Tropenkrankheit

Erste Oropouche-Fieber Fälle in Deutschland: Zwei Urlauber infiziert

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Das Oropouche-Fieber hat erstmals Deutschland erreicht, bestätigt das RKI. Zwei Urlauber infizierten sich während ihrer Reise in der Karibik.

München – Das Oropouche-Fieber breitete sich ursprünglich in Süd- und Mittelamerika aus und erreicht nun auch Deutschland. Zwei Reisende aus Sachsen und Baden-Württemberg hatten sich während eines Karibik-Urlaubs auf Kuba mit der Tropenkrankheit infiziert.

Erstmals Fälle von Oropouche-Fieber in Deutschland: Im Urlaub angesteckt

Die Übertragung erfolgt durch den Stich der Mücke Culicoides paraensis, die das gleichnamige Virus in sich trägt. Bereits wenige Tage nach dem Stich treten die ersten Symptome auf. Auch die Karibik-Urlauber hatten noch während ihres Aufenthaltes Beschwerden entwickelt, informiert das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Epidemiologischen Bulletin vom Donnerstag (1. August).

Eine Stechmücke sitzt auf einem Arm. In Deutschland wurde der erste Fall von Oropouche-Fieber bekannt (Symbolbild).

Beide Personen hatten unabhängig voneinander ihren Urlaub auf Kuba verbracht und sich dort mit dem Virus infiziert. Die Ansteckung erfolgte bereits Ende Juni und Anfang Juli. „Es sind die ersten bekanntgewordenen OF-Patienten in Deutschland“, heißt es seitens des RKIs. Die Betroffenen klagten über Symptome wie Fieber, Kopf-, Muskel-, Gelenk- und Gliederschmerzen sowie einen viralen Hautausschlag. Dennoch sprach das RKI von einem unkomplizierten Verlauf.

Oropouche-Fieber erstmals in Deutschland nachgewiesen: Diese Symptome sind möglich

Laut Tropeninstitut treten die ersten Symptome in der Regel vier bis acht Tage nach dem Mückenstich auf. Sie ähneln denen des Dengue-Fiebers, von dem ebenfalls eine Zunahme der Fälle in Europa gemeldet wurde. Die Symptome des Oropouche-Fiebers klingen in der Regel nach drei bis sechs Tagen wieder ab.

Diese Anzeichen deuten auf das Oropouche-Fieber hin:

  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Schmerzen hinter den Augen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Hautausschlag
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Mund- und Nasenbluten

In schweren Fällen kann es jedoch zu Komplikationen wie Meningitis oder Enzephalitis kommen. Erst kürzlich wurden die ersten Todesfälle durch das Oropouche-Virus in Brasilien gemeldet. Erstmals starben zwei junge Frauen daran – beide waren unter 30 Jahre alt. Zudem erlitten zwei infizierte Schwangere Fehlgeburten. Das RKI weist darauf hin, dass das Virus bei Ungeborenen Fehlbildungen verursachen könnte.

Durch die unspezifischen Symptome ist das Oropouche-Fieber als solches nur schwer zu diagnostizieren. „Sporadische Verläufe sind nur durch den virologischen Nachweis des Oropouche-Virus zu erkennen“, informiert das Tropeninstitut. Spezifische Medikamente oder Impfstoffe gibt es nicht. Infizierte überstehen eine Erkrankung aber meist ohne Spätfolgen. Wenn keine Komplikationen auftreten, kann das Virus ähnlich wie eine Grippe behandelt werden. Also: Die Symptome können durch schmerzlindernde und fiebersenkende Medikamente behandelt werden.

Nach Ausbrüchen in Süd- und Mittelamerika: Oropouche-Fieber in Deutschland angekommen

In Süd- und Mittelamerika gibt es seit Ende 2022 vermehrt Ausbrüche des Oropouche-Fiebers. Allein in Brasilien wurden in diesem Jahr bereits mehr als 7000 Fälle gemeldet. Laut RKI werden die Infektionswellen unter anderem durch Veränderungen des Ökosystems und den Klimawandel verstärkt. Auf der anderen Seite könnten Infektionen durch verbesserte Laborkapazitäten besser erkannt werden.

