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Auf der griechischen Urlaubsinsel Rhodos wüten derzeit heftige Waldbrände. Bei einem Löscheinsatz sind dabei zwei Piloten ums Leben gekommen.
- Feuer in Griechenland unter Kontrolle: Waldbrandgefahr bleibt weiter extrem hoch
- Brände brechen erneut aus: Piloten sterben bei Löscheinsatz
- Feriendorf auf Rhodos gerettet: 3000 Helfer auf griechischer Urlaubsinsel im Einsatz
Update vom 27. Juli, 20.47 Uhr: Ein Brand hat ein Munitionslager der griechischen Luftwaffe in Mittelgriechenland erreicht und Explosionen verursacht. Die Explosionen waren am Donnerstag kilometerweit zu hören, wie das Staatsfernsehen ERT berichtete. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr, ist das Munitionslager rechtzeitig evakuiert worden. «Wir haben eine schwierige Situation», sagte ein Sprecher der Feuerwehr im griechischen Rundfunk.
Waldbrände in Griechenland: Feuer erreichen Munitionslager – Explosionen kilometerweit zu hören
Rund um das Munitionslager sei eine Sicherheitszone gebildet worden. Alle Einwohner in einem Umkreis von drei Kilometern sollten die Region verlassen, berichtete der staatliche Rundfunk. Mit einer Drohne versuchten die Feuerwehr indes, zusammen mit der Luftwaffe festzustellen, „was im Lager los ist“. Erst dann werde man entscheiden, was gemacht werden müsse, sagte der Sprecher weiter.
Aus Kreisen des Verteidigungsministeriums hieß es, die Explosionen seien womöglich durch einen Brand in der Gegend ausgelöst worden. Offiziell wurden keine Angaben zur Ursache gemacht. Wie eine Reporterin des staatlichen Rundfunks berichtete, sind wegen der Druckwellen zahlreiche Fensterscheiben in der Region Nea Anchialos eingedrückt worden. Informationen über Verletzte lagen zunächst nicht vor. Die Feuerwehr könne wegen der Gefahr weiterer Explosionen nicht eingreifen. Auch aus der Luft könne kein Wasser abgeworfen werden, weil es gefährlich für die Piloten ist.
Waldbrände in Griechenland: Explosionen in Munitionslager – Löscharbeiten nicht möglich
Etwa eine Stunde nach den ersten Detonationen hätten die Explosionen Augenzeugen zufolge aufgehört, berichteten Reporter vor Ort. Wegen der starken Rauchbildung flüchteten Urlauber – mehrheitlich griechische Familien – zum Strand von Nea Anchialos. In der Region befindet sich einer der größten Flughafenstützpunkte der griechischen Luftwaffe. Das Munitionslager, das die Flammen erreichten, befinde sich rund vier Kilometer nördlich des Flughafens von Nea Anchialos, berichtete das Staatsfernsehen.
Was für Munition in diesem Lager deponiert ist, blieb zunächst unklar. Im Militärflughafen von Nea Anchialos sind drei Geschwader von F-16-Kampfflugzeugen der griechischen Luftwaffe stationiert. Wie der staatliche Rundfunk weiter berichtete, sollen aus Sicherheitsgründen diese Kampfbomber in andere Stützpunkte der griechischen Luftwaffe verlegt werden. Dies bestätigten Kreise der Regierung in Athen der Deutschen Presse-Agentur.
Waldbrände auf Rhodos: Bewohnerin fleht Touristen an – „Die Insel braucht euch“
Update vom 27. Juli, 17.47 Uhr: Inzwischen haben die Menschen auf der griechischen Insel Rhodos mit den ersten Aufräumarbeiten im Dorf Gennadi begonnen. In der Nacht zu Mittwoch (26. Juli) konnte die Ortschaft gerade noch rechtzeitig vor den Flammen gerettet werden. Damit blieb auch das Ferienhaus von Carmen Di Ninni verschont. „30 Meter hinter dem Haus beginnt die verbrannte Mondlandschaft“, erklärte die 44-Jährige aus Deutschland. Nun will sie mit ihrem Mann beim Aufräumen helfen.
