Bittere Folgen für Urlauber

Italien besorgt: Ungebetener Gast bedroht Restaurants an der Adria

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An der Adriaküste in Italien breitet sich die Blaukrabbe aus. Die invasive droht die Muschelfarmen zu vernichten, und stellt Fischer und Restaurants damit vor Existenzängste
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In Italien macht sich große Sorge breit. Die Ausbreitung der Blaukrabbe gefährdet nicht nur die Muschelzucht, sondern auch die Lokale an der Adriaküste.

Neapel – In Italien geht die Angst um oder zumindest große Sorgen: Denn an den Urlaubsregionen der Adriaküste taucht zunehmend ein ungebetener Gast auf, der das Land in Südeuropa vor eine große Herausforderung stellt. Der Auslöser ist ein kleiner Meeresbewohner, der eigentlich den westlichen Atlantik sein Zuhause nennt. Doch dieser Umstand scheint sich zunehmend zu ändern, da der ungebetene Gast sich immer häufiger in europäischen Gewässern und in einer besorgniserregenden Art und Weise in der Adria vor der italienischen Küste nachweisen lässt.

Während andernorts in Italien mit Bußgeldern hart durchgegriffen wird, sorgt an der Adriaküste ein ganz andere Besucher für Ungemach. Gemeint ist die Blaukrabbe, die sogar ihren Weg hierzulande in Ostsee gefunden hat. Das auch als blaue Schwimmkrabbe bekannte Tier wurde dort im Mai 2023 nachgewiesen. Vornehmlich bereitet die Art aber derzeit den Fischern und Restaurantbesitzern derzeit in Italien Kopfzerbrechen.

Italien in Angst: Ungebetener Gast bedroht Fischer und Restaurants an der Adriaküste

In Zeiten, in denen sich Urlauber in Italien über zwei Euro für einen leeren Teller oder einen Restaurant-Service beschweren, droht der ungebetene Gast an Italiens Adriaküste nicht nur Fischer, sondern auch Restaurants in Existenzängste zu bringen. Schließlich zählen zum Speiseplan der Blaukrabbe kleine Fische und Schalentiere.

Und hier liegt die große Sorge begründet: Die Krabbe macht sich vor allem an den groß angelegten Muschelfarmen zu schaffen, die eigens zur Zucht der Schalentiere vor der italienischen Adriaküste angelegt worden sind. Besonders die Wasserfarmen bei Chioggia in Norditalien werden in Mitleidenschaft gezogen.

Damit ist die Blaukrabbe nicht nur für wirtschaftliche Einbußen der landwirtschaftlichen Zucht, sondern auch für die der Lebensmittelindustrie, verantwortlich.

Teller in Italiens Restaurants bleiben leer: Krabben bedrohen Lokale und Muschelzucht an der Adriaküste

Auf den Tellern der Italien-Urlauber sind die Auswirkungen, welche die Krabbe auf das Angebot der Restaurants an der Adriaküste hat, bereits deutlich zu spüren. Schließlich haben die hiesigen Lokale kaum noch die Möglichkeit, Muscheln auf ihren Speisekarten anzubieten.

Um der weiteren Ausbreitung der Blaukrabbe Einhalt zu gebieten und ihrer weiteren Verbreitung einen Riegel vorzuschieben, hat die italienische Regierung direkt Maßnahmen in Aussicht gestellt. 2,9 Millionen Euro werden zur Rettung der Muschelzucht an der Adriaküste bereitgestellt. Eine Maßnahme, die sogar nicht jener gleicht, die die Behörden bei einer berühmten Hollywood-Filmkulisse am Comer See ergriffen haben.

Gefahr von Blaukrabben vor der Adriaküste: Italien will „Meere von aggressiver Art befreien“

Während einem beliebten Urlaubsmagneten in Deutschlands Nachbarland die Hutschnur wegen des Massentourismus reißt, sei die Blaukrabbe eine Bedrohung für die weltweit führende Muschelproduktion in Italien. Dem österreichischen Nachrichtenportal oe24.at zufolge sollen die Gelder an Fischereigenossenschaften gehen, die mit einer groß angelegten Aktion den Bestand blauen Krabbe eindämmen sollen.

Aus der Not will auch der italienische Abgeordneter, Mauro Malaguti, eine Tugend machen. Dieser richtet seinen Appell an die Restaurants vor Ort, um das Beste aus der alarmierenden Situation herauszuholen. Die hiesigen Lokale sollen ihre Speisekarte umstellen und Gerichte mit Blaukrabbe anbieten. Durch die neue Nachfrage könne man „den Fang steigern und unsere Meere von dieser aggressiven Tierart befreien“, erklärte Malaguti. Ob diese Maßnahme etwas an den „teuren“ Italien-Preisen ändert, über die sich die Urlauber beschweren, wird nur die Zeit zeigen.

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