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Orkan „Joshua“ bringt Chaos in den Norden: Sturmflut, Orkanböen und den ersten Schnee des Winters. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Kassel – Am Freitag (24. Oktober) zieht Orkan „Joshua“ mit beispielloser Kraft über Norddeutschland hinweg. Schon seit dem Vormittag frischt der Wind an der Nordseeküste stürmisch auf, doch am Nachmittag erreicht das Unwetter seinen Höhepunkt. Böen von bis zu 120 km/h, auf den Nordseeinseln sogar bis zu 130 km/h, peitschen über Deiche, Straßen und Häfen hinweg.
Besonders dramatisch wird es im Bereich der Elbmündung: Eine schwere Sturmflut steht bevor, die den Wasserstand am späten Nachmittag um bis zu zwei Meter über Normal ansteigen lässt. In Hamburg droht die Überflutung des Fischmarkts – ein Szenario, das an die großen Stürme vergangener Jahre erinnert.
Gefahr durch Sturmflut – Erste Schneeflocken: Der Winter zeigt sich zum ersten Mal
Während der Norden gegen Wind und Wasser kämpft, meldet sich der Winter im Süden leise zurück. Im Schwarzwald sind die ersten Schneeflocken gefallen, und auch in den Mittelgebirgen hat es teils bis auf 600 bis 700 Meter herab Schneeregen und nassen Schnee gegeben. Der erste Schnee der neuen Wintersaison ist da – ein untrügliches Zeichen, dass die kalte Jahreszeit nun endgültig anrückt. Auch wenn sich die weißen Flocken nur kurz halten werden, sorgt ihr Anblick für winterliche Stimmung – mitten im Sturmchaos.
Besonders brisant bleibt die Lage an der Nordsee. Die Wettermodelle warnen eindringlich vor einer Sturmflut am späten Freitagnachmittag. Wer in Küstennähe wohnt, sollte wachsam sein und sich über aktuelle Warnungen informieren. Durch den starken Wind aus westlichen Richtungen werden gewaltige Wassermassen in die Deutsche Bucht gedrückt. Straßen, Keller und Hafenbereiche könnten überflutet werden. Auch im Binnenland bleibt es ungemütlich: Dauerregen, kräftige Windböen und unbeständiges Wetter prägen das Wochenende. Die Natur zeigt sich von ihrer rauen Seite – der goldene Oktober ist endgültig vorbei.
Unruhiges Wochenende mit Sturm, Regen und Schnee
Auch nach dem Höhepunkt des Orkans bleibt es unruhig. Am Samstag (25. Oktober) und Sonntag (26. Oktober) zieht das Sturmtief nur langsam ab, und neue Schauerfronten folgen dicht dahinter. Besonders in höheren Lagen fällt immer wieder nasser Schnee oder Schneeregen, teils schon ab 700 bis 800 Metern Höhe. Die kommenden Tage bleiben wechselhaft, nass und windig – ein Vorgeschmack auf das, was uns im November erwarten könnte. Wer kann, sollte es sich drinnen gemütlich machen – draußen tobt der erste große Sturm des Winters. Aber auch am Mittelmeer spitzt sich die Wetterlage derzeit zu.
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