Hintergründe noch unklar

Er fuhr mit Auto in Menschenmenge: So präsentierte sich der Festgenommene aus München (24) im Netz

  • schließen
  • Thomas Gautier
    schließen

Nach dem mutmaßlichen Anschlag in München wurde ein Mann festgenommen. In den sozialen Medien war der 24-Jährige sehr aktiv.

München – Ein Mann ist am Donnerstagvormittag (13. Februar) mit einem Auto in der Münchner Innenstadt in einen Demonstrationszug der Gewerkschaft Verdi gefahren. Die Polizei meldete 30 Verletzte, einige von ihnen schwer. Der Verdächtige wurde festgenommen. In den sozialen Medien war der 24-Jährige aus Afghanistan sehr aktiv.

Mutmaßlicher Anschlag in München: Neue Details zum Festgenommenen

Nach Information des Merkur soll der junge Mann in München gelebt haben. Auf Instagram und TikTok, wo ihm zehntausende Menschen folgten, nannte er sich „Athlet“ und „Fitness Modell“. Fotos und Videos zeigten ihn beim Stemmen von Hanteln im Fitnessstudio oder bei Wettbewerben.

Bis zu 30 Verletzte: Auto fährt in Menschengruppe in München – Bilder zum Großeinsatz

Blaulicht
In München lief seit dem Vormittag (13. Februar) ein großer Polizeieinsatz in der Nähe des Hauptbahnhofes. © Winter
Blaulicht
Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort. „An der Einsatzörtlichkeit ist ein Fahrzeug in eine Personengruppe gefahren. Mehrere Personen wurden hierbei verletzt“, berichteten die Beamten auf X. © Winter
Blaulicht
„Der Fahrzeugführer konnte vor Ort gesichert werden, von ihm geht derzeit keine weitere Gefahr aus“, berichtete die Polizei auf X weiter. Die Verletzten werden derweil vor Ort behandelt. © Videoredaktion tz
Blaulicht
„Rund um die Einsatzörtlichkeit kommt es zu Verkehrsbehinderungen. Umfahren Sie den Bereich weiträumig, damit die Einsatzkräfte ungehindert arbeiten können“, so der Appell der Beamten. © Videoredaktion tz
Blaulicht
„Wir haben im Löwenbräukeller am Stiglmaierplatz eine Zeugensammelstelle eingerichtet. Wenn Sie Angaben zu den Ereignissen machen können, melden Sie sich bitte dort“, schreibt die Polizei auf X. © Videoredaktion tz
Blaulicht
Derzeit wird von rund 20 Verletzten ausgegangen. © Videoredaktion tz
Polizeieinsatz am Stiglmaierplatz
Bei der Fahrt eines Fahrzeugs in eine Menschengruppe in München sind laut Feuerwehr mindestens 20 Menschen verletzt worden. Darunter sei auch eine „unbestimmte Zahl“ Schwer- und Schwerstverletzter, sagte ein Sprecher der Berufsfeuerwehr München. Lebensgefahr sei bei einigen der Verletzten bislang nicht auszuschließen. © Yannick Thedens
Polizeieinsatz am Stiglmaierplatz
Auch ein Hubschrauber kreiste über dem Einsatzort. © Yannick Thedens
Polizeieinsatz am Stiglmaierplatz
Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sagte, unter den Verletzten befänden sich auch Kinder. „Ich bin tief erschüttert“, sagte Reiter. „Meine Gedanken sind bei den Verletzten“.  © Yannick Thedens
Polizeieinsatz am Stiglmaierplatz
Am Ort des Geschehens, am Münchner Stiglmaierplatz, fand nach Polizeiangaben zum Zeitpunkt des Vorfalls gegen 10.30 Uhr eine Demonstration der Gewerkschaft Verdi statt. Ob Demonstranten unter den Verletzten waren, war zunächst unklar. Auch einige Straßen vom Stiglmaierplatz entfernt standen mehrere Rettungswagen. © Yannick Thedens
Car drives into crowd in Munich, several injured: German police
Eine BR-Reporterin berichtete am Unfallort von „vielen weinenden Menschen“. Sie habe gesehen, wie ein junger Mann von der Polizei „abtransportiert“ worden sei. © Michaela STACHE / AFP
Auto in München in Menschengruppe gefahren
Ein Polizist fotografiert ein Auto am Einsatzort. In der Münchner Innenstadt ist ein Fahrzeug in eine Menschengruppe gefahren.  © Matthias Balk/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Auto in München in Menschengruppe gefahren
„Unter den Verletzten befinden sich zwei Schwerverletzte. „Rund um den Ereignisort sind noch zahlreiche Einsatzkräfte vor Ort. Die Versorgung der Verletzten hat derzeit oberste Priorität. Unterstützt die Rettungskräfte durch Freihalten der Rettungswege.“ Das schrieb die Münchner Polizei kurz nach 12 Uhr auf X. © Matthias Balk/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Auto in München in Menschengruppe gefahren
Auch Oberbürgermeister Reiter machte sich vor Ort ein Bild. © Roland Freund/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Car drives into crowd in Munich, several injured: German police
Ministerpräsident Markus Söder und Innenminister Joachim Herrmann waren ebenefalls vor Ort. © Michaela STACHE / AFP)
Auto in München in Menschengruppe gefahren
Ministerpräsident Markus Söder (m.), Joachim Herrmann (l.) und Oberbürgermeister Dieter Reiter (r.) gaben gegen 12.40 Uhr ein Statement ab. © Christoph Trost/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Auto in München in Menschengruppe gefahren
Söder sagte: „Es handelt sich mutmaßlich um einen Anschlag“. Der Verdächtige sei ein 24-Jähriger aus Afghanistan. ©  Tizian Gerbin/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Auto in München in Menschengruppe gefahren
Heute ist „ein schwarzer Tag für München“, sagte Oberbürgermeister Dieter Reiter nach dem Vorfall in einem Pressestatement. © Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Auto in München in Menschengruppe gefahren
Man reagiere besonnen, sagte Söder, nachdem er sich den Unglücksort angeschaut hatte. „Aber ich sage Ihnen auch: Unsere Entschlossenheit wächst.“ Und weiter: „Wir können nicht von Anschlag zu Anschlag gehen (...) Wir müssen auch tatsächlich etwas ändern.“ © Christoph Trost/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Auto in München in Menschengruppe gefahren
Nach der Fahrt eines Autos in einen Demonstrationszug in München werden die Verletzten in mehreren Krankenhäusern versorgt. Am LMU Klinikum an den Standtorten Großhadern und Innenstadt des Universitätsklinikums werden Verletzte behandelt, wie ein Sprecher auf dpa-Anfrage sagte. Auch das Haunersche Kinderspital der LMU ist demnach eingebunden. Unter den Verletzten sollen auch Kinder sein. Auch am Rotkreuzklinikum München wurden Verletzte versorgt. Bei der München Klinik hieß es, die Notfallzentren an den unterschiedlichen Standorten seien einsatzbereit.  © Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Auto fährt in Menschenmenge an Kreuzung Karlstraße/Auto
Die Polizei ist seit Stunden im Einsatz. © Yannick Thedens
Auto fährt in Menschenmenge an Kreuzung Karlstraße/Auto
Ein Stuhl mit einer Rettungsdecke und Absperrband steht abseits der Unfallstelle. © Yannick Thedens
Auto fährt in Menschenmenge an Kreuzung Karlstraße/Auto
„Wir sind zutiefst erschüttert über die Ereignisse im Herzen Münchens. Unsere Gedanken sind bei den Verletzten und ihren Angehörigen. Ein großer Dank an die Polizei sowie die Rettungs- und Einsatzkräfte vor Ort“, schreiben die Münchner Grünen in einer Stellungnahme: „Der Umstand, dass sich dieser Vorfall am Rande einer Gewerkschaftsdemonstration mit vielen Familien und Kindern ereignet hat, schockiert besonders.“ © Yannick Thedens
Auto in München in Menschengruppe gefahren
Polizisten untersuchten das Auto nach dem Vorfall in München. ©  Peter Kneffel/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Auto fährt in Menschenmenge an Kreuzung Karlstraße/Auto
Ein Foto von der Unglücksstelle. Die Polizei scannt den Unfallort mit einem 3-D-Scanner. © Yannick Thedens
Nach dem Vorfall am Donnerstagvormittag hat jemand Blumen am Einsatzort niedergelegt.
Nach dem Vorfall am Donnerstagvormittag hat jemand Blumen am Einsatzort niedergelegt.  © Matthias Balk/dpa
Einsatzkräfte bereiten das Tatfahrzeug, ein Mini, zum Abtransport vor.
Einsatzkräfte bereiten das Tatfahrzeug, ein Mini, zum Abtransport vor.  © Matthias Balk/dpa
Das Tatfahrzeug, ein Mini, wird am Einsatzort auf einen Abschleppwagen gehoben.
Am Abend wurde das Tatfahrzeug am Einsatzort auf einen Abschleppwagen gehoben. © Matthias Balk/dpa
Blumen und Kerzen sind in der Münchner Innenstadt an der Stelle zu sehen, an der ein Auto in einen Demonstrationszug gefahren ist.
Blumen und Kerzen sind in der Münchner Innenstadt an der Stelle zu sehen, an der ein Auto in einen Demonstrationszug gefahren ist. © Tizian Gerbing/dpa