Trotz der Zerstörung richtete Di Ninni einen Appell an deutsche Touristen: „Kommt weiterhin nach Rhodos, die Insel braucht euch.“ Es sei weiterhin wichtig, dass Urlauber die Insel besuchen. „Wenn nach dem Feuer auch noch die Urlaubsgäste ausbleiben, dann wird die Katastrophe unbeschreiblich, dann gibt es auch kein Geld mehr, um das aufzubauen, was verbrannt ist.“ Zudem sei im Vergleich nur ein kleiner Teil der Insel von den Waldbränden betroffen, meinte die Frau. „Der Großteil der Insel funktioniert weiter und braucht die Gäste. Meine Kinder verbringen auch jetzt nur wenig weiter nördlich ganz normale Strandtage.“
Im Südosten der Insel entfachten am Donnerstag immer wieder kleine Brandherde, wie die Bewohner der Insel in den sozialen Medien teilten. Die großen Brände seien nach Behörden-Angaben aber unter Kontrolle.
Waldbrände in Griechenland größtenteils unter Kontrolle – doch Gefahr bleibt groß
Update vom 27. Juli, 11.44 Uhr: Die Brände in Griechenland sind größtenteils unter Kontrolle gebracht worden. Dies teilte der Sprecher der griechischen Feuerwehr, Giannis Artopoios, am Donnerstag im staatlichen griechischen Fernsehen mit. „Die Brandgefahr bleibt jedoch groß. Es herrscht weiterhin höchste Alarmstufe“, fügte er hinzu. Das Ausmaß der Brände ist so groß, dass Rhodos-Urlauber sie schon Blick aus dem Flugzeugfenster sehen können.
Auf der Ferieninsel Rhodos sei die Lage inzwischen jedoch deutlich besser als in den vergangenen Tagen. Bewohnte Gebiete werden nicht mehr bedroht. Auch in Mittelgriechenland, wo am Vortag wegen Trockenheit und starker Winde zahlreiche Brände ausgebrochen waren, seien die Flammen größtenteils eingedämmt worden, teilte der Sprecher mit. Meteorologen warnten immer wieder, starke Winde zusammen mit der Trockenheit seien ein „explosiver Cocktail“.
Waldbrände in Griechenland brechen erneut aus: Piloten sterben bei Löscheinsatz
Update vom 27. Juli, 8.35 Uhr: Am Mittwochabend sind auf Rhodos erneut Brände an Stellen ausgebrochen, an denen die Einsatzkräfte bereits damit gerechnet hätten, diese gelöscht zu haben. Mit Aussicht auf Donnerstag äußerte sich ein Sprecher der Feuerwehr gegenüber dem griechischen Staatsfernsehen ähnlich wie am Vortag: „Es wird wieder ein schwieriger Tag für Rhodos.“ Zwar soll die Hitzewelle am Donnerstag vorbei sein, jedoch würden damit starke Winde einhergehen, die das Feuer deutlich verstärken könnten.
Feuer-Inferno auf Rhodos: Erschütternde Aufnahmen zeigen, wie die Flammen die Insel verändert haben




Mittlerweile forderten die Brände auf den griechischen Inseln mehrere Menschenleben. Darunter auch ein tragischer Tod von zwei Einsatzkräften. Demnach seien zwei Piloten, die an den Löschaktionen beteiligt gewesen seien, in den Flammen gestorben. Der Staat habe deshalb eine dreitägige Trauer für die beiden Piloten angeordnet, wie die Tageszeitung Berliner Morgenpost zuvor berichtet hatte.
Update vom 26. Juli, 22.16 Uhr: Aufgrund der Waldbrände in Griechenland sind im Landesinneren mehrere Gemeinden wegen neu angefachter Feuer in Griechenland evakuiert worden.
In der Umgebung der Stadt Velestio ordneten Behörden am Mittwoch die Räumung von sechs Dörfern an. Ein weiterer Waldbrand brach in der Nähe der Stadt Lamia aus. Dort kam es für die Bewohner mehrerer Dörfer ebenfalls zur Aufforderung, ihre Häuser zu verlassen. Nach Angaben der Feuerwehr entstanden in den vergangenen 24 Stunden 61 neue Waldbrände in Griechenland.
Böenartige Winde und eine Hitzewelle mit Spitzentemperaturen von über 40 Grad Celsius begünstigt die Feuer, weshalb sich die Löscharbeiten schwierig gestalten. Die Feuerwehr warnte, die Brandgefahr bleibe am Donnerstag für mehrere Gebiete Griechenlands extrem hoch, da auch weiterhin starke Winde erwartet werden, die die Feuer in Griechenland weiter anfachen könnten.
