VonAnika Zuschkeschließen
Auch der Sommer 2022 ist von Corona in Deutschland geprägt. Es befinden sich doppelt so viele Patienten auf Intensivstationen – kranke Mitarbeiter fallen aus.
Berlin – Die Corona-Sommerwelle rollt über Deutschland hinweg – auch die Neuinfektionen nehmen aktuell wieder zu. Am Freitag, 8. Juli 2022, lag die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland bei 700,3 – am Vortag sind es noch 699,5 gewesen. Aufgrund der hochansteckenden Corona-Variante Omikron BA.5 scheint es derzeit so, als würde der erhoffte (und aus den Sommermonaten in 2020 und 2021 bekannte) Sommereffekt sinkender Inzidenzen ausbleiben.
Dazu kommt erschwerend, dass wegen einer hohen Zahl kranker Mitarbeiter derzeit auch in den Krankenhäusern Personalmangel herrscht – und das bei doppelt so vielen Covid-Patienten auf den Intensivstationen wie letztes Jahr.
Corona in Deutschland: Doppelt so viele Covid-Patienten auf Intensivstationen – Personalmangel belastet Krankenhäuser
Corona in Deutschland belastet die Krankenhäuser. Denn mit 1.072 Corona-Kranken ist die Zahl der Covid-Infizierten auf Intensivstationen laut dem Präsidenten der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Gernot Marx, momentan doppelt so hoch wie zur gleichen Zeit im Jahr 2021.
Parallel dazu befinden sich mehr als die Hälfte der deutschen Intensivstationen im teilweise eingeschränkten oder eingeschränkten Betrieb. Eine so hohe Zahl habe Marx laut Zeit.de bislang nur zu kälteren Jahreszeiten oder bei höherer Covid-Belastung gesehen. „Vor allem die hohe Zahl erkrankter Mitarbeiter macht uns deshalb gerade im Gesundheitssystem zu schaffen – zudem einige auch endlich noch ihren verdienten Urlaub antreten, um mit neuer Kraft in die Wintermonate zu starten“, äußerte der Präsident sich gegenüber den Zahlen und schweren Verläufen bei Corona in Deutschland.
Corona in Deutschland: Krankenhäuser wegen Personalmangel unter Druck – mehr Patienten auf Intensivstationen
Aufgrund des Personalmangels stünden den Krankenhäusern fast 2.000 Intensivbetten weniger zur Verfügung als noch vor einem Jahr. Das wirkt sich bei der Corona-Lage in Deutschland natürlich auch auf den Betrieb in den Kliniken aus. Der Druck steigt. Obwohl laut Marx die Versorgung der lebensbedrohlich erkrankten Patienten und Notfallpatienten überall gesichert sei, merkte er bei Zeit.de an: „Aber in den Krankenhäusern werden schon wieder zahlreiche Operationen verschoben und Personal muss umgesetzt werden.“
Auch der Klinikverbund der ostfriesischen Krankenhäuser in Aurich, Norden und Emden schränkt den Betrieb wegen Personalengpässen ein, einige nicht lebensnotwendige Operationen müssen demnach verschoben werden. Die Lage sei NDR zufolge „sehr angespannt“.
Inzidenz in Niedersachsen liegt bei 911,4 – zweithöchster Wert in Deutschland
In Niedersachsen liegt die 7-Tage-Inzidenz am Samstag, 9. Juli 2022, bei 911,4 – damit steht das Land im bundesweiten Vergleich weiterhin auf dem zweithöchsten Platz. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete 11.727 Neuinfektionen und elf weitere Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion in dem Bundesland.
Wegen etlicher Corona-Fälle bei der Eisenbahngesellschaft Metronom und bei Bussen fallen auch viele Metronom-Züge in Niedersachsen bis Mitte der Woche aus.
Während die Hospitalisierungsrate mit einem Trend nach oben am Freitag bei 10,3 lag, waren drei Prozent der 2350 Intensivbetten in Niedersachsen mit Corona-Patienten belegt. Seine Corona-Verordnung hat das Bundesland bereits bis Ende August verlängert.
