um die Maskenpflicht in Innenräumen? Der Grund sind die steigenden Corona-Zahlen in Deutschland. Dieser Tage braucht es nicht viel, um sich mit dem Coronavirus zu infizieren. Wie die Tagesschau schreibt, würde es in Innenräumen selbst bei drei Metern Abstand oft keine fünf Minuten dauern, bis sich eine ungeimpfte Person bei einem Erkrankten anstecken würde – vorausgesetzt, beide Personen tragen keine Maske. Diese Angaben gehen auf eine Untersuchung der Max-Planck-Gesellschaft zurück, die im vergangenen Dezember verschiedene Szenarien der Infektion mit dem Coronavirus analysierte.

FFP2-Maske gegen Corona: Maskenpflicht für Innenräume könnte mögliche Corona-Welle im Winter ausbremsen

Das Mittel der Wahl, um sich effektiv im öffentlichen Raum gegen das Coronavirus zu schützen, ist seit Pandemiebeginn vor nahezu zwei Jahren ein Mund-Nasen-Schutz. Eine FFP2-Maske senkt das Infektionsrisiko dabei am stärksten. Wäre eine erneute Maskenpflicht in Innenräumen aufgrund der derzeit vorherrschenden Omikron-Varianten denn sinnvoll? Mutmaßlich schon, da laut Gholamhossein Bagheri, Studienautor am Max-Planck-Institut, die größte Viruslast bei Omikron in größeren Partikeln sitzen würde. Das Gleiche gilt auch für das Tragen von OP-Masken.

Dass Deutschland für den kommenden Corona-Winter eine erneute Maskenpflicht in Innenräumen einführt, fordern auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, die Krankenhausgesellschaft, die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und die Vereinigung der Amtsärzte. Ihre Sorge: Sollte es wegen der neuen Omikron-Varianten in Deutschland zu stark steigenden Infektionszahlen kommen, könnte das deutsche Gesundheitssystem vor einer Überlast stehen.

Kommt die Maskenpflicht zurück? Omikronvarianten XXB und BQ.1.1 verändern Corona-Lage

Doch nicht alle Experten halten derzeit eine Maskenpflicht in Innenräumen für sinnvoll – sie verweisen auf die teils hohe Impfquote in der Bevölkerung, die effektiv schützen würde. Die Situation sei nicht mit den ersten Pandemiejahren vergleichbar, sagte Andreas Gassen, Vorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, der Berliner Morgenpost vor einigen Tagen. Corona sei für die „überwältigende Zahl der Menschen in Deutschland keine bedrohliche Erkrankung mehr und zählt daher mehr zum allgemeinen Lebensrisiko“. Derweil tauchen aber auch neue Omikronvarianten auf, wie Omikron XXB und BA.4.6.

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Omikron BQ.1.1 mit Immunflucht: Maskenpflicht in Innenräumen könnte Riskio einer Ansteckung reduzieren

Während in Deutschland die Entscheidung über eine erneute Maskenpflicht in Innenräumen noch aussteht und Experten auf ebendiese drängen, könnte der Bundesrepublik ohne wirkliche Corona-Maßnahmen ein ungemütlicher Winter bevorstehen. Nachdem lange Zeit die Omikron-Variante BA.5 das Infektionsgeschehen bestimmt hat, könnten zeitnah neue Varianten die Vorherrschaft übernehmen.

Gefährliche Kandidaten sind unter anderem Omikron BQ.1.1 oder BA.4.6. Mitunter zeichnen sich die Corona-Subvarianten, wie BQ.1.1 oder BA.2.75.2, durch eine Immunflucht aus, die einen wirksamen Schutz durch eine Corona-Impfung reduzieren können.

Seit dem 1. Oktober 2022 gelten in Deutschland neue Corona-Regeln für den Herbst, die bundesweit eine FFP2-Maskenpflicht in Fernzügen, Fernbussen, Pflegeheimen sowie Kliniken und Arztpraxen vorschreiben. Für Innenräume ist eine Maskenpflicht derzeit nicht vorgeschrieben und liegt schlussendlich in der Entscheidung der Bundesländer. Auch in Supermärkten gibt es derzeit keine Maskenpflicht, Filialen können aber vor ihrem Hausrecht Gebrauch machen und das Tragen einer Maske vorschreiben.

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