Orientalische Metropole

Damaskus: Die Hauptstadt von Syrien

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Damaskus, Hauptstadt von Syrien

Die Bevölkerung der syrischen Hauptstadt Damaskus besteht aus etwa 2,5 Millionen Einwohnern. Die Hauptstadt ist Zentrum von Geschichte, Kultur und Politik Syriens.

Damaskus – Die Hauptstadt von Syrien beherbergt etwa 2,5 Millionen Einwohner. Die Stadt ist die wahrscheinlich am längsten durchgehend besiedelte Stadt der Erde.

Damaskus: Geographie und wichtige Daten

Die reale Einwohnerzahl dieser orientalischen Metropole anzugeben ist fast unmöglich. Durch fehlende Erhebungen und den andauernden Bürgerkrieg und die damit verbundene Landflucht ist es sehr schwer zu bestimmen wie viele Menschen sich in der syrischen Hauptstadt aufhalten. Die meisten Schätzungen gehen jedoch von einer Bevölkerung von etwa 2,5 Millionen aus. Das Stadtgebiet ist mit 77km² nur so groß wie die Ruhrgebietsmetropole Oberhausen, womit man sicher sagen kann, dass die Stadt einer der am dichtesten besiedelten Städte der Welt ist.

Damaskus liegt nur 15 Kilometer von der libanesischen Grenze und rund 100 Kilometer von der jordanischen Grenze entfernt. Der Standort wurde vor langer Zeit so gewählt, da die Oase Ghuta sich seit jeher in dieser Region erstreckt und ein Leben in der frühen Geschichte erst möglich machte. Östlich von Damaskus erstreckt sich die syrische Wüste.

Das Klima in Damaskus ähnelt von der Abfolge der Jahreszeiten europäischen Klimazonen. Lange, trockene Sommer mit Durchschnittstemperaturen von etwa 25 Grad Celsius, wechseln sich ab mit milden Wintern, in denen es auch Schneefall geben kann. Es gibt kurze Frühlings- und Herbstperioden. Von Juni bis September regnet es so gut wie nie.

Die Lage der Politik in Damaskus und Syrien allgemein ist angespannt. Damaskus selbst ist ein eigener Verwaltungsbezirk und wird von einem Gouverneur regiert.

Damaskus: Ägyptischer Stadtstaat und Biblische Überlieferungen

Durch die Lage in der Oase Ghuta, war die Stadt zu jeder Zeit der bekannten Geschichte besiedelt. Spuren führen zurück bis in die Steinzeit. Grob kann man diese in die Zeit 6000 vor Christus verorten. Beweise für eine Besiedlung finden sich in ägyptischen Briefen aus dem Jahr 1350 vor Christus. Dort wird erwähnt, dass Pharao Thutmosis II. die Stadt um 1450 vor Christus einnehmen konnte. Von wem man die Stadt erobern konnte, ist nicht abschließend geklärt, jedoch muss die Besiedlung schon deutlich vorher begonnen haben. Damaskus hatte als Stadtstaat im ägyptischen Reich Bestand und wurde von den Aramäern im 13. Jahrhundert vor Christus eingenommen.

Sogar in der Bibel findet Damaskus mehrfach Erwähnung. Die Geschehnisse in der Bibel finden zum großen Teil im heutigen Gebiet des Nahen Ostens statt. In den Erzählungen der Bibel gibt es mehrfach Zeitpunkte, in denen entweder einzelne Personen nach Damaskus gehen, Damaskus erobert wird oder man die Herrscher von Damaskus um Hilfe bittet. Mehrere Propheten, Briefe und Bücher der Bibel erwähnen die Stadt in unterschiedlichen Kontexten. Einige dieser Erzählungen konnten historisch belegt werden, andere wiederum nicht.

Viele der großen Weltreiche konnten Damaskus, durch seine exponierte Lage am Nadelöhr zwischen Afrika, der Arabischen Halbinsel und Asien im Laufe der Geschichte einnehmen. Die lange Geschichte der Stadt ist begleitet von Kriegen um die Vorherrschaft in der Region. Unter ihnen waren unter anderen die Perser, die Makedonier, die Griechen, die Seleukiden und natürlich auch die Römer. Erst im Jahr 635 nach Christus verloren die Römer nach langer, umkämpfter Regentschaft im Zuge der arabischen Expansion die Kontrolle über Damaskus an die Araber. Die Politik der Stadt sollte sich für die religiös divers aufgestellte Bevölkerung grundlegend ändern. Verschiedene islamisch geprägte, arabische Reiche, unter ihnen die bekannten Umayyaden und Abbasiden und schließlich die Mamluken beherrschten die Stadt. Letztere regierten von 1250 bis ins Jahr 1516, als Damaskus an das Osmanische Reich fiel.

