Was gehört in die Schultüte?

„Das wird ihnen das Leben sehr erschweren“: Eltern eskalieren bei der Einschulung

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Eine Pädagogin weiß, was Eltern bei der Einschulung häufig falsch machen – und welche Geschenke Kindern einen „Selbstbewusstseins-Boost“ geben.

Eine mit Zitronen bemalte Brotdose, ein Mäppchen aus Naturleder und massenweise Süßigkeiten: Eltern, Großeltern, Patentanten und Patenonkels sind momentan im Kaufrausch – denn es ist Einschulung.

In fünf von 16 Bundesländern waren die Einschulungen bereits, in elf stehen sie noch an. Was nicht fehlen darf: die Schultüte. „Interessiert euch, womit wir sie befüllen?“, schreibt eine Mutter am 15. August in ihrer Instagram-Story. 96 Prozent ihrer Follower stimmen mit „Ja, bitte“ ab. Wer in den vergangenen Jahren zu einer Einschulungs-Feier eingeladen war, weiß: Die Beschenkung ufert inzwischen gerne mal aus. 

Wie wichtig ist der Inhalt der Schultüte? Die ehemalige Grundschullehrerin für Deutsch und Englisch, Constanze Trabant, weiß: Sobald die Freude über die Geschenke, die Freude, bereit für die Einschulung zu sein, übersteigt, hat es die Familie des Kindes übertrieben.

„Wichtig ist, dass das besondere Ereignis – also die Einschulung – im Vordergrund steht und nicht die Geschenke“, sagt eine Expertin.

Geschenke zur Einschulung: „Geht nicht nur um die Qualität des Spielens“

„Wichtig ist, dass das besondere Ereignis – also die Einschulung – im Vordergrund steht und nicht die Geschenke“, sagt Trabant BuzzFeed News Deutschland von IPPEN.MEDIA. Sie ist heute als Lernexpertin bei der Online-Plattform Sofatutor tätig und findet: Es sollten daher keine zu großen Geschenke und nicht zu viele Geschenke sein. „Mehrere Studien belegen, dass Kinder sich mit weniger Spielzeug viel kreativer und länger beschäftigen“, sagt sie.

„Es geht aber nicht nur um die Qualität des Spielens: Wenn Kindern jeder Wunsch von den Augen abgelesen wird, verstehen sie nicht, dass man auch mal verzichten muss. Sie lernen keine Frustrationstoleranz und das wird ihnen das Leben sehr erschweren“, erklärt die Pädagogin.

Zu viele Geschenke bei der Einschulung sind keine gute Idee.

Pädagogin erklärt, was bei Geschenken zur Einschulung wichtig ist

Worauf müssen Eltern, Familie und Bekannte bei Geschenken zur Einschulung und beim Befüllen von Schultüten achten? Sie könnten zum Beispiel das Kind fragen, was es verschenken würde, statt zu fragen, was es sich wünscht.

„Kinder können sich oft besser in Gleichaltrige hineinversetzen und das gemeinsame Überlegen stärkt auch noch ihre sozialen Fähigkeiten“, sagt die ehemalige Grundschullehrerin BuzzFeed News Deutschland. Eine gute Geschenkidee für die Schultüte seien „Schulutensilien, die Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt machen“ und „kleine Naschereien“.

Dies ist ein Artikel von BuzzFeed News Deutschland. Wir sind ein Teil des IPPEN.MEDIA-Netzwerkes. Hier gibt es alle Beiträge von BuzzFeed News Deutschland.

Wie Eltern Kindern mit Geschenken bei der Einschulung einen „Selbstbewusstseins-Boost“ geben

„Bei den anderen Geschenken sollte man sich an den Hobbys der Kinder orientieren, die heute oft ohnehin zu wenig gefördert werden. Das gibt Kindern häufig einen Selbstbewusstseins-Boost, weil sie merken, dass ihre Interessen gesehen und geschätzt werden“, sagt die Pädagogin. Sie persönlich finde auch sogenannte „Sorgenfresser“ eine gute Idee. „Die können in der ersten Zeit nämlich als Unterstützer mit in die Schultasche schlüpfen.“
 
Und man sollte sich unbedingt fragen, wie viel das Kind schon besitzt? „Kaufe ich nur etwas, um nicht mit leeren Händen dazustehen? Ist das der Fall, sollte man lieber gemeinsame Zeit verschenken. Darüber freuen Kinder sich oft mehr, als über materielle Dinge.“ 

Rubriklistenbild: © xKzenonx

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