„Ich rate allen, Ruhe zu bewahren“

Erdbeben-Serie auf Santorini geht weiter: Griechenland bereitet sich und Bewohner auf Worst-Case-Szenario vor

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Die Erde bebt rund um die Touristeninsel Santorini. Die Regierung hat zwar Vorsichtsmaßnahmen getroffen, doch viele Einheimische und Urlauber verlassen die Insel.

Santorini – Noch ist die Erdbeben-Gefahr rund um Santorini nicht vorbei. Seit Wochen erschüttern Erdbeben die griechische Urlaubsinsel. Das geodynamische Institut in Athen verzeichnete auch am Sonntag (9. Februar) zahlreiche kleinere Erschütterungen. Innerhalb von nur 30 Minuten wurden in den frühen Morgenstunden acht Beben mit einer Stärke zwischen 3 und 3,8 registriert. Die bisher stärkste Erschütterung erreichte eine Magnitude von 5,2.

Erdbeben-Serie auf Santorini reißt nicht ab: Bewohner und Urlauber sollen vorbereitet sein

Der griechische Staat habe alle notwendigen Maßnahmen ergriffen, um die Sicherheit der Bewohner der Urlaubsinsel sowie der umliegenden Inseln im Falle schwerer Erdbeben zu gewährleisten, erklärte Regierungschef Kyriakos Mitsotakis. Zwar könne niemand mit absoluter Sicherheit Vorhersagen treffen. „Ich rate jedoch allen, Ruhe zu bewahren“, wurde der Politiker vom griechischen Rundfunk EPT zitiert.

Die Erde rund um Santorin in Griechenland bebt unentwegt. Das bisher kräftigste Beben wurde am Mittwochabend registriert. (Collage)

Experten überwachen die Entwicklungen in Griechenland genau. Mitsotakis sprach daher von „vorsichtigem Optimismus“. Dennoch sei es wichtig, sich vorzubereiten und vorzubeugen. Dementsprechend wird der Bevölkerung ab Mittwoch (12. Februar) eine digitale Karte zur Verfügung gestellt, die im ganzen Land Zufluchtsorte im Falle eines Worst-Case-Szenarios ausweist. „Ein nützlicher Dienst, den ich hoffentlich nie brauche, aber es ist gut, ihn zu haben“, so der Regierungschef.

Erdbeben rund um Santorini gehen weiter: Griechenland-Urlauber wollen trotzdem kommen

Seismologen erwarten, dass die Erdbebenserie auf Santorini möglicherweise noch Wochen oder Monate andauern könnte. Efthimis Lekkas, Präsident der griechischen Erdbebenbehörde OASP, hält eine Fortsetzung der seismischen Aktivität für wahrscheinlich. Dennoch würde diese „von Tag zu Tag, von Woche zu Woche abnehmen“. Obwohl die Region von aktiven Vulkanen umgeben ist, führen viele Fachleute die Erdbebenserie auf tektonische Aktivitäten zurück. Eine Vulkan-Expertin ordnete das Szenario auch bei IPPEN.MEDIA ein.