Diese Viren und Bakterien machen uns krank

Eine mit Coronaviren befallene Zelle
Ende 2019 wurde zum ersten Mal über das Coronavirus Sars-CoV-2 berichtet. Zuerst nur in China diagnostiziert, breitete sich die durch Coronaviren ausgelöste Krankheit Covid-19 weltweit aus. Die Pandemie hat im Jahr 2020 weltweit etwa 1.900.000 Todesopfer gefordert. Auf der Darstellung oben ist eine menschliche Zelle (grün) zu sehen, die mit Coronaviren (gelb) infiziert ist.  © Niaid/dpa
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat.
HIV-Virus: Das Virus löst die Immunschwäche Aids aus. Rund 20 Jahre nach seiner Entdeckung ist Aids die verheerendste Infektionskrankheit, die die Menschheit seit der Pest im 14. Jahrhundert herausgefordert hat. © dpa
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch.
Pest Erreger Yersinia pestis: Die Infektionserkrankung wird erstmals im 6. Jahrhundert im Mittelmeerraum nachgewiesen. 1894 wird das Bakterium entdeckt. Heutzutage sind bei früher Diagnose die Heilungschancen durch Antibiotika hoch. © dpa
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff.
Ebola Virus: Das Virus verursacht mit inneren Blutungen einhergehendes Fieber. In bis zu 90 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich. Wissenschaftler arbeiten mit Hochdruck an einem Impfstoff. © dpa
Grippe Virus
Grippe Virus: Antigene (gelbe und blaue Antennen) sitzen auf einer doppelten Fettschicht, die sich um die Erbsubstanz im Inneren schließt. Mit der Vermischung verschiedener Virentypen entstehen neue Erbsubstanzen und damit auch Antigene. © dpa
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus.
Herpes Virus: Herpes simplex-Viren sind weltweit verbreitet. Nach einer Erstinfektion verbleibt das Virus in einem Ruhezustand lebenslang im Organismus. © dpa
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16)
Rhinovirus Human rhinovirus 16 (HRV16): Schnupfen verbreitet sich weltweit durch Rhinoviren. © dpa
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung.
Schweinegrippe Virus 1976: Die klassische Schweinegrippe ist ein Influenza-A-Virus vom Subtyp H1N1, der 1930 erstmals isoliert wurde. Daneben sind auch die drei Subtypen H1N2, H3N2 und H3N1 von Bedeutung. © dpa
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann.
Schweinegrippe Virus unter einem Transmissionselektronenmikroskop: 2009 brach die Schweinegrippe in Mexiko aus. Dabei handelt es sich um ein mutiertes Schweinegrippevirus vom Subtyp H1N1, das anders als gewöhnlich auch von Mensch zu Mensch übertragen werden kann. © dpa
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen.
Spanische Grippe Virus: Die Spanische Grippe (1918) gilt als die schlimmste Grippe-Pandemie aller Zeiten. Bei der Spanischen Grippe handelt es sich um den Virenstrang H1N1, der besonders junge Menschen dahin raffte. Experten schätzen die Zahl der Opfer auf 40 bis 50 Millionen. © dpa
Auslöser der Tuberkulose sind Bakterien (Mycobacterium tuberculosis)
Tuberkulosebakterium Mycobacterium tuberculosis: Die auch als Schwindsucht bekannte Krankheit ist, obwohl sie heutzutage als heilbar gilt, eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten der Welt. © dpa
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz.
Vogelgrippe Influenza-A: Schema des Influenza-A-Virus (Computer-Darstellung von Januar 2006). Der aggressive Vogelgrippe-Virus des Subtyps H5N1 gehört zur Gruppe der Influenza-A-Viren, ebenso wie die zahlreichen menschlichen Grippeviren. Das Virus ist kugelrund, sein Durchmesser beträgt nur 0,1 tausendstel Millimeter. In seinem Inneren ist lediglich Platz für ein paar Proteine und die Erbsubstanz. © dpa

In Europa wurden in den vergangenen Wochen nur Fälle bekannt, bei denen sich Urlauber nach Reisen infiziert hatten. Spanien und Italien meldeten eine geringe Zahl von Oropouche-Fällen bei Reiserückkehrern aus Kuba und Brasilien. Solange das endemische Infektionsgeschehen in Süd- und Mittelamerika anhält, ist laut RKI aber mit weiteren Infektionen in Deutschland zu rechnen.

Für Reisende in die Tropen und Subtropen wird daher empfohlen, auf einen konsequenten Schutz vor Insektenstichen zu achten. Lange Kleidung, imprägnierte Moskitonetze und Moskitospray können helfen. Schwangeren wird vom RKI geraten, Reisen in aktuelle Ausbruchsgebiete ganz zu vermeiden. Neben dem Oropouche-Virus ist aber auch das Dengue-Fieber in Europa auf dem Vormarsch. (kas)

Rubriklistenbild: © Robert Kalb/IMAGO

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