„Piste Nr.6“ gefährlich?

Zwei Tote in drei Tagen auf Piste in Österreich-Skigebiet machen Betreiber fassungslos – „Da ist nichts!“

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In einem Skigebiet in Österreich ist es zu zwei tödlichen Unfällen gekommen. Beide Urlauber verunglückten auf der „Piste Nr. 6“.

Oberwölz – Ein tragische Unfallserie in einem Skigebiet in der Steiermark erschüttert: Zwei Skifahrer sterben beim Urlaub in Österreich innerhalb von drei Tagen auf derselben Piste. Ein Sicherheitscheck der betreffenden Piste im Lachtal brachte jedoch keine Erkenntnisse, berichten österreichische Medien.

„Wir sind einfach alle nur fassungslos“, zitiert die Kronen Zeitung den Lachtal-Geschäftsführer Karl Fussi. „Als ich am Freitag den Anruf erhielt, dass schon wieder eine Suchaktion nach einem vermissten Gast läuft, konnte ich es zuerst gar nicht glauben“, sagte er.

Tragödie im Skigebiet in Österreich: Zwei Skifahrer verunglücken tödlich auf der „Piste Nr. 6“

Was genau ist im Skigebiet Lachtal auf der „Piste Nr. 6“ passiert? Am Mittwoch (22. Januar) startete eine großangelegte Suchaktion nach einem vermissten Skifahrer. Freunde hatten die Polizei alarmiert, als der 50-Jährige gegen 16 Uhr nicht zum vereinbarten Treffpunkt gekommen war, so die Polizei.

Im alpinen Gelände suchten Einsatzkräfte der Polizei, Bergrettung und Liftgesellschaft nach dem Vermissten. Polizeihubschrauber und Drohnenpiloten unterstützten die Suche. Stunden später, gegen 19.40 Uhr entdeckten Alpinpolizisten und ein Bergretter den 50-Jährigen abseits der „Piste Nr. 6“ in einem Rinnsal liegend, berichtet die Polizei. Trotz sofort eingeleiteter Reanimationsmaßnahmen unter Einsatz eines Defibrillators konnten dem Niederösterreicher nicht mehr helfen. Ein Notarzt konnte schließlich nur noch den Tod des Mannes feststellen. Hinweise auf ein Fremdverschulden lagen keine vor.

Tödliche Skiunglücke im Skigebiet Lachtal: Bei den großangelegten Suchaktionen war auch ein Hubschrauber der österreichischen Alpinpolizei im Einsatz. (Symbolfoto)

Zweiter tödlicher Skiunfall im Bereich der „Piste Nr. 6“

Am Freitag (24. Januar) dann das zweite tödliche Unglück. Eine Anzeige bei der Pistenrettung löste erneut Suche nach einem Skifahrer im Skigebiet Lachtal aus. Bei der Talabfahrt auf der „Piste Nr. 6“ (rot) war die Ehefrau mit einem Freund vorausgefahren und hatte dabei ihren Mann (66) verloren. Anrufe und Suchabfahrten waren erfolglos geblieben.

Pistenretter und Pistenpersonal fanden schließlich den 66-Jährigen. Der Skifahrer hatte laut Polizei vermutlich die Kontrolle über seine Skier verloren und sei gestürzt. Dann stürzte der Mann etwa 25 Meter über den Pistenrand in freies, schneearmes Gelände. Auch in diesem Fall schließt die Polizei ein Fremdverschulden aus.

„Ich bin mit meinem Pistenchef in beiden Situationen sofort an Ort und Stelle gefahren, um die betreffende Piste nach eventuellen Sicherheitslücken abzuklopfen“, sagte Karl Fussi der Kronen Zeitung. „Aber dort gibt’s einfach nichts! Die Verhältnisse sind derzeit perfekt, die Abfahrt ist nicht besonders herausfordernd“, sagt Fussi. Und auch den besten Skifahrern könnten Fehler unterlaufen.

Besonders schlimm ist es jedoch, wenn andere Skifahrer verwickelt sind. Ein Skifahrer aus Deutschland starb nach einer Kollision noch auf der Piste. Oft kommt es dabei vor, dass Unfall-Verursacher einfach abhauen.

Pistenretter in der Steiermark im Dauereinsatz

In der Steiermark haben sich seit Freitag nach Angaben der Polizei weitere, teils schwere Skiunfälle ereignet. In den Wintersportregionen Planai, Hochwurzen und Reiteralm kam es demnach zu insgesamt 13 Vorfällen. Neben Skiunfällen war die Pistenrettung auch bei mehreren alpinen Notlagen gefordert. Drei Wintersportler aus Österreich im Alter von 18, 19 und 20 Jahren waren so betrunken, dass sie ihre Abfahrten nicht mehr eigenständig fortsetzen konnten. Einer der Betroffenen war bewusstlos und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. (ml)

Rubriklistenbild: © BMI

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