Waldbrände in Griechenland: Medien melden Entspannung – Gefahr aber nicht gebannt
Update vom 26. Juli, 16.16 Uhr: Bei den verheerenden Bränden in Griechenland meldeten lokale Medien am Mittwoch erstmals seit einer Woche eine leichte Entspannung. Die Feuer seien überall unter Kontrolle, hieß es. Gebannt ist die Gefahr allerdings nicht: Wegen der Hitze bis zu 47 Grad bleibe die Brandgefahr extrem hoch, warnten der Zivilschutz und das Wetteramt. Zudem werden am Donnerstag starke Winde erwartet. Noch immer gebe es eine große Menge Brandherde im Südosten von Rhodos. Zahlreiche Löschhubschrauber und -flugzeuge waren am Mittwoch am achten Tag in Folge im Einsatz, berichtete der staatliche Rundfunk (ERT).
Waldbrände in Griechenland: Ausnahmezustand auf Rhodos ausgerufen
Update vom 26. Juli, 14.33 Uhr: Laut einem Beschluss des Generalsekretariats für Katastrophenschutz wurde auf Rhodos der Ausnahmezustand ausgerufen, da die Brände bereits den neunten Tag in Folge andauern. Am Mittwochnachmittag rechneten die lokalen Einsatzkräfte mit stärkeren Winden, weshalb es ein „schwieriger Tag auf der Insel werde“, wie ein Vertreter der Feuerwehr dem griechischen TV-Sender SKAI sagte. Im Nordosten von Korfu brannte es ebenfalls, laut Behörden war die Ursache dafür Brandstiftung.
Auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika zerstörten Feuer in der Nacht zum Mittwoch mehr als 200 Hektar Land. Die Brände waren laut Präsident des korsischen Exekutivrats, Gilles Simeoni, ebenfalls durch Brandstiftung entstanden. Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin schrieb auf Twitter, dass wegen des Feuers auch das Kloster von Corbara im Norden der Insel geräumt worden sei. Rund 200 Feuerwehrleute seien im Einsatz gewesen. Französischen Medienberichten zufolge hatte es zunächst zwei Brände unweit voneinander gegeben, die sich später zu einem Feuer entwickelt hätten.
Feuer in Griechenland: Waldbrandgefahr bleibt weiterhin extrem hoch
Erstmeldung vom 26. Juli 2023, 11.57 Uhr: Athen – Verheerende Waldbrände halten Griechenland in Atem. Dem Einsatz tausender Helfer ist es zu verdanken, dass ein beliebtes Feriendorf auf Rhodos vor den Flammen gerettet werden konnte. Die Gefahr ist indes noch nicht gebannt, denn das Wetter bleibt heiß und die Waldbrandgefahr ist damit weiterhin extrem hoch.
Griechische Inseln in Flammen: Waldbrände wüten auf Rhodos, Korfu und Euböa




Beliebtes Feriendorf auf Rhodos vor Waldbränden gerettet: 3000 Helfer im Einsatz
Der griechischen Feuerwehr und rund 3000 Helfern ist es in der Nacht zum Mittwoch gelungen, das beliebte Feriendorf Gennadi im Südosten der Insel Rhodos zu retten. Wie örtliche Medien am Mittwoch (26. Juli) weiter berichteten, wurden mit dem ersten Tageslicht erneut Löschflugzeuge und -helikopter eingesetzt, um die Flammen zu bekämpfen. Der gefährlichste Brand auf Rhodos tobt noch im Raum der Ortschaft Mesanagros, berichtete das örtliche Nachrichtenportal Rodiaki.
Besser war die Lage auf der Ferieninsel Korfu im Nordwesten Griechenlands, auf der ebenfalls Brände ausgebrochen waren. Dort gab es im Norden keine große Feuerfront mehr, berichtete der staatliche Regionalsender ERA-Korfu. Auch dort waren Löschflugzeuge im Einsatz, um die kleineren Brände zu löschen, hieß es. Auch auf der Insel Euböa im Nordosten Athens war die Lage am Mittwochmorgen besser als in den vergangenen drei Tagen, berichtete der staatliche Rundfunk.
Touristen fliehen vor Bränden in Griechenland: Größte Evakuierungsaktion aller Zeiten
Laut griechischen Behörden läuft derzeit die „größte Evakuierungsaktion aller Zeiten“. Tausende Touristen wollen die Urlaubsinsel Rhodos wegen der schweren Brände verlassen.
Das meteorologische Amt warnte am Mittwochmorgen: Um die Mittagszeit werden vielerorts Temperaturen bis 46 Grad erwartet. Die Waldbrandgefahr bleibt extrem hoch. Das ergibt sich auch aus einer Karte des Zivilschutzes. Für fast die Hälfte Griechenlands herrscht am Mittwoch höchste Brand-Alarmstufe. (bme/dpa)
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