VonMartina Lipplschließen
Innerhalb weniger Minuten war die Pistenrettung am Sonntag auf dem Tiefenbachferner im Einsatz. Die Polizei spricht von „Fahrerflucht“.
Sölden – Das Wetter am Wochenende in Österreich war eigentlich zum Skifahren perfekt. Für Urlauber aus Deutschland endete der Sonntag (10. November) alles andere als erwartet. Eine Abfahrt auf einer blauen Piste auf dem Tiefenbachferner in Sölden (Tirol) wurde beiden zum Verhängnis. Es gibt erschreckende Parallelen.
„Fahrerflucht“ auf Österreich-Piste – Deutscher bricht auf Bergstation in Sölden bewusstlos zusammen
Ein Deutscher (63) wurde laut der österreichischen Polizei von einem dunkel gekleideten Skifahrer auf der blauen Piste Nr. 38 von hinten gerammt und zu Boden gestoßen. Der Skifahrer verletzte sich dabei an der Hand und Schulter. Der zweite Beteiligte machte sich nach der Kollision gegen 14.30 Uhr aus dem Staub, beging „Fahrerflucht“.
Obwohl sich der 63-Jährige verletzt hatte, fuhr er weiter Richtung Talstation Tiefenbachbahn und wieder mit der Seiterkar-Sesselbahn zur Bergstation. Beim Aussteigen brach der Mann plötzlich zusammen und verlor das Bewusstsein. Augenzeugen leisteten Erste Hilfe und setzten einen Notruf ab. Mit Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma wurde der Skifahrer von der Pistenrettung Sölden erstversorgt. Mit dem Rettungshubschrauber NAH „Martin 8“ musste er in das Krankenhaus Zams geflogen werden.
Unbekannter Skifahrer lässt Österreich-Urlauberin nach Unfall einfach liegen
Wenige Minuten zuvor gegen 14.10 Uhr war eine Skifahrerin auf der blauen Piste Nr. 38 im Bereich der Kreuzung mit der Piste Nr. 39 mit einem unbekannten Skifahrer zusammengekracht. Beim Sturz zog sich die Frau (57) eine Fraktur im Schambeinbereich zu. Sie wurde von der Pistenrettung versorgt und anschließend in eine Privatklinik nach Imst gebracht. Auch hier kümmerte sich der Unfallbeteiligte nicht um die Verletzte und flüchtete. „Der Zweitbeteiligte sah sich angeblich um, blieb jedoch nicht stehen und fuhr weiter“, so die Polizei.
Kollision auf der blauen Piste: Drei schwere Skiunfälle in Sölden
Auf der blauen Piste Nr. 38 waren gegen 14 Uhr ein Niederländer (57) und ein 22-jähriger Belgier zusammengestoßen. Dabei blieb der 57-Jährige bewusstlos auf der Piste liegen, so die Polizei. Nach einer Erstversorgung durch die Pistenrettung wurde der Skifahrer mit Verdacht auf ein Schädel-Hirn-Trauma ins Krankenhaus Zams geflogen. Der 22-Jährige habe sich keine Verletzungen zu gezogen.
Laut der Webseite soelden.com handelt es sich bei der Piste Nr. 38 um eine „extrem breite Piste“. Das „gleichmäßige Gefälle ohne markante Übergänge verspricht demnach ein entspanntes Pistenvergnügen“ und sei auch perfekt für Anfänger geeignet.
In Sölden gibt derweil Zoff um ein „Prunkstück“ – den Neubau der Freizeitarena. Die Bauarbeiten sollten eigentlich in den nächsten Jahren beginnen. Beim Après-Ski zieht das österreichische Skigebiet diese Wintersaison jedoch die Zügel an. Strikte Maßnahmen gegen ausufernde Partyexzesse sind geplant. (ml)
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