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Heftiger Dauerregen aus dem Mittelmeerraum steht großen Teilen Deutschlands bevor. Es könnte eine ganze Monatsmenge Regen in nur zwei Tagen fallen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Frankfurt – Ein mächtiges Tiefdruckgebiet namens Calvin bestimmt in diesen Tagen das Wettergeschehen in Deutschland. Das Sturmtief lenkt extrem feuchte Luftmassen direkt aus dem überdurchschnittlich warmen Mittelmeer zu uns. Dort werden aktuell noch immer Wassertemperaturen von bis zu 28 oder sogar 29 Grad gemessen – deutlich mehr, als in dieser Jahreszeit üblich.
Die Folge: Die Verdunstung ist stark erhöht, und riesige Mengen Wasserdampf gelangen in die Atmosphäre. Genau diese Feuchtigkeit erreicht nun vor allem die Mitte und den Süden Deutschlands. Besonders betroffen sind Regionen entlang des Mains sowie alle Gebiete südlich davon. Schon jetzt warnen Meteorologen eindringlich vor anhaltendem Starkregen und einer erheblichen Hochwassergefahr.
Wetter in Deutschland: Mittelmeertief Calvin bringt viel Regen – Frankfurt und Stuttgart besonders betroffen
Während der äußerste Norden des Landes fast komplett trocken bleibt, rechnen die Wettermodelle für Städte wie Frankfurt am Main und Stuttgart mit Niederschlagsmengen von 60 bis 80 Litern pro Quadratmeter bis Donnerstagmorgen (25. September). Das entspricht in etwa der gesamten üblichen Monatsmenge – in nur zwei Tagen.
Eine derartige Regenintensität bedeutet eine erhebliche Gefahr: Keller könnten volllaufen, Straßen unter Wasser stehen und Flüsse deutlich anschwellen. Die Lage ist besonders kritisch, weil viele Böden durch vorherige Niederschläge bereits gesättigt sind und kaum noch Wasser aufnehmen können. Wer in den betroffenen Regionen lebt, sollte vorsorglich Gegenstände aus Kellerräumen sichern, das Auto nicht in Tiefgaragen abstellen und auf mögliche Überflutungen vorbereitet sein.
Warmes Mittelmeer als Motor für Extremwetter
Die Hauptursache für diese außergewöhnliche Wetterlage liegt in der ungewöhnlich hohen Wassertemperatur des Mittelmeers. Je wärmer das Meer, desto mehr Feuchtigkeit kann verdunsten und in die Atmosphäre gelangen. In Verbindung mit einem kräftigen Tiefdruckgebiet entstehen daraus regelrechte Regenmaschinen, die enorme Niederschlagsmengen nach Mitteleuropa transportieren können. Tief Calvin nutzt diese Energie und lenkt die feuchte Mittelmeerluft direkt in Richtung Deutschland.
Meteorologen betonen, dass derartige Wetterlagen durch die klimabedingte Erwärmung künftig häufiger auftreten könnten. Für die kommenden Tage gilt daher besondere Vorsicht: Wer im Süden oder in der Mitte des Landes lebt, sollte die Warnungen ernst nehmen, die Wetterentwicklung genau verfolgen und entsprechende Schutzmaßnahmen treffen.
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