Zu viele Autos

Besucher-Ansturm verstopft Dolomiten-Pässe – Gastwirten reicht es

+
Die Hotelverbände zweier Dolomiten-Täler wollen weniger Verkehr auf den Pässen. Geht es nach ihnen, soll es bald eine Maut geben.
  • schließen

Autos von Touristen bringen die Dolomiten-Pässe inzwischen an ihr Limit. Dem Hotel- und Gastgewerbe wird es zu viel. Sie fordern eine Maut – und mehr.

Gröden – Seit dem 25. April müssen Venedig-Touristen fünf Euro Eintritt für die Lagunenstadt zahlen. Dieses Modell sollte Schule machen, findet Reinhold Messner. Der berühmte Bergsteiger sprach sich dafür aus, auch für diverse Regionen in Südtirol künftig Tickets zu verkaufen. In eine ähnliche Kerbe schlägt der Vorschlag der Hotel- und Gastwirteverbände zweier Täler in den Dolomiten. Sie wollen unter anderem, dass die Zahl der PKWs, die pro Tag die Passstraße befahren dürfen, limitiert wird.

Touri-Ansturm in Südtirol: Verbände wollen gemeinsam gegen Massentourismus in den Dolomiten vorgehen

Erstmals haben sich der HGV Gröden und der HGV Gadertal gemeinsam dafür ausgesprochen, eine Obergrenze für Fahrzeuge auf den Pässen einzuführen, berichtet Südtirol News. Nils Demetz, HGV-Gebietsobmann, betonte in einer Pressemitteilung: „Um den zuständigen Stellen in Rom ein klares Signal zu senden, dass es endlich die gesetzlichen Rahmenbedingungen für ein Verkehrsmanagement über die Pässe benötigt, ist es wichtig, dass sich beide Talschaften für dieselbe Lösung einsetzen“.

Die Gastwirte fordern eine strikte Kontingentierung der Pässe und die Einführung einer Umweltabgabe, ähnlich einer Mautgebühr. Zudem sollen „organisierten Auto- oder Motorradveranstaltungen über die Dolomitenpässe“ nicht mehr genehmigt werden. Die Pressemitteilung betont, dass es darum gehe, „sowohl die sensible Natur als auch den Lebensraum der lokalen Bevölkerung zu schützen“.

Landesrat begrüßt Forderung der Wirte – „Stärkt uns den Rücken“

Daniel Alfreider, Landesrat der Südtiroler Volkspartei (SVP), begrüßte die Initiative der beiden Verbände. Er hob hervor, dass es sehr zu begrüßen sei, dass die Hotel- und Gastwirteverbände beider Täler gemeinsam agieren. „Dies stärkt uns den Rücken, wenn wir in Rom gemeinsam mit unseren Parlamentariern über die nötigen gesetzlichen Voraussetzungen (…) verhandeln“, betonte Alfreider.

Die zunehmende Belastung durch Massentourismus ist ein weltweites Phänomen, das auch vor den Dolomiten nicht Halt macht. Berichte über Orte, die sich gezwungen sehen, Besucherströme durch Verbote und Zugangsbeschränkungen zu regulieren, nehmen zu. So gibt es in einem italienischen Urlaubsort etwa „rote Zonen“, in denen man nicht stehen bleiben darf – ansonsten droht ein Bußgeld von mehreren hundert Euro. Und in Tokio wurde fast das gesamte Geisha-Viertel für Touristen gesperrt. Lediglich eine Straße bleibt für Besucher zugänglich. (sp)

Kommentare