Erdbeben-Serie auf Santorini geht weiter: Griechenland bereitet sich und Bewohner auf Worst-Case-Szenario vor
VonKarolin Schaefer
schließen
Die Erde bebt rund um die Touristeninsel Santorini. Die Regierung hat zwar Vorsichtsmaßnahmen getroffen, doch viele Einheimische und Urlauber verlassen die Insel.
Santorini – Noch ist die Erdbeben-Gefahr rund um Santorini nicht vorbei. Seit Wochen erschüttern Erdbeben die griechische Urlaubsinsel. Das geodynamische Institut in Athen verzeichnete auch am Sonntag (9. Februar) zahlreiche kleinere Erschütterungen. Innerhalb von nur 30 Minuten wurden in den frühen Morgenstunden acht Beben mit einer Stärke zwischen 3 und 3,8 registriert. Die bisher stärkste Erschütterung erreichte eine Magnitude von 5,2.
Erdbeben-Serie auf Santorini reißt nicht ab: Bewohner und Urlauber sollen vorbereitet sein
Der griechische Staat habe alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit der Bewohner der Urlaubsinsel sowie der umliegenden Inseln im Falle schwerer Erdbeben zu gewährleisten, erklärte Regierungschef Kyriakos Mitsotakis. Zwar könne niemand mit absoluter Sicherheit Vorhersagen treffen. „Ich rate jedoch allen, Ruhe zu bewahren“, wurde der Politiker vom griechischen Rundfunk EPT zitiert.
Experten überwachen die Entwicklungen in Griechenland genau. Mitsotakis sprach daher von „vorsichtigem Optimismus“. Dennoch sei es wichtig, sich vorzubereiten und vorzubeugen. Dementsprechend wird der Bevölkerung ab Mittwoch (12. Februar) eine digitale Karte zur Verfügung gestellt, die im ganzen Land Zufluchtsorte im Falle eines Worst-Case-Szenarios ausweist. „Ein nützlicher Dienst, den ich hoffentlich nie brauche, aber es ist gut, ihn zu haben“, so der Regierungschef.
Erdbeben rund um Santorini gehen weiter: Griechenland-Urlauber wollen trotzdem kommen
Seismologen erwarten, dass die Erdbebenserie auf Santorini möglicherweise noch Wochen oder Monate andauern könnte. Efthimis Lekkas, Präsident der griechischen Erdbebenbehörde OASP, hält eine Fortsetzung der seismischen Aktivität für wahrscheinlich. Dennoch würde diese „von Tag zu Tag, von Woche zu Woche abnehmen“. Obwohl die Region von aktiven Vulkanen umgeben ist, führen viele Fachleute die Erdbebenserie auf tektonische Aktivitäten zurück. Eine Vulkan-Expertin ordnete das Szenario auch bei IPPEN.MEDIA ein.
550 Erdbeben, flüchtende Urlauber und Angst vor dem Hauptbeben – dramatische Bilder aus Santorini
Während viele Bewohner die Insel bereits verlassen haben, zögern viele Touristen wohl noch. Für Ostern und den Sommer habe es bislang keine große Stornierungswelle gegeben, betonte Andreas Chiou, Präsident der griechischen Vereinigung der Immobilienverwalter, gegenüber EPT. Nur viele Urlauber, die sich während der Bebenserie auf der Insel befanden, seien abgereist. Ob dies in den kommenden Wochen so bleibt, ist noch ungewiss. Das Auswärtige Amt hat inzwischen einen Reisehinweis für Griechenland aktualisiert. (kas/dpa)