Santorini-Erde bebt

„Der Albtraum kehrt zurück“: Starkes Beben auf griechischer Insel befürchtet – es weckt böse Erinnerungen

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Eine Erdbeben-Serie erschüttert die Insel Santorin. Erinnerungen an den „Albtraum im Jahr 1956“ werden wach.
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Die Erde auf der Insel Santorin bebt weiterhin stark. Behörden rüsten sich für das Schlimmste. Ein Ereignis von vor fast 70 Jahren rückt wieder in den Fokus.

Athen – „Der Albtraum von 1956 kehrt zurück“, titelte die griechische Zeitung Ta Nea. Damals erschütterten zwei Erdbeben der Stärke 7,7 und 7,2 die griechische Insel. Ein 20 Meter hoher Tsunami folgte. Dutzende Menschen starben. Jetzt schreckt eine aktuelle Erdbeben-Serie die Menschen in der Region auf. Ein Hauptbeben steht nach Ansicht von Experten noch aus.

Erdbeben auf Santorini: „Leute sollten nicht in Panik geraten“

„Die Leute sollten nicht in Panik geraten, wir werden kein Erdbeben wie 1956 erleben“, versicherte Efthymios Lekkas, Präsident der Organisation für erdbebensichere Planung und Absicherung (OASP), im Gespräch mit Mega, wie das Portal prothema.gr berichtet. „Es kann ein stärkeres Erdbeben geben, aber auf keinen Fall mehr als 6 auf der Richterskala“, fügte Lekkas hinzu. Dennoch sind viele Bewohner verunsichert, und Tausende verlassen die Insel.

550 Erdbeben, flüchtende Urlauber und Angst vor dem Hauptbeben – dramatische Bilder aus Santorini

Blick auf Santorin am Dienstag (4. Februar 2025).
Kurz vor fünf Uhr Ortszeit wurden die Menschen auf Santorini am Dienstag (4. Februar 2025) von einem Erdbeben der Stärke 4,9 geweckt. Das Zentrum lag rund 30 Kilometer im Ägäischen Meer, teilte das Geodynamische Beobachtungsinstitut in Athen mit.  © ARIS MESSINIS/afp
Erdbeben auf Urlaubsinsel Santorin: Menschen flüchten aus Sorge vor einem schweren Erdbeben, berichten Medien. Fähre und Flugzeuge sind ausgebucht.
Die griechische Urlaubsinsel Santorini wurde seit Anfang Februar von über 200 Erdbeben heimgesucht: Menschen flüchten aus Sorge vor einem schweren Hauptbeben, berichten Medien. Fähren und Flugzeuge sind ausgebucht.  © Petros Giannakouris/dpa
Am Hafen von Santorin warten Menschen mit ihren Autos um an Bord einer Fähre nach Athen zu gelangen.
Tickets für die Fähren nach Athen sind fast ausgebucht, berichten griechische Medien. Am Hafen von Santorin bilden sich am Montag (3. Februar) Warteschlangen.  © Petros Giannakouris/dpa
Erdbeben auf Santorin zwingt Einwohner zur Flucht: Menschen warten am Hafen, um mit einer Fähre die griechische Insel zu verlassen.
Das Erdbeben auf Santorin zwingt Anwohner zur Flucht: Menschen warten am Hafen, um mit einer Fähre die griechische Insel zu verlassen.  © Petros Giannakouris
Warteschlange vor den Reisebüros: Viele Menschen versuchen am Montag (3. Februar 2025) ein Ticket für die Fähre nach Athen zu ergattern.
Warteschlange vor den Reisebüros: Viele Menschen versuchen am Montag (3. Februar 2025) ein Ticket für die Fähre nach Athen zu ergattern.  © Petros Giannakouris
Aus Angst vor einem starken Erdbeben verließen bis Dienstagmorgen (4. Februar) rund 6000 Menschen die Insel im Ägäischen Meer. Davon waren 4640 an Bord von vier Fähren Richtung Festland.
Aus Angst vor einem starken Erdbeben verließen bis Dienstagmorgen (4. Februar) rund 6000 Menschen die Insel im Ägäischen Meer. Davon waren 4640 an Bord von vier Fähren Richtung Festland.  © IMAGO/One Inch Productions
Flucht von der Insel Richtung Festland: Stoßstange an Stoßstange warten Autos, um an Bord einer Fähre zu gelangen.
Flucht von der Insel Richtung Festland: Stoßstange an Stoßstange warten Autos, um an Bord einer Fähre zu gelangen.  © IMAGO/One Inch Productions
Fira
Idylle in Angst: Auf Santorini fürchten die Menschen eine Naturkatastrophe.  © picture alliance / Angelos Tzortzinis/dpa
Ein Erdbeben der Stärke 4,9 wurde am 3. Februar 2025 vor Amorgos registriert.
Ein Erdbeben der Stärke 4,9 wurde am 3. Februar 2025 vor Amorgos registriert. Das Epizentrum liegt in einer Tiefe von 10,5 Kilometern, teilt das Institute of Geodynamics Athen mit.  © Screenshot Institute of Geodynamics Athen
Erdbeben-Karte aus Griechenland zeigt Beben in den vergangenen 24 Stunden.
200 Erdbeben wurden seit Sonntag (2. Februar 2025) in der Region verzeichnet, teilte das Institut für Geodynamik des Nationalobservatoriums von Athen mit.  © Screenshot Institute of Geodynamics Athen
Staubwolken wirbeln an den felsigen Klippen auf. Stein- und Geröllmassen stürzen am Montag (3. Februar) ins Meer.
Staubwolken wirbeln an den felsigen Klippen auf. Stein- und Geröllmassen stürzen am Montag (3. Februar) ins Meer.  © ARIS MESSINIS/afp
Die Erde bebt auf Santorin und bringt Geröllmassen ins Rutschen. Behörden fordern die Bevölkerung auf, sichere Routen zu wählen.
Die Erde bebt auf Santorini und bringt Geröllmassen ins Rutschen. Behörden fordern die Bevölkerung auf, sichere Routen zu wählen.  © ARIS MESSINIS/afp
Das Notfall-Protokoll läuft an: In Zelten auf einem Basketballplatz sollen Rettungskräfte der Feuerwehr untergebracht werden.
Das Notfall-Protokoll läuft an: In Zelten auf einem Basketballplatz sollen Rettungskräfte der Feuerwehr untergebracht werden.  © Petros Giannakouris/dpa
Trauminsel Santorin in Alarmbereitschaft: Seit dem 24. Januar 2025 erschüttern Erdbeben die Region.
Trauminsel Santorin in Alarmbereitschaft: Seit dem 24. Januar 2025 erschüttern Erdbeben die Region.  © ARIS OIKONOMOU/afp
Erdbeben und Vulkanausbruch im Ägäischen Meer am 11.07.1956.
Rückblick mit Schrecken: Zwei Bewohner gehen über Trümmer von Wohnhäusern durch eine kleine, völlig verwüstete Ortschaft auf der Insel Santorini am 12.07.1956. Ein heftiges Erdbeben erschütterte weite Gebiete des Ägäischen Meeres. © dpa
Blick auf Santorin
Santorin gehört zur Inselgruppe der Kykladen in der Ägäis im östlichen Mittelmeer. Auf der Insel leben dauerhaft 15.500 Menschen.  © IMAGO
Santorini Blick aufs Meer
Rund um Santorini befinden sich neben einem spektakulären Krater des Vulkans der Insel auch andere Vulkane unter der Meeresoberfläche sowie jene tektonischen Platten, die durch ihre Bewegungen starke Erdbeben verursachen können.  © IMAGO/One Inch Productions
Santorin: Touristen schützen sich mit einem Regenschirm vor der Sonne in den Gassen
Die griechische Insel ist bei Urlaubern beliebt. Allein im Jahr 2023 kamen 3,4 Millionen Touristen nach Santorin.  © IMAGO/Michael Bihlmayer

