Übertragung durch Mücken

Erster Fall in Europa: Tropische Viruserkrankung bereitet Italien Sorgen

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Ein Patient in Italien hat das Oropouche-Fieber bekommen. Wissenschaftler bereiten sich auf mögliche weitere Fälle vor – eine Impfung gibt es bislang nicht.

Negrar – Italien meldet den ersten Fall von Oropouche-Fieber. Erstmalig kommt die von Stechmücken übertragbare Viruserkrankung in einem europäischen Land vor. Es gehört wie das Dengue-Fieber zu der Gruppe der Arboviren. Zahlreiche Urlaubsländer sind von der Ausbreitung des Dengue-Fiebers betroffen. Auch am Gardasee kam es bereits zu einem Fall. Der Patient mit dem Oropouche-Fieber war erst kürzlich in der Karibik und wurde in Negrar in Venetien behandelt.

Erster Fall in Europa: Tropische Viruserkrankung in Italien

„Oropouche-Fieber wird durch das gleichnamige Virus (OROV) verursacht, das normalerweise im Amazonasgebiet verbreitet ist und durch Insektenstiche, insbesondere Mücken und Stechmücken, auf den Menschen übertragen wird“, erklärt Federico Giovanni Gobbi ANSA, wie die italienische Nachrichtenagentur am 14. Juni berichtete. Er ist Direktor der Abteilung für Infektions-, Tropen- und mikrobiologische Krankheiten des Sacro Cuore Don Calabria (IRCCS), wo das Virus für die Entwicklung spezifischer Diagnosetests isoliert wurde.

Eine Stechmücke saugt Blut aus einem Arm. Zum ersten Mal in Europa wurde ein Oropouche-Fieber-Fall gemeldet (Symbolbild).

Dort soll die Fähigkeit der Verbreitung durch mögliche Träger des Virus wie Mücken und Stechmücken, die in Italien weit verbreitet sind, untersucht werden. Die zuständigen Gesundheitsbehörden der Region Venetien und des Staates sowie die internationalen Informations- und Überwachungsdienste wurden umgehend von dem Fall informiert. Das Oropouche-Fieber ist eins der am weitesten verbreiteten Arboviren in Südamerika. Seit 1955 wurden über 500.000 Fälle diagnostiziert, die Dunkelziffer könnte noch viel höher liegen.

Tropische Viruserkrankung in Italien: Oropouche-Fieber – Das sind die Symptome

„Die Symptome treten in der Regel 3–8 Tage nach dem Stich des Überträgerinsekts auf und sind weitgehend mit denen anderer tropischer Virusfieber wie Dengue-Fieber, Zika oder Chikungunya vergleichbar“, erklärt Concetta Castilletti, Leiterin der Abteilung für Virologie und neu auftretende Krankheitserreger des IRCCS. Zu diesen gehören:

  • Hohes Fieber (über 39 Grad)
  • Kopfschmerzen
  • Schmerzen im Bereich der Augenhöhlen
  • Allgemeines Unwohlsein
  • Schüttelfrost
  • Myalgie
  • Gelenkschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Lichtempfindlichkeit
  • Quelle: ANSA und WHO

Laut der WHO erholen sich die Betroffenen in den meisten Fällen innerhalb von sieben Tagen. In einzelnen Fällen kann die Genesung auch Wochen dauern. Schwere klinische Symptome sind zwar selten, können aber zu einer aseptischen Meningitis führen. Eine spezielle Behandlung oder Impfung gibt es nicht. Die Patienten werden symptomatisch behandelt und medizinisch überwacht, wie la Repubblica schreibt. Eine Verbreitung des Virus von Mensch zu Mensch wurde bislang nicht festgehalten.

Oropouche-Fieber in Italien – Wissenschaftler treffen Vorkehrungen

Experten betonen, dass das Oropouche-Fieber wie andere Arboviren einen Notfall im Bereich der öffentlichen Gesundheit darstellt, an den man sich gewöhnen sollte, schreibt la Repubblica. Dafür verantwortlich sind der Klimawandel und die zunehmende Bewegung von Menschen. Denn Viren, die einst nur in den Tropen vorkamen, sind auch an anderen Orten endemisch. Im Notfall sollte man auf Krankheitserreger vorbereitet sein, die im Mittelmeerraum in der Regel nicht verbreitet sind.

In Italien ist man wegen einer tropischen Virus-Erkrankung in Sorge. (Symbolbild)

Die Wissenschaftler des IRCCS haben durch die Isolierung des Virus einen entscheidenden Vorteil, der die Verfeinerung von Diagnostik und Forschung ermöglicht. „Rechtzeitige Diagnosen und ständige Überwachung, kombiniert mit öffentlichen Gesundheitsmaßnahmen wie Schädlingsbekämpfung, bleiben das wichtigste Instrument zur Eindämmung dieser Risiken“, so die Experten. Auch Tigermücken sorgten in Italien bereits für Aufruhr. (vk)

Rubriklistenbild: © IMAGO/G.Nowack, guno

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