Damaskus: Moderne Geschichte

Die lange Herrschaft der Osmanen in Damaskus bot der lokalen Politik und Wirtschaft viele Vorteile. Die Stadt galt damals als geeigneter Ausgangspunkt für die religiösen Pilgerfahrten ins saudi-arabische Mekka. Dies hatte zur Folge, dass man den Ausbau der Stadt förderte. Im Jahr 1860 kam es zu einem religiös motivierten Bürgerkrieg in Syrien, der in seinen Auswirkungen bis in die Hauptstadt spürbar war. Die lokalen osmanischen Herrscher schritten nicht ein, was den Tod von mehreren Tausend Mitgliedern der christlichen Bevölkerung von Damaskus zur Folge hatte.

Es reagierten sowohl Europa als auch die Machthaber des Osmanischen Reiches selbst. Der Staatsmann Mehmed Fuad Pascha und französische Truppen wurden nach Damaskus entsandt. Pascha konnte die Kontrolle über die Stadt erlangen, verurteilte die Schuldigen an dem Massaker zum Tode und ließ die Familien der Opfer entschädigen. Bei der Ankunft der französischen Truppen war der Friede bereits wieder hergestellt. Im Anschluss setzte Pascha tiefgreifende Reformen und Modernisierungen in der Stadt um.

Der Niedergang des Osmanischen Reiches im Zuge der Geschichte des Ersten Weltkrieges setzte eine Phase der Machtkämpfe in Damaskus in Gang. Unterstützt von den Siegermächten des Krieges, hatte Frankreich ab 1920 die Macht in Damaskus inne. Mehr oder weniger souverän konnte Frankreich die Vormachtstellung bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges behaupten, bevor man Syrien im Jahr 1946 in die Unabhängigkeit mit Damaskus als Hauptstadt entließ.

Damaskus: Politik

Die Politik der Stadt wird vom Gouverneur, der vom Präsidenten eingesetzt wird, geleitet. Die legislativen Aufgaben auf kommunaler Ebene übernimmt der Volksrat. Der Staatspräsident Syriens wird von der Bevölkerung für 7 Jahre gewählt und hat vergleichsweise weitreichende Befugnisse. In der Praxis ist das syrische System als diktatorisch zu betrachten.

In den politischen Indizes, die einzelne Staaten auf ihren politischen Status hin untersuchen, schneidet Syrien stets sehr schlecht ab. Demnach ist das Land auf dem drittletzten Platz in der Welt, was die politische Stabilität betritt, auf dem fünftletzten Platz im Demokratieindex, auf dem letzten Platz im ‚Freedom in the World Index‘ und im drittletzten Platz im Korruptionswahrnehmungsindex.

Seit 2011 tobt in Syrien ein, auch durch die Geschichte des Landes bedingter, Bürgerkrieg. In dessen Folge sind mehr als eine halbe Million Syrer gestorben und etwa 12 Millionen geflüchtet. Das Land ist flächenmäßig geteilt und die Terrorgruppierung Islamischer Staat kontrolliert eine Hälfte des Staatsgebietes.

Damaskus: Wirtschaft

Die Politik scheint gegen den Bürgerkrieg machtlos zu sein, weshalb das wirtschaftliche Wachstum Syriens stark eingeschränkt ist. Dennoch ist Damaskus einer der Hauptumschlagplätze für Feigen, Mandeln und andere Früchte. Die bedeutendsten Industriezweige der Region sind Textil-, Leder-, Lebensmittel- und Druckindustrie.

Durch Privatisierung, Abbau von Monopolen, Deregulierung des Finanzsektors und den Abbau von Bürokratie will man in den nächsten Jahren eine wirtschaftliche Kehrtwende in der Geschichte des Staates erzeugen. Die Bevölkerung leidet nicht nur unter dem Bürgerkrieg, sondern auch an der schlechten Infrastruktur der Stadt, woraus sich vor allem Probleme im Bereich Gesundheitswesen und Wohnungsbedarf ergeben.

Damaskus: Traditionelle Küche

Den größten Einfluss auf die Küche von Syrien hatten sicherlich die Araber, da diese Küche auch heute noch der regionalen Verfügbarkeit der Lebensmittel am ehesten entspricht. Doch auch die Osmanen hatten einen Einfluss auf die Küche der Bevölkerung, weshalb ein größerer mediterraner Einschlag in der syrischen Küche zu beobachten ist. Die Entstehung der syrischen Küche ist also auf Geschichte und Politik zurückzuführen. Syrische Küche wird überall auf der Welt geschätzt. Die beliebtesten Speisen sind:

  • Ta’miyya: Ein einfaches Frühstück, in dem Kichererbsenbällchen in einem Fladenbrot serviert werden.
  • Kibbeh: Knödel aus Bulgur, Hackfleisch und Zwiebeln, die oft mit Zwiebeln und Joghurt angeboten werden. Wird gewöhnlich mittags gegessen.
  • Mashawi: Überbegriff für eine besondere Zubereitung von verschiedenem Fleisch. Dieses wird gegrillt und mit Zwiebeln, Petersilie und gegrillten Tomaten serviert.
  • Mezze: Nicht wegzudenken in der syrischen Küche sind die Vorspeisen wie Fattusch (Brotsalat mit Fladenbrot, Minze und Granatapfel), Hummus (Mus aus Kichererbsen und Tahin) und Tabbouleh (Bulgursalat mit viel Petersilie)

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