Verborgenes Potenzial beim Heizen

Erneuerbare Energien mal anders: Wo und wie Wärme aus Abwasser gewonnen werden soll

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Erneuerbare Energien mal anders. In Bamberg soll aus Abwasser Wärme gewonnen werden.
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Brennholz gilt nach einer neuen Einstufung der EU nicht mehr uneingeschränkt als nachhaltig. Alternativen für die Energieversorgung sind jedoch da. Allen voran Abwasser.

Bamberg – In Zeiten der Energiekrise gilt Brennholz für viele Verbraucher, die auf eine Öl- und Gasheizung setzen, als vorübergehender Rettungsanker. Problem nur: die Europäische Union (EU) hat Brennholz neu eingestuft. Nun gilt es nicht mehr als uneingeschränkt nachhaltig. Doch gibt es durchaus Alternativen, um die Energieversorgung zu gewährleisten.

Eine hiervon ist Abwasser, das vor allem im bayerischen Bamberg eine besondere Rolle spielt. Es würde als Erneuerbare Energie funktionieren. Doch der Reihe nach.

Erneuerbare Energien in Deutschland: Im Bamberg soll aus Abwasser Wärme gewonnen werden

Bekanntlich entsteht beim Verbrennen von Holz CO₂. Als Wärmequelle ist es langfristig also denkbar ungeeignet. Schließlich wachsen Bäume langsamer, als sie vom Menschen verheizt werden. Es muss also eine Alternative zum Brennholz her. Diese will Volker Stockinger von der Technischen Hochschule Nürnberg etablieren. Sie würde es aus der Luft oder dem Boden geben – und sogar aus dem Abwasser.

Mit seiner Vision steht Stockinger in Deutschland nicht allein auf weiter Flur. Wie die „Abendschau“ vom Bayerischen Rundfunk (BR) berichtet, hat der Professor bei den Stadtwerken in Bamberg Mitstreiter gefunden. Hier, in der Stadt an der Mündung der Flüsse Regnitz und Main in Bayern, sollen neue sowie alte Häuser mit regenerativen Wärmequellen versorgt werden. Und das zu mindestens 70 Prozent und möglichst mit Wärme, die vor Ort produziert wird.

Bamberger Energieversorgung künftig durch thermische Energie von Abwasser?

Ein durchaus ehrgeiziges Ziel, das man sich in Bamberg hinsichtlich der Energieversorgung gesetzt hat. Unterstützung hat man hier in Form des Bundes sicher. Dieser unterstützt das Leuchtturm-Projekt. Doch gibt es ein Problem: die dichte Bebauung vor Ort. Als Konsequenz ist der Raum für Energie aus der Erde oder auch für Photovoltaik-Anlagen gering.

In Bamberg nimmt man das als Herausforderung an. An Ort und Stelle müssen mehrere, verschiedene Systeme miteinander kombiniert werden, um den gesamten Bedarf abzudecken. Eine Lösung hierfür ist die Erdwärme. Eine andere das eingangs bereits erwähnte Abwasser. Hierbei übertragen spezielle Matten die thermische Energie ins Nahwärmenetz.

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Für das Projekt in Bamberg soll die Kloake, so der Plan, sogar mehr als die Hälfte der Energie für Heizen und Warmwasser liefern. Und das im Grunde kostenlos. Ein verborgenes Potenzial, das bislang viel zu wenige Kommunen erkennen würden. Die Forschungsgruppe rund um Stockinger würde dabei genau beobachten, wie effizient Abwasser und Bodenwärme denn den Stadtteil in Bamberg mit Wärme versorgen werden.

„Es ist ganz wichtig, dass wir solche Projekte haben, die dann auch wissenschaftlich begleitet werden. Wir müssen daraus für neue Projekte lernen. So können wir in der Klimawende weiterkommen“, so der Wissenschaftler im Gespräch mit dem BR. Erneuerbare Energien, für die man sich im Landkreis Rotenburg in Bezug auf Windkraft reichlich strecken muss, mal anders.

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