Regierung greift ein

„Killer der Meere“: Blaukrabben überrennen Italiens Küste – jetzt wird die Plage zur Ressource

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Die Blaukrabbe sorgt in Italien für große Probleme. (Archivbild)
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Die Blaukrabbe sorgt an Italiens Adria-Küste für große Probleme. Nachdem sogar die Regierung einen Aufruf gestartet hat, soll die Plage jetzt zu einer Einnahmequelle werden.

Rimini – Ganz neu ist die Blaukrabbe in europäischen Gewässern nicht mehr. Und schon 2021 war von einer „Invasion im Mittelmeer“ die Rede. Nichtsdestotrotz hat sich das gefräßige Tier besonders in dem nun stärker aufgeheizten Meerwasser zu einer echten Plage für Italien entwickelt. Jetzt will man aus der Geißel der Fischer eine Gaumenfreude machen – und diese sogar im großen Stil exportieren.

Die Blaukrabbe, die auch als Blaue Schwimmkrabbe bekannt ist, stammt ursprünglich aus dem westlichen Atlantik und ist an der Atlantikküste von Nord- und Südamerika anzutreffen. Schon im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde das Tier aber nach Europa eingeschleppt und lebt überwiegend in Mündungsgebieten von Flüssen und im flachen Küstengewässer.

Blaukrabbe in Italien: „Killer der Meere“ überrennt Italiens Küste

Das Problem: Die Blaukrabbe trägt auch den vielsagenden Beinamen „Killer der Meere“. Sie frisst Muscheln, Fischrogen und andere Wasserlebewesen. In dem aufgeheizten Mittelmeerwasser der Adriaküste – besonders wegen der sandigen Böden etwa um Rimini – hat die Krabbe nun eine neue Heimat gefunden. Und hierzulande fehlen natürlich Fressfeinde, wie die Ansa berichtet. Besonders schlimm ist die Plage in diesem Jahr, weil sich die Tiere im Vergleich massenhaft vermehrt haben. Eine genaue Ursache wird noch erforscht.

Die Blaukrabbe sorgt in Italien für große Probleme. (Archivbild)

Besonders für Muschelfarmen und Fischer sind die Tiere nun eine große Bedrohung, da die Blaukrabben auch Fische angreifen und Fischernetze zerschneiden. „Die Tätigkeit der kleinen Fischer in Italien ist in Gefahr“, warnt etwa der Präsident des Landwirtschaftsverbands Coldiretti laut heute.at. Für Menschen selbst stellen die Tiere eigentlich keine Gefahr dar. In Massen sollte man die Blaukrabbe aber besser meiden, denn dann kann sie sich dem Bericht nach aggressiv verhalten.

Blaukrabbe wird in Italien zum Problem: Regierung schüttet Soforthilfe aus

Wie groß das Problem in Italien ist, sieht man auch daran, dass die Regierung 2,9 Millionen Euro Soforthilfe für die von der Krabbenplage geschüttelten Muschelproduzenten freigegeben hat.

Die wissenschaftliche Bezeichnung der Blaukrabbe ist übrigens Callinectes sapidus und genau darin liegt die erhoffte Lösung des Problems. Denn der Name setzt sich aus den Teilen kallos für „schön“, nektes für „Schwimmer“ und sapidus für „schmackhaft“ zusammen.

Blaukrabbe gefräßig – und „schmackhaft“: Italien sucht nach kulinarischer Lösung

Letzteres will man sich in Italien nun zunutze machen.

Erste Restaurants in Venedig und Triest haben die Blaukrabbe schon auf ihre Speisekarte genommen. Die italienische Politik erkannte die Chance auf eine Lösung und appellierte offen, dass andere Gastronomen folgen mögen. Damit wird die „Geißel zur Ressource“, wie die Ansa berichtet. Denn die Blaukrabbe aus Italien wird jetzt sogar exportiert. In der Emilia-Romagna hat eine Firma aus Rimini demnach begonnen, die Tiere in die USA, genauer gesagt nach Miami zu exportieren. Der erste Container mit 15 Tonnen halbfertigen Krustentieren ist schon auf dem Weg auf amerikanische Teller.

Leiter der Unternehmung ist die Firma Mariscadoras, die den möglichen gastronomischen Nutzen von invasiven Arten untersucht. Nun soll die Blaukrabbe in Mestre in Fruchtfleisch und Soßen verwandelt werden.

