Verschwunden

Vermisstes Titanic-U-Boot: Teilnehmer erklärt, warum es 2023 nur eine Fahrt geben sollte

  • schließen

Das U-Boot, das zum Wrack der Titanic getaucht ist, wird weiterhin vermisst. Ein prominentes Besatzungsmitglied setzte zuvor einen Instagram-Post ab.

Neufundland – Die Suche nach dem seit Sonntag (18. Juni) vermissten U-Boot, das mit insgesamt fünf Personen bemannt zum Wrack der Titanic tauchen wollte, geht weiter. Dabei befinden sich die Suchtrupps der US-amerikanischen und kanadischen Küstenwache in einem echten Wettlauf gegen die Zeit – schließlich gibt es an Bord des circa sieben Meter langen U-Bootes Sauerstoff für insgesamt 96 Stunden. Der Tauchgang sollte der wohl einzige Besuch der Titanic im Jahr 2023 sein – das erklärte zuvor der prominenteste Passagier.

Name des U-BootsTitan
UnternehmenOceanGate Expeditions
Breite2,80 Meter
Höhe2,50 Meter
Gewicht10.432 Kilogramm
Tauchtiefe4000 Meter

Titanic: U-Boot-Expedition zum Wrack - Milliardär Hamish Harding gehört zu den Vermissten

Mit dem britischen Milliardär Hamish Harding befindet sich ein Expeditionen-erfahrener Teilnehmer an Bord des U-Boots. Für ihn sollte sich der Tauchgang zum Titanic-Wrack wohl in seine lange Liste von Abenteuern einreihen. Dazu reicht ein Blick auf seine Vita mit teils spektakulären Expeditionen auf und außerhalb der Erde.

Der 58-jährige britische Unternehmer hat als ausgebildeter Fallschirmspringer, Pilot und Taucher schließlich schon einiges gesehen. Er flog bereits ins All, reiste zum Südpool und hält insgesamt ganze drei Guiness-Weltrekorde.

Die Bilder zum Drama um das Titanic-U-Boot: Das letzte Foto der „Titan“ – und die ersten Trümmer

Leonardo Di Caprio und Kate Winslet, die Hauptdarsteller des Films „Titanic“
Sie schufen den Mythos um die 1912 gesunkene „Titanic“: Leonardo Di Caprio und Kate Winslet, die Hauptdarsteller des Films „Titanic“. Der Film gewann elf Oscars. 130 Millionen Besucher zog es in den USA ins Kino, immerhin 18 Millionen in Deutschland. © imago/EntertainmentPictures
Titanic
Die überreste des gesunkenen Luxusdampfers „Titanic“ liegen in rund 3800 Metern Tiefe (undatiertes Archivfoto). © epa PA/epa/dpa
Das Wrack der Titanic.
Titanic Wrack U-Boot.jpg © Atlantic Productions/Magellan/Imago
In diesem aus einem Video von Atlantic Productions entnommene Standbild zeigt einen Teil des 1912 gesunkenen Luxusdampfers, „Titanic“.
In diesem aus einem Video von Atlantic Productions entnommene Standbild zeigt einen Teil des 1912 gesunkenen Luxusdampfers, „Titanic“.  © Atlantic Productions/dpa
Atlantik
Hier liegt das Wrack der „Titanic“ im Atlantik. © Google/dpa
Titan
Dieses vom American Photo Archive herausgegebene Foto zeigt das Tauchboot „Titan“ von OceanGate Expeditions, das zur Besichtigung der Wrackstelle der „Titanic“ eingesetzt wurde. © American Photo Archive/Alamy/PA Media/dpa
Das Archivbild der „Titan“ zeigt den Start des Tauchboots von der Plattform aus.
Das Archivbild der „Titan“ zeigt den Start des Tauchboots von der Plattform aus: Eine Reise zur Titanic kostet Privatpersonen mit dem U-Boot rund 250.000 Dollar. © OceanGate Expeditions / AFP
Dieses Archivbild zeigt das Titanic-Tauchboot „Titan“ im Atlantik.
Titanic-Tauchboot „Titan“ im Atlantik verschollen (Archivfoto). Das kleine U-Boot ist knapp sieben Meter lang und fünf Personen bis in eine Tiefe von 4.000 Metern befördern.  © OceanGate Expeditions/AP/dpa
Der Innenraum des vermissten Tauchboots „Titan“.
Dieses von American Photo Archive zur Verfügung gestellte Foto zeigt den Innenraum des vermissten Tauchboots „Titan“ von OceanGate Expeditions mit den damals reisenden Passagieren. Im Inneren des Tauchboots hat die Besatzung wenig Platz und nur eine bestimmte Menge Sauerstoff, wie eine ältere Fotoaufnahme zeigt. © American Photo Archive Alamy
Hamish Harding
Hamish Harding im Juni 2023 in London. Der britische Geschäftsmann und Abenteurer ist an Bord des Tauchboots, das in der Nähe des „Titanic“-Wracks im Atlantik vermisst wird. © Dirty Dozen Productions/PA Media/dpa
Stockton Rush, CEO von OceanGate, aufgenommen in Seattle. Der CEO von OceanGate ist unter den fünf Passagieren des verschollenen Tauchbootes, das am Abend des 18. Juni in der Nähe des Titanic-Wracks als vermisst gemeldet wurde.
Stockton Rush, CEO von OceanGate, aufgenommen in Seattle. Der CEO von OceanGate ist unter den fünf Passagieren des verschollenen Tauchbootes, das am Abend des 18. Juni in der Nähe des Titanic-Wracks als vermisst gemeldet wurde. © Greg Gilbert/dpa/Archivbild
U-Boot wird nahe Titanic-Wrack vermisst
Das U-Boot Titan ist auf dem Weg zur untergegangenen Titanic verschollen. © Dirty Dozen Productions/dpa
Das letzte Foto der Tauchkapsel „Titan“, bevor sie auf Titanic-Tauchgang ging: Keine zwei Stunden später verlor das Mutterschiff „Polar Prince“ den Kontakt.
Das letzte Foto der Tauchkapsel „Titan“, bevor sie auf Titanic-Tauchgang ging: Keine zwei Stunden später verlor das Mutterschiff „Polar Prince“ den Kontakt. © FP PHOTO / DIRTY DOZEN PRODUCTIONS / HANDOUT
Jamie Frederick, der Kapitän der US-Küstenwache
Jamie Frederick, der Kapitän der US-Küstenwache, leitet die Suche nach dem verschwundenen U-Boot. Ein Wettlauf gegen die Zeit. © Joseph Prezioso / AFP
Karte wo das Tauchboot vermisst wurde
Die Trümmer des Tauchbootes auf dem Weg zur Titanic wurden gefunden. Eine Karte zeigt, wie nahe es dem versunkenen Schiff gekommen ost.  © Google/dpa
Suleman Dawood (l) und sein Vater waren Insassen des „Titanic“-U-Bootes.
Suleman Dawood (l) und sein Vater waren Insassen des „Titanic“-U-Bootes. © AFP PHOTO/DAWOOD HERCULES CORPORATION
OceanGate-CEO Stockton Rush soll laut mehreren Berichten die Sicherheitsvorkehrungen der „Titan“ nicht ordnungsgemäß beachtet haben.
OceanGate-CEO Stockton Rush soll laut mehreren Berichten die Sicherheitsvorkehrungen der „Titan“ nicht ordnungsgemäß beachtet haben. © imago
Trümmer des Tauchboots „Titan“, das vom Meeresboden in der Nähe des Wracks der Titanic geborgen wurde, werden am Pier der kanadischen Küstenwache vom Schiff „Horizon Arctic“ entladen. Die US-Küstenwache sucht nach der Ursache des Unglücks.
Trümmer des Tauchboots „Titan“, das vom Meeresboden in der Nähe des Wracks der Titanic geborgen wurde, werden am Pier der kanadischen Küstenwache vom Schiff „Horizon Arctic“ entladen. Die US-Küstenwache sucht nach der Ursache des Unglücks. © Paul Daly/dpa