Erdbeben auf Trauminsel weckt böse Erinnerungen an 1956

Santorin (oder auch Santorini) ist ein Traumziel für Griechenland-Urlauber. Azurblaues Wasser, dramatische Klippen und weißgetünchte Häuser locken jährlich mehr als drei Millionen Touristen auf die Insel. Die Landschaft ist spektakulär. Nordöstlich von Santorin befindet sich zudem ein aktiver Vulkan unter der Meeresoberfläche. Der letzte bemerkenswerte Vulkanausbruch ereignete sich 1950, heißt es bei kathimerini.com. Der Vulkan wird von einem Experten als Ursache der Erdbeben ausgeschlossen – zumindest derzeit.  

Seismische Verwerfung laut Experten für Erdbeben verantwortlich

Die Erdbeben sind tektonischen Ursprungs und stehen im Zusammenhang mit seismischen Verwerfungen, sagte Seismologe Gerasimos Papadopoulos im staatlichen Sender ERT. Die seismische Aktivität konzentriere sich auf eine etwa 30 Kilometer lange Zone. „Sie beginnt im Nordosten von Santorin, im Meeresgebiet und setzt sich Richtung Amorgos fort.“ Diese Zone liegt etwa 30 bis 40 Kilometer von den Inseln Amorgos, Santorin, Anafi und Astypalea entfernt. 

Die Verwerfung von 1956 erstreckte sich über 100 bis 120 Kilometer. Papadopoulos betonte, dass es keine Anzeichen dafür gebe, dass die gesamte Störung aktiviert werde. Jedoch bestehe seiner Meinung nach ein erhebliches seismisches Potenzial für die Aktivierung eines großen Teils der Verwerfung. Ein Erdbeben der Stärke 6 sei im Bereich des Möglichen.

Seit Ende Januar werden Erdbeben auf Santorin registriert. In den vergangenen drei Tagen wurden etwa 550 Erdbeben mit einer Stärke von über 3 auf der Richterskala und einem Maximum von 4,9 verzeichnet. Am Dienstagmorgen (4. Februar) ereigneten sich erneut auffällige Beben, darunter eines der Stärke 4,8. Wie sich die Situation weiterentwickelt, bleibt abzuwarten. OASP-Präsident Lekkas geht davon aus, dass die intensiven seismischen Aktivitäten in der Region noch mehrere Tage, wenn nicht sogar Wochen anhalten könnten.

Erdbeben präzise vorherzusagen, wie es beim Wetter möglich ist, bleibt nach aktuellem wissenschaftlichen Stand unmöglich. Auch Kalifornien ist in Alarmbereitschaft, da die San-Andreas-Verwerfung auf Erdbeben schon im Jahr 2024 hindeutet.(ml)

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