Das wird teuer

13 Einsatzkräfte, 15 Stunden Einsatz: Urlauber bekommen saftige Rechnung für Rettung vom Großglockner

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Eine Bergtour am Großglockner endet in einer dramatischen Rettungsaktion. Die Bergsteiger zahlen dafür einen hohen Preis.

Kärnten - Eine Bergtour zweier Brüder mit ihrem Begleiter am Großglockner ging am Wochenende, 6. Januar, anders aus als geplant. Nach einer achtstündigen Autofahrt brachen zwei 40-jährige Tschechen und ein weiterer 57-jähriger Wanderer zum Bergsteigen in Richtung Ködnitzkees in Österreich auf – trotz schlechter Wetterverhältnisse.

Drei Touristen starten trotz schlechter Wetterbedingungen und lösen 15-stündigen Großeinsatz aus

Mit Skitouren- und Kletterausrüstung stiegen sie bei Schneefall, starken Windböen und Temperaturen um –9 Grad in eine Rinne der Südflanke ein. Damit kamen sie bis auf 3500 Meter, dann war Schluss. Weil weder Auf- noch Abstieg mehr möglich waren, wählten sie den Notruf. Bei einer derartigen Wetterlage war eine Hubschrauber-Rettung nicht möglich, wie aus einer Mitteilung der Polizei hervorgeht. Der Polizei-Hubschrauber Libelle aus Kärnten versuchte vergeblich, sie aus mehreren Richtungen anzufliegen. So musste die Bergrettung Kals mit 13 Einsatzkräften und einem Polizei-Bergführer mit Tourenski ausrücken.

Die Einsatzkräfte rückten mit Tourenski aus.

Rettung dauerte 15 Stunden - Trio kann leicht unterkühlt gerettet werden

Ganze 15 Stunden dauerte der Einsatz unter widrigsten Wetterbedingungen: Die Alpinpolizei seilte sich zu den drei Bergsteigern ab, brachte sie zur nächsten Hütte und schließlich ins Tal. So konnte das Trio leicht unterkühlt gesichert werden. Insgesamt waren 20 Bergretter, drei Alpinpolizisten und eine Polizeistreife aus Matrei in Osttirol im Einsatz.

Die Rettungskräfte seilten sich zu den drei Bergsteigern ab.

Saftige Rechnung für Bergrettung – Einsatz kostet Wanderer mehr als 20.000 Euro

Nun bekamen die drei Männer eine saftige Rechnung von Bergrettung und Polizei. Dazu erklärte Peter Tembler von der Bergrettung Tirol im ORF: „Es werden Stundensätze pauschal verrechnet. In dem Fall ein Großeinsatz, weil mehr als zehn Bergretter beteiligt waren. Da betragen die Stundensätze pauschal knapp über 1.000 Euro“. Das ergibt etwa 15.000 Euro. Aber das war noch nicht alles: Hinzu kommt eine weitere Rechnung mit 5.500 Euro der Alpinpolizei. Alleine diese Kosten belaufen sich also auf über 20.000 Euro.

Neben den finanziellen Folgen müssen sich die drei Tschechen jetzt aber auch noch vor Gericht verantworten. Ihnen wird grobe Fahrlässigkeit vorgeworfen. (jh)

Rubriklistenbild: © Sven-Erik Arndt/imageBROKER/alimdi/Arterra/IMAGO

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