VonMartina Lipplschließen
Drei Tourengeher aus Deutschland sitzen plötzlich zwischen Felsen fest. Auf über 2000 Meter in den Österreicher Alpen.
Leutasch – Es geht nicht mehr vor noch zurück. Auf einer Höhe von 2040 Metern sind drei Tourengeher aus Deutschland im Alter von 28, 31 und 32 Jahren in den Bergen in Österreich gefangen. Ein Seil hatte sich auf einer der letzten Passage ihrer Tour von der Hohen Munde (2662 Meter) verhakt, konnte nicht mehr abgezogen werden. Doch ohne Seil konnte das Trio nicht mehr weiter. Nach einem Notruf rücken die Bergwacht Leutasch und ein Hubschrauber aus.
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Gegen 8 Uhr am Samstag (25. Januar) waren die Tourengeher aus Deutschland im Alter von 28, 31 und 32 Jahren von einem Parkplatz in Leutasch von der Ostseite zur Hohen Munde (2662 Meter) mit Tourenski und Splitboard aufgebrochen. Sie wollten über die Westseite abfahren.
„Die Rinne ist wenig befahren und nur etwas für sehr gute Skifahrer, die Abfahrt über 40 Prozent steil, es gibt mehrere Abseilpassagen“, sagt Michael Strigl, Ortsstellenleiter der Bergwacht Leutasch auf Anfrage von IPPEN.MEDIA. „Die wussten aber, worauf sie sich einlassen“, betont Strigl. Es fehlte bei den dreien demnach weder an Ausrüstung noch an Kondition.
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Bei der Abfahrt über die Westseite der Hohen Munde musste sich die Gruppe über mehrere Felspassagen abseilen. „Auf einer Höhe von 2040 Metern konnte das Seil nach dem Abseilen nicht mehr abgezogen werden und musste zurückgelassen werden“, so die Polizei.
„Es war einfach Pech auf einer der letzten Passagen“, meint Bergretter Strigl. „Es hätte jedem passieren können, dass das Seil hängen bleibt“.
Glücklicherweise setzte das Trio noch vor Einbruch der Dunkelheit einen Notruf ab. Die Besatzung des Polizeihubschraubers Libelle konnte die Tourengeher aus ihrer Lage retten. Alle mussten einzeln mit dem Seil aus den Felsen geholt werden. Nach und nach wurden die drei an der Rauthhütte (1600 Metern) abgesetzt. „Nach einem kurzen Check, sind sie unverletzt abgefahren.“ Insgesamt waren vier Bergretter im Einsatz, davon waren zwei schon durch Zufall auf der Hütte gewesen.
Es gibt allerdings auch alpine Notfälle, die Einsatzkräfte fassungslos zurücklassen. In einem Skigebiet in Österreich sind dagegen zwei Skifahrer innerhalb von drei Tagen tödlich verunglückt – dazu noch im Bereich einer Piste. (ml)
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