Ranking: Die 15 schönsten und beliebtesten Urlaubsorte Italiens

Siena campo
Platz 15 belegt Siena in der Toskana. Mit der schönen Altstadt und unnachahmlichen Bauwerken zieht die Stadt Urlauber immer wieder in ihren Bann.  © Marco Brivio
Roca Vecchia in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang
Roca Vecchial in Apulien: Die Aufnahme der „Höhle der Poesie“ bei Sonnenuntergang steht nur symbolisch für die vielen herrlichen Strände und Landschaften im Südosten Italiens. Rang 14 im IPPEN-Ranking. © IMAGO/Manuel Romano
Sizilien Letojanni
Die Strände Siziliens sind einzigartig und bezaubernd. Bei Check24 belegt die Insel daher den zwölften Platz. In diesem Ranking Platz Nummer 13. Auf dem Foto sieht man den Strand von Letojanni.  © Matthias Tödt
Mailänder Dom
Die norditalienische Metropole Mailand ist bekannt für die wunderschöne Altstadt und etliche teure Modemarken. Hier sieht man den Dom im Zentrum der Stadt. Im Ranking belegt Mailand den elften Platz. Bei Check24 sogar Platz 7.  © Oliver Weiken
Lago Maggiore
Auf Platz 11 ist der prachtvolle Lago Maggiore. Ein Teil des Sees ist in der Schweiz. Bei weg.de ist der Lago Maggiore sogar auf dem siebten Platz der beliebtesten Urlaubsorte in Italien.  © Nando Lardi
Bozen, Italien, Südtirol
Auch Südtirol ist unter Italien-Fans besonders beliebt. Hier erhascht man einen Blick über die Alpen auf die Stadt Bozen.  © Micha Korb
Elba sonnenuntergang
Die kleine Insel Elba ist momentan noch ein Geheimtipp. Hier erlebt man bezaubernde Natur und typische italienische Dörfer. Daher ein verdienter Platz neun.  © Karsten Jeltsch
Cinque Terre Italien
Unter Urlaubern ist außerdem die Cinque Terre besonders beliebt. Die meisten der fünf Dörfer erreicht man nur zu Fuß oder mit einer Bahn.  © Augst / Eibner-Pressefoto
Marina Grande capri
Nicht umsonst ist die kleine Insel Capri im Golf von Neapel ein regelrechter Touristenmagnet. Hier vor Ort kann man nicht nur durch wunderschöne Dörfer schlendern, sondern auch das Meer und die Natur genießen.  © Günter Gräfenhain
Colosseum in Rome
Italiens Hauptstadt Rom hat für alle Gäste etwas zu bieten und belegt daher den sechsten Platz. So zum Beispiel das weltberühmte Kolosseum. Im Ranking von Check24 belegt Rom sogar den zweiten Platz.  © Givaga
Venedig platz acht
Venedig ist mit seinen vielen Kanälen und kleinen Gassen einzigartig. Ein Besuch lohnt sich definitiv, allerdings sollte man am besten im Frühling oder Herbst in die Stadt kommen. Venedig belegt daher den fünften Platz der Top 15 Urlaubsziele in Italien, bei Check24 ist die Stadt an der Adria sogar Erster.  © Frank Bienewald
Florenz-skyline
Das bezaubernde Florenz in der Toskana belegt den vierten Platz. Hier kann man sich durch kleine Gassen treiben lassen und ohne Ende Kultur genießen. © alimdi / Michelle Gilders
Amalfiküste Italien
Die Amalfiküste südlich von der Metropole Neapel belegt den dritten Platz im Ranking um die schönsten Urlaubsorte in Italien.  © Günter Gräfenhain
Costa Smeralda
An der Costa Smeralda auf Sardinien gibt es Strände, die teilweise welchen in der Karibik gleichen. Nicht umsonst belegt sie daher den zweiten Platz. Auch auf dem Reiseportal weg.de zählt die Küste auf Sardinien zu den schönsten Reisezielen in Italien. © Emmanuele Contini
Desenzano del Garda
Den ersten Platz der beliebtesten und schönsten Urlaubsorte in Italien belegt laut weg.de ganz klar der Gardasee. Hier sieht man das wunderschöne Städtchen Desenzano del Garda am Abend.  © Imago / Augst / Eibner-Pressefoto

Darüber hinaus untersucht man an der Universität Bologna auch der Panzer der Blaukrabbe untersucht, der besonders reich an Kalzium und Magnesium ist. Auch hier versucht man ein Verarbeitungspotential auszumachen – und so aus der Not eine Tugend zu machen.

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