Zuckerhütl-Drama

Wirbel um Tirol-Unglück: Wanderer riss andere im Stubaital in die Tiefe und spazierte dann auf den Gipfel

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Massensturz am Gipfel in Tirol. Das Zückerhütl-Drama erregte große Aufmerksamkeit, jetzt meldet sich der mutmaßliche Verursacher bei der Polizei.

Neustift – Auf 3507 Metern Höhe ragt das Zuckerhütl ins Stubaital in Tirol. Doch im April 2024 wurde der beliebte Gipfel bei traumhaftem Wetter zum Schauplatz eines dramatischen Unglücks.

Massensturz an Dreitausender im Stubaital: Fünf Verletzte bei Zuckerhütl-Drama

Ein Bergsteiger rutschte ab und verursachte einen Massensturz. „Dabei wurden drei Alpinisten aus Österreich sowie eine 27-jährige Alpinistin und ein gleichaltriger Alpinist aus Italien mitgerissen“, teilt die Tiroler Polizei damals mit. 50 Meter stürzten die Wandersleute in die Tiefe. Die Italienerin verletzte sich am Kopf. Ihr Begleiter erlitt einen komplizierten Schulterbruch, einen Armbruch und ein Schädelhirntrauma durch den Absturz, wie seine Mutter IPPEN.MEDIA berichtete. Diese Informationen konnten auch von der Staatsanwaltschaft Innsbruck bestätigt werden.

Der Unfall erregte große Aufmerksamkeit in Österreich und Italien. Nicht zuletzt, weil das Zuckerhütl bei Touristen sehr beliebt ist. Am Tag des Unglücks warteten 30 bis 40 weitere Tourengeher am Deopt auf ihren Aufstieg.

Das Zuckerhütl im Stubaital ist ein beliebtes Ziel für Tourengeher: Mit der Gletscherbahn kann man bis zum Schaufeljoch hochfahren und den 3507 Metern hohen Gipfel so als Tagestour erklimmen.

Mann in Unglück am Zuckerhütl in Tirol verwickelt – danach setzt er Aufstieg zum Gipfel fort

Monatelang fahndete die Polizei seitdem nach dem Verursacher des Zuckerhütl-Dramas, er hatte sich nach dem Unfall aus dem Staub gemacht. Im Gelände ist das eher selten, auf Skipisten leider nicht.

Jetzt hat sich ein Mann bei der Polizei Neustift gemeldet, berichtet die Tiroler Tageszeitung. Und dadurch wird auch bekannt: Er verletzte sich beim Massensturz selbst nur leicht, setzte seinen Aufstieg zum Gipfel dann einfach fort. Andere Bergsteiger kümmerten sich um die Verletzten.

Wirbel um mutmaßlichen Verursacher von Zuckerhütl-Drama: „Aussage gegen Aussage“

Widersprüche gibt es allerdings bei der Frage, ob der Mann der Verursacher des Unglücks war. Er selbst sagt aus, von einem anderen Tourengeher angerempelt worden und deshalb zu Sturz gekommen zu sein. Weitere Zeugen berichteten hingegen, keine andere Person an der Spitze gesehen zu haben.

„Was genau passiert ist, kann immer noch nicht gesagt werden“, sagte ein Sprecher der Polizei Neustift der Tiroler Tageszeitung. „Es steht Aussage gegen Aussage. Ein schwieriger Fall.“ (moe)

Sehr geehrte Leser, in einer früheren Version dieses Artikels hatten wir geschrieben, dass der Verletzte einen Beinbruch und keine weiteren Verletzungen erlitten hätte. Das war ein Fehler und wir bitten, dies zu entschuldigen.

Rubriklistenbild: © kristen-images/Michael Kristen/Imago

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