Wetter-Lage in Deutschland: Gewitter-Knäuel verschiebt sich
VonKarolin Schaefer
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Überschwemmungen und schwere Blitzeinschläge haben Bayern getroffen. Jetzt zieht die Unwetter-Zelle weiter. Die Deutschland-Prognose.
Update vom 28. Mai, 20.15 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst sendet eine Warnung für das Wochenende aus: Es drohen starke Regenfälle und Hochwasser. Schon am Donnerstag und Freitag könnte es stellenweise zu wechselhaftem Wetter mit Schauern, vereinzelten Gewittern und lokal starkem Regen kommen. Adrian Leyser, Meteorologe beim DWD, betont: „Doch das ist noch gar nichts, da kommt noch sehr viel mehr Regen!“
Welche Gebiete am stärksten betroffen sein werden, ist laut Leyser noch ungewiss, doch die erwarteten Regenmengen sind beachtlich. Leyser prognostiziert gebietsweise Mengen zwischen 60 und 100 Liter pro Quadratmeter. Im Extremfall kann es zu rund 150 Litern pro Quadratmeter kommen. „Das entspricht in vielen Regionen in etwa dem ein- bis zweifachen des Monatsniederschlages für Mai innerhalb von zwei Tagen“, so der Meterologe.
Diese enormen Wassermengen könnten zu Hochwasser führen, da sie in Bäche und Flüsse gelangen und die Wasserstände stark ansteigen lassen.
Update vom 28. Mai, 7.33 Uhr: Gute Nachrichten für den Südosten: Nach den heftigen Gewittern und Regenfällen beruhigt sich das Wetter zumindest vorübergehend. Die Gewitter und Schauer im Osten und Südosten ziehen nordostwärts ab. Am Vormittag sind von der Ostsee bis in den östlichen Mittelgebirgsraum noch schauerartiger Regen und einzelne Gewitter möglich, teilt der Deutsche Wetterdienst mit. Am Nachmittag ist es verbreitet wechselnd bewölkt und zumeist trocken.
Unwetter-Nacht in Bayern: Überschwemmungen, vollgelaufene Keller, Blitzeinschläge
Update vom 28. Mai, 6.38 Uhr: In der Nacht zum Dienstag wurden der Süden und der Osten Bayerns von schweren Gewittern und Starkregen heimgesucht, was zu zahlreichen Einsätzen von Feuerwehr und Polizei führte. Trotz der Unwetter blieb die Situation insgesamt beherrschbar und es wurden keine Verletzten gemeldet.
Blitze erhellen den Nachthimmel im Landkreis Straubing: Schwere Gewitter mit Starkregen hatten in der Nacht auf Dienstag mehrere Polizei- und Feuerwehreinsätze ausgelöst.
Die Region um Straubing in Niederbayern war besonders betroffen, wo die starken Regenfälle zu überfluteten Straßen und Kellern führten. Auch in Oberbayern kam es zu Überschwemmungen, wie ein Sprecher der Polizei bestätigte. Hier waren vor allem die Städte Weilheim und Rosenheim betroffen.
In Gars am Inn hingegen löste ein vermutlicher Blitzeinschlag einen Brand in einem Sägewerk aus. In Augsburg fiel für etwa eine Stunde der Strom aus, nachdem ein Blitz zwei Umspannwerke getroffen und vorübergehend außer Betrieb gesetzt hatte, so die Stadtwerke.
Unwetter in Deutschland: Bis zu 70 Liter Regen in wenigen Stunden möglich
Update vom 27. Mai, 16.15 Uhr: Nach dem stürmischen Wochenende geht es auch am Montag in Deutschland mit Schauern und Unwettern weiter. Ein Sprecher des Deutschen Wetterdiensts (DWD) sagte am Mittag vor allem Gewitter in Baden-Württemberg voraus. Diesmal sei der Südwesten „nur am Rande betroffen“, sagte er. „Das ist nicht vergleichbar mit der Lage, die wir letzte Woche hatten.“
Zunächst würden zunehmende Regenschauer und Gewitter im Südschwarzwald, auf der Alb und später am Tag am Bodensee erwartet werden. In Oberschwaben könnte dann Starkregen mit 30 und 40 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit fallen. Lokal seien bis zu 70 Liter pro Quadratmeter in wenigen Stunden nicht ausgeschlossen. Es könnte auch zu größerem Hagel mit bis zu zwei Zentimeter Durchmesser kommen. Am frühen Abend sollen die Gewitter dann Richtung Nordosten abziehen. Die Prognosen würden zeigen, dass „wir schnell nichts mehr davon abbekommen“.