550 Erdbeben, flüchtende Urlauber und Angst vor dem Hauptbeben – dramatische Bilder aus Santorini

Blick auf Santorin am Dienstag (4. Februar 2025).
Kurz vor fünf Uhr Ortszeit wurden die Menschen auf Santorini am Dienstag (4. Februar 2025) von einem Erdbeben der Stärke 4,9 geweckt. Das Zentrum lag rund 30 Kilometer im Ägäischen Meer, teilte das Geodynamische Beobachtungsinstitut in Athen mit.  © ARIS MESSINIS/afp
Erdbeben auf Urlaubsinsel Santorin: Menschen flüchten aus Sorge vor einem schweren Erdbeben, berichten Medien. Fähre und Flugzeuge sind ausgebucht.
Die griechische Urlaubsinsel Santorini wurde seit Anfang Februar von über 200 Erdbeben heimgesucht: Menschen flüchten aus Sorge vor einem schweren Hauptbeben, berichten Medien. Fähren und Flugzeuge sind ausgebucht.  © Petros Giannakouris/dpa
Am Hafen von Santorin warten Menschen mit ihren Autos um an Bord einer Fähre nach Athen zu gelangen.
Tickets für die Fähren nach Athen sind fast ausgebucht, berichten griechische Medien. Am Hafen von Santorin bilden sich am Montag (3. Februar) Warteschlangen.  © Petros Giannakouris/dpa
Erdbeben auf Santorin zwingt Einwohner zur Flucht: Menschen warten am Hafen, um mit einer Fähre die griechische Insel zu verlassen.
Das Erdbeben auf Santorin zwingt Anwohner zur Flucht: Menschen warten am Hafen, um mit einer Fähre die griechische Insel zu verlassen.  © Petros Giannakouris
Warteschlange vor den Reisebüros: Viele Menschen versuchen am Montag (3. Februar 2025) ein Ticket für die Fähre nach Athen zu ergattern.
Warteschlange vor den Reisebüros: Viele Menschen versuchen am Montag (3. Februar 2025) ein Ticket für die Fähre nach Athen zu ergattern.  © Petros Giannakouris
Aus Angst vor einem starken Erdbeben verließen bis Dienstagmorgen (4. Februar) rund 6000 Menschen die Insel im Ägäischen Meer. Davon waren 4640 an Bord von vier Fähren Richtung Festland.
Aus Angst vor einem starken Erdbeben verließen bis Dienstagmorgen (4. Februar) rund 6000 Menschen die Insel im Ägäischen Meer. Davon waren 4640 an Bord von vier Fähren Richtung Festland.  © IMAGO/One Inch Productions
Flucht von der Insel Richtung Festland: Stoßstange an Stoßstange warten Autos, um an Bord einer Fähre zu gelangen.
Flucht von der Insel Richtung Festland: Stoßstange an Stoßstange warten Autos, um an Bord einer Fähre zu gelangen.  © IMAGO/One Inch Productions
Fira
Idylle in Angst: Auf Santorini fürchten die Menschen eine Naturkatastrophe.  © picture alliance / Angelos Tzortzinis/dpa
Ein Erdbeben der Stärke 4,9 wurde am 3. Februar 2025 vor Amorgos registriert.
Ein Erdbeben der Stärke 4,9 wurde am 3. Februar 2025 vor Amorgos registriert. Das Epizentrum liegt in einer Tiefe von 10,5 Kilometern, teilt das Institute of Geodynamics Athen mit.  © Screenshot Institute of Geodynamics Athen
Erdbeben-Karte aus Griechenland zeigt Beben in den vergangenen 24 Stunden.
200 Erdbeben wurden seit Sonntag (2. Februar 2025) in der Region verzeichnet, teilte das Institut für Geodynamik des Nationalobservatoriums von Athen mit.  © Screenshot Institute of Geodynamics Athen
Staubwolken wirbeln an den felsigen Klippen auf. Stein- und Geröllmassen stürzen am Montag (3. Februar) ins Meer.
Staubwolken wirbeln an den felsigen Klippen auf. Stein- und Geröllmassen stürzen am Montag (3. Februar) ins Meer.  © ARIS MESSINIS/afp
Die Erde bebt auf Santorin und bringt Geröllmassen ins Rutschen. Behörden fordern die Bevölkerung auf, sichere Routen zu wählen.
Die Erde bebt auf Santorini und bringt Geröllmassen ins Rutschen. Behörden fordern die Bevölkerung auf, sichere Routen zu wählen.  © ARIS MESSINIS/afp
Das Notfall-Protokoll läuft an: In Zelten auf einem Basketballplatz sollen Rettungskräfte der Feuerwehr untergebracht werden.
Das Notfall-Protokoll läuft an: In Zelten auf einem Basketballplatz sollen Rettungskräfte der Feuerwehr untergebracht werden.  © Petros Giannakouris/dpa
Trauminsel Santorin in Alarmbereitschaft: Seit dem 24. Januar 2025 erschüttern Erdbeben die Region.
Trauminsel Santorin in Alarmbereitschaft: Seit dem 24. Januar 2025 erschüttern Erdbeben die Region.  © ARIS OIKONOMOU/afp
Erdbeben und Vulkanausbruch im Ägäischen Meer am 11.07.1956.
Rückblick mit Schrecken: Zwei Bewohner gehen über Trümmer von Wohnhäusern durch eine kleine, völlig verwüstete Ortschaft auf der Insel Santorini am 12.07.1956. Ein heftiges Erdbeben erschütterte weite Gebiete des Ägäischen Meeres. © dpa
Blick auf Santorin
Santorin gehört zur Inselgruppe der Kykladen in der Ägäis im östlichen Mittelmeer. Auf der Insel leben dauerhaft 15.500 Menschen.  © IMAGO
Santorini Blick aufs Meer
Rund um Santorini befinden sich neben einem spektakulären Krater des Vulkans der Insel auch andere Vulkane unter der Meeresoberfläche sowie jene tektonischen Platten, die durch ihre Bewegungen starke Erdbeben verursachen können.  © IMAGO/One Inch Productions
Santorin: Touristen schützen sich mit einem Regenschirm vor der Sonne in den Gassen
Die griechische Insel ist bei Urlaubern beliebt. Allein im Jahr 2023 kamen 3,4 Millionen Touristen nach Santorin.  © IMAGO/Michael Bihlmayer

Während viele Bewohner die Insel bereits verlassen haben, zögern viele Touristen wohl noch. Für Ostern und den Sommer habe es bislang keine große Stornierungswelle gegeben, betonte Andreas Chiou, Präsident der griechischen Vereinigung der Immobilienverwalter, gegenüber EPT. Nur viele Urlauber, die sich während der Bebenserie auf der Insel befanden, seien abgereist. Ob dies in den kommenden Wochen so bleibt, ist noch ungewiss. Das Auswärtige Amt hat inzwischen einen Reisehinweis für Griechenland aktualisiert. (kas/dpa)

Rubriklistenbild: © National Observatory of Athens Institute of Geodynamics /One Inch Productions/Imago

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