Milliardär Hamish Harding setzt vor U-Boot-Tauchgang zur Titanic einen Instagram-Post ab

Vor dem Verschwinden des U-Boots erklärte Hamish Harding via Instagram, dass er als Spezialist zum Wrack des 1912 gesunkenen Ozeanriesen Titanic tauchen werde. Er sei „stolz“, an der OceanGate-Expedition zur Titanic teilzunehmen.

In Neufundland herrsche Harding zufolge aktuell allerdings der „schlimmste Winter seit 40 Jahren“, das Zeitfenster sei dementsprechend klein. Deshalb sei der am vergangenen Sonntag initiierte Tauchgang „wahrscheinlich die erste und einzig bemannte Mission zur Titanic in 2023“, erklärte der Milliardär.

Titanic: „Schlimmster Winter in Neufundland seit 40 Jahren“ machte Tauchgang zeitweise unmöglich

An Bord seien neben ihm auch „legendäre Forscher“, von denen einige bereits „über 30 Tauchgänge zur RMS Titanic seit den 1980ern“ absolviert hätten. Vor der pro Person rund 250.000 US-Dollar teuren Expedition postete er dazu ein Bild, auf dem er seine Unterschrift auf ein Banner mit der Aufschrift „Titanic Expedition - Mission V“ setzt.

Es könnte im allerschlimmsten Fall wohl seine letzte Unterschrift gewesen sein. Denn die Luft im kleinen U-Boot, das rund 1500 Kilometer östlich von Boston vermutet wird, könnte bald schon sehr dünn werden – je nachdem, wann die Expedition zur Titanic am Sonntag genau begonnen hat.

Das mit fünf Personen bemannte U-Boot war auf dem Weg zum Schiffswrack der Titanic.

Laut Hamish Harding plante die Crew am Sonntag „gegen 4 Uhr mit den Vorbereitungen für den Tauchgang“ zum Wrack der Titanic. Wohl gegen 6 Uhr wurde das U-Boot zu Wasser gelassen. Dementsprechend dürften den Suchtrupps nur noch wenige Stunden Zeit bleiben – selbst ein Experte zeigt sich ratlos.

Titanic-Expedition: Sauerstoff im U-Boot könnte bald schon knapp werden

Wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet, erklärte auch Jon Mauger, Koordinator der groß angelegten Suchaktion, den Pressevertretern: „Eine Suche in dem entlegenen Gebiet ist eine Herausforderung, aber wir schicken alles, was wir haben, um sicherzustellen, dass wir das Boot lokalisieren und die Menschen an Bord retten können.“

Rubriklistenbild: © Christian Grube/Imago

Kommentare