Der junge Mann präsentierte sich auch in teurer Kleidung, wie etwa in einem „Dior“-Shirt vor einem schwarzen Ferrari oder in einer teuren Winterjacke. Neben dem glamourösen Auftritt teilte er auch religiöse Inhalte, darunter muslimische Gebete und die Flagge Afghanistans.

Neue Details zum Festgenommenen in München – Extremismus-Stelle ermittelt

Einen Tag vor dem mutmaßlichen Anschlag im München veröffentlichte er auf Arabisch den Satz: „O Allah, beschütze uns immer“. Der Verdächtige soll zuvor einen möglicherweise islamistischen Beitrag in sozialen Netzwerken geteilt haben. Laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) soll er einen entsprechenden Inhalt veröffentlicht haben.

In der Münchner Innenstadt ist ein Fahrzeug in eine Menschengruppe gefahren.

Inzwischen ermittelt die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET). Es gebe „Anhaltspunkte für einen extremistischen Hintergrund“. Noch gibt es aber viele Fragen zum Vorfall in München. Die Polizei hatte für weitere Hinweise eine Zeugen-Sammelstelle eingerichtet.

Der Festgenommene hat sich legal in Deutschland aufgehalten. Er hatte einen gültigen Aufenthaltstitel und eine Arbeitserlaubnis, stellte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Vortag klar. „Damit war der Aufenthalt des Täters bis zum heutigen Tage nach gegenwärtigem Erkenntnisstand absolut rechtmäßig“, sagte Herrmann der dpa. Zudem sei der 24-Jährige entgegen erster Informationen nicht wegen Ladendiebstählen auffällig geworden. Auch Bundeskanzler Olaf Scholz hat sich zu dem mutmaßlichen Anschlag in München geäußert.

Rubriklistenbild: © Matthias Balk/dpa

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion