Fahndung nach Unbekannten

Drängelei am Dreitausender-Gipfel: Fünf Verletzte durch Massensturz – Polizei fahndet

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Bei einem Massensturz am Gipfel des Zuckerhütl im Tiroler Stubaital werden mindestens fünf Bergsteiger teils schwer verletzt. Der Unfallverursacher türmt unerkannt.

Neustift/Stubaital – Das Zuckerhütl, mit 3507 Metern Höhe der höchste Gipfel der Stubaier Alpen in Tirol, lockte am Wochenende die Tourengeher in Massen an. Die Tour ist beliebt, weil man mit der Gletscherbahn bis zum Schaufeljoch (3158 Meter) hochfahren kann und sich so die Besteigung des österreichischen Gipfels nahe der italienischen Grenze als Tagestour durchführen lässt.

Die Ski lässt man unterhalb des Gipfels in einem Depot zurück. Der Neuschnee der vergangenen Wochen und das traumhafte sonnige Wetter lockte am Wochenende die Tourengeher so sehr aufs Zuckerhütl, dass es am Gipfel eng wurde. Etwa 50 Meter unterhalb des Gipfels geriet laut Landespolizeidirektion Tirol gegen 11 Uhr ein bislang unbekannter Bergsteiger in der teils bis zu 50 Grad steilen, schneebedeckten Rinne plötzlich ins Rutschen und stürzte ab.

Fünf Bergsteiger werden mitgerissen – Verletzungen an Kopf und ein Beinbruch

„Dabei wurden drei Alpinisten aus Österreich sowie eine 27-jährige Alpinistin und ein gleichaltriger Alpinist aus Italien mitgerissen und kamen ca. 50 Meter unterhalb der Absturzstelle zum Stillstand“, heißt es bei der Tiroler Polizei. Die 27-Jährige erlitt laut tt.com beim Sturz eine Kopfverletzung, ihr gleichaltriger Begleiter brach sich ein Bein.

Am Zuckerhütl herrschte am Wochenende wieder Hochbetrieb. (Archiv)

Dem Bericht zufolge warteten am Skidepot 30 bis 40 weitere Tourengeher. Die beiden Verletzten wurden nach der Erstversorgung mit Notarzthubschraubern in das Bezirkskrankenhaus Hall in Tirol ins Krankenhaus nach Meran geflogen. Die Unglücksstelle liegt nahe der Grenze zu Südtirol, die italienischen Alpinisten stammen von dort.

An die 40 Tourengeher warteten darauf, den Gipfel stürmen zu können

Die drei Tourengeher aus Österreich wurden nur leicht verletzt und setzten ihre Bergtour fort. Der Verursacher der Sturzserie machte sich indes aus dem Staub, ohne sich um die Verletzten zu kümmern. Die Tiroler Polizei fahndet jetzt nach ihm. Ob er selbst verletzt wurde, ist unklar.

Die Verletzten wurden mit Helikoptern in die Kliniken geflogen. (Symbolbild)

Der viele Schnee macht die Alpen derzeit tückisch: Am Misurinasee (Dolomiten) fand kürzlich eine 14-Jährige in einer Lawine den Tod. Bei einem Flugzeugabsturz in den Zillertaler Alpen im Föhnsturm kam ein Münchner Cessna-Pilot ums Leben. Im Silvrettagebiet (Vorarlberg) wurde eine verletzte Frau in einer 13-stündigen Rettungsaktion geborgen.

Rubriklistenbild: © IMAGO/xpytyczechx

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