Pläne wackeln

Streit um „Prunkstück“ von Sölden: Riesen-Zoff in Österreichs Tourismus-Hotspot

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Was mit der Freizeitarena in Sölden geschieht, bleibt weiterhin unklar. Die Gemeinde hinterfragt die Neubauvorhaben und befürwortet eine Instandsetzung.

Sölden – Die Freizeitarena in Sölden sorgt derzeit für Diskussionen: Eigentlich war ein Neubau der Freizeitarena vorgesehen. Die Bauarbeiten sollten zwischen 2025 und 2027 unter Leitung von Ötztal Tourismus stattfinden.

Doch dann entfachte vor Kurzem ein Streit darüber, ob ein Neubau wirklich notwendig sei. Anlass dafür war ein kritischer Artikel in der Gemeindezeitung, der die Baupläne infrage stellte.

Österreich: Kritik an Neubauplänen für Söldens „Prunkstück“

Die Freizeitarena in Sölden galt lange als „Prunkstück“ der Gemeinde und bietet ein umfangreiches Angebot: unter anderem ein Hallenbad, eine Sauna, eine Tennishalle sowie ein Indoor-Fußballplatz. Doch das Gebäude ist mittlerweile veraltet und renovierungsbedürftig. Aufgrund künftiger Straßenplanungen entschied sich der Ötztal Tourismus in Absprache mit der Gemeinde gegen eine Sanierung und für einen Neubau der Arena.

Sölden ist ein beliebtes Wintersportgebiet und zieht jährlich tausende Touristen an.

In der Gemeindezeitung NederBlick erschien jedoch kürzlich ein Artikel, der diese Pläne überraschend kritisierte. Die anonymen Autoren des Artikels hinterfragten, ob eine Sanierung des Gebäudes ausreichend geprüft worden sei, und äußerten Bedenken: „Würden wir die viel von Einheimischen genutzten Räumlichkeiten wie die Tennishalle, den Veranstaltungssaal für den Theaterverein und anderen Vereinen, den Indoor-Fußballplatz, die Kegelbahn wirklich verlieren?“ Auch die geplante Verkleinerung des Hallenbads wurde bemängelt, da es besonders für in Sölden lebende Familien wichtig sei.

Entscheidung über Freizeitarena in Sölden rückt näher: Spannungen zwischen Tourismusleitung und Gemeindepolitik

Nach Veröffentlichung des Artikels zeigte sich Dominik Linser, Gemeindevorstand und Destinationsleiter von Ötztal Tourismus, frustriert. Im Gespräch mit der Tiroler Tageszeitung erklärte er, dass er sogar überlegte „alles hinzuschmeißen“. Durch den Bericht sei der Eindruck entstanden, die Gemeinde würde den Neubau ablehnen. „Meine Glaubwürdigkeit wurde infrage gestellt und seit dem Artikel wechselte ein Grundbesitzer kein Wort mehr mit mir“, so Linser. Er hält trotz der Kontroversen am Neubau fest und verweist auf den Zeitdruck: „Wir haben Zeitdruck, denn die Freizeit Arena ist nur noch bis April 2026 zu halten.“ Eine endgültige Entscheidung über die Zukunft der Arena soll am Mittwoch (13. November) getroffen werden.

Währenddessen sprach sich der Vizebürgermeister Maximilian Riml offen für eine Sanierung am bisherigen Standort aus und betonte, dass zahlreiche lokale Betriebe seit Jahrzehnten eng mit der Freizeitarena kooperieren. Eine nachhaltige Sanierung der Arena könne laut Riml ebenfalls ein erfolgreiches Konzept sein. Es gab Vermutungen, dass Riml den kritischen Artikel angestoßen haben könnte, was jedoch bislang unbestätigt ist.

Sölden hat als beliebtes Skigebiet auch immer wieder Probleme mit ausufernden Partys. Nun strebt die Gemeinde ein geregelteres Nachtleben in der Wintersaison an. (jus)

Rubriklistenbild: © dpa

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