Auf einer Wetter-Karte des DWD werden aktuell im Südwesten Deutschlands noch größtenteils Warnungen auf der Stufe zwei (von vier) angezeigt, das sind Warnungen vor markantem Wetter. Konkret vor Unwetter (Stufe drei) wird nur in der Region um Stuttgart und in Teilen Bayerns gewarnt.
Ursprungsmeldung vom 27. Mai: Gewitterband reißt nicht ab – DWD kündigt erneut Unwetter für zahlreiche Regionen an
München – Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen und Verkehrsunfälle: Starkregen sorgte erneut für Chaos, vor allem im Norden des Landes. Nun kündigte der Deutsche Wetterdienst (DWD) eine weitere Unwetterfront an, die über Deutschland fegt. Zuletzt hatte es heftige Unwetter mit Hochwasser im Saarland und in Rheinland-Pfalz gegeben.
Erneut Unwetter in Deutschland: Zahlreiche Einsätze im Norden wegen Überschwemmungen
Im Osten von Schleswig-Holstein gab es bis Sonntagnachmittag (26. Mai) über 300 Einsätze, berichtete der NDR. Wie die Feuerwehr in einer Mitteilung bekannt gab, wurden allein in Lübeck 105 Einsätze gemeldet. Hauptsächlich sei Wasser abgepumpt worden, Verletzte gab es keine.
Überschwemmungen ereigneten sich auch in der Ortschaft Lasbek-Gut, östlich von Hamburg, wo ein Fluss über die Ufer trat und eine Straße unter Wasser setzte. 15 bis 20 Menschen seien aus ihren Häusern per Boot der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gerettet worden, erklärte Wehrführer Sven Oberkofler der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Das Wasser stand dort 75 Zentimeter hoch.
Auch in Buchholz, südlich von Hamburg, gab es Überschwemmungen. Hier wurden vor allem Keller überflutet und Gullydeckel hochgedrückt. Währenddessen führte das Unwetter in Mecklenburg-Vorpommern zu mehreren Verkehrsunfällen auf den Autobahnen 19 und 20. Eine Person wurde leicht verletzt.
„Die nassen Tage gehen weiter“: DWD kündigt erneut Unwetter in Deutschland an
Die anhaltende Gewitter- und Regenfront sorgt auch in der neuen Woche für unbeständiges Wetter. „Es deutet sich schon an, die nassen Tage gehen weiter“, sagte Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Weitere Gewitter ziehen am Montag (27. Mai) vom Süden bis in die Mitte sowie den Norden und Osten des Landes, meldete der Deutsche Wetterdienst (DWD). Mit im Gepäck sind Starkregen mit bis zu 25 Liter pro Quadratmeter sowie kleinkörniger Hagel und stürmische Böen. Auch unser Partnerportal fuldaerzeitung.de berichtet darüber.
Tornados, Wüstenstürme, Zyklone: Wetterphänomene, die Sie kennen sollten
In einigen Regionen, wie in Baden-Württemberg, besteht zudem Unwettergefahr. Gewitter und Starkregen steuern auch auf Bayern zu. Im Westen könnten am Nachmittag vereinzelt Gewitter aufziehen. Die Höchsttemperaturen klettern auf 19 bis 24 Grad, in der Lausitz und Niederbayern sogar auf bis zu 26 Grad.
Auch am Abend und in der Nacht zum Dienstag (28. Mai) werden laut DWD in einem Streifen von Nordwesten bis in den Südosten Gewitter erwartet, teils mit länger andauernden, ergiebigen Regenfällen. Im Tagesverlauf sollen sie dann abziehen. Mögliche Temperaturen liegen zwischen 17 und 21 Grad. Für Mittwoch melden die Wetterexperten den ganzen Tag kräftigen Regen und Gewitter bei Höchsttemperaturen zwischen 18 und 21 Grad. Derweil explodieren die Unwetter-Schäden in Bayern. (kas/dpa)