VonUlrike Hagenschließen
Die Coronazahlen steigen wieder, vor allem in Großbritannien und den USA. Experten empfehlen deshalb, in der Öffentlichkeit wieder Masken zu tragen.
München – Greift das Coronavirus erneut an? Indizien sprechen dafür, dass sich das Virus wieder ausbreitet. Die frische Eris-Variante, deren steigende Zahlen auf das „Barbenheimer“-Phänomen zurückgeführt wird, beunruhigt Krankenhäuser und Gesundheitsexperten. Vor allem in Großbritannien steigen die Zahlen weiter an. Dort plädieren erste Experten für ein Masken-Comeback.
Corona-Comeback mit ‚Eris‘-Variante: Erste Experten drängen auf Masken-Comeback
Erst vergangene Woche erst hat die WHO „Eris“ als Coronavirus-Variante „von Interesse“ eingestuft. Vor allem in Großbritannien und Asien gewinnt die Infektion wieder an Dynamik, wie unter anderem die BBC berichtet. Danach wird bereits jeder siebte Covid-Fall in Großbritannien der Variante EG.5.1 zugeschrieben. Britische Mediziner fordern bereits die Rückkehr zur Maske. Die Oxford-Professorin Trisha Greenhalgh schlägt „angesichts der Verbreitung neuer Varianten“ vor, über das Tragen von Masken in Hochrisikosituationen nachzudenken.
Apparently I’m all over the newspapers for suggesting it may be time to think about wearing masks in high-risk settings given spread of new variants. Just to clarify: I did NOT mean a full-on national mask mandate or your grandchildren forced to wear them in nursery schools. 🙄
— Trisha Greenhalgh (@trishgreenhalgh) August 17, 2023
Corona-Variante „Eris“ breitet sich auch in Deutschland aus – für jede vierte Infektion verantwortlich
Der Pandemieradar des Bundesministeriums für Gesundheit zeigt, dass auch in Deutschland die Zahlen wieder ansteigen. Die Inzidenz ist zwar immer noch verschwindet gering und liegt bei 4. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt der Omikronwelle im März 2022, lag der Wert bei 1961. Dennoch: Im Verhältnis zur Vorwoche ist das ein Anstieg um 61 Prozent.
Die seit vier Wochen wieder steigende Zahl von übermittelten COVID-19-Fällen an das RKI scheint mit der zunehmenden Zirkulation dieser ‚Variant of Interest‘ in Zusammenhang zu stehen.
Und auch hierzulande ist „Eris“ bereits für jede vierte Corona-Infektion verantwortlich, so neue Zahlen des RKI. „Die seit vier Wochen wieder steigende Zahl von übermittelten COVID-19-Fällen an das RKI scheint mit der zunehmenden Zirkulation dieser ‚Variant of Interest‘ in Zusammenhang zu stehen“, heißt es vom Robert Koch-Institut.
Symptome einer Corona-Infektion mit „Eris“ oder oder EG.5.1
- Kopfschmerzen
- Muskelschmerzen
- Heiserkeit
- trockener Husten
- lockerer Husten mit Auswurf
- Halsschmerzen
- laufende oder verstopfte Nase
- Niesen
Geruchsverlust und Fieber: Neue Corona-Variante breitet sich aus - „Barbenheimer“ soll schuld sein
Auffällig: Die Erhöhung der Fallzahlen steht – zumindest in Großbritannien – in zeitlichem Bezug zum Start der Blockbuster „Barbie“ und „Oppenheimer“ in den britischen Kinos, weshalb auch vom „Barbenheimer“-Phänomen gesprochen wird. Dass größere Menschenmengen in geschlossenen Innenräumen mit einer erhöhten Corona-Ansteckungsgefahr einhergehen, ist bekannt. Ist es also an der Zeit für eine Masken-Renaissance?
Es sieht so aus, als wäre es wieder einmal Zeit, die Maske aufzuziehen.
Auch in den USA mehren sich die Stimmen, die eine ebensolche fordern. Eric Feigl-Ding, Leiter der COVID Task Force am New England Complex Systems Institute forderte auf Twitter unter Verwendung des Hashtags #MaskUp dazu auf, sich erneut mit Masken vor Corona-Infektionen zu schützen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach teilte den Beitrag, und warnte, die jüngsten Corona-Daten aus New York seien „besorgniserregend“. Er ergänzte: „Wir müssen das genau im Auge behalten. Unser Frühwarnsystem ist aktiv.“
Das muss man im Auge behalten. Unser Frühwarnsystem steht. https://t.co/RMvqmICFr5
— Prof. Karl Lauterbach (@Karl_Lauterbach) August 12, 2023
Steigende Corona-Zahlen im Herbst: Kommen die Masken zurück?
Nach dem Fall der letzten Corona-Schutzmaßnahmen am 7. April 2023 könnte nun also durchaus ein halbes Jahr später die Maske wieder zum Alltagsaccessoire avancieren. Im Herbst und Winter wird das Coronavirus voraussichtlich verstärkt auftreten, davon gehen Experten aus.
„Es besteht weiterhin das Risiko, dass eine gefährlichere Variante auftritt, die zu einem plötzlichen Anstieg der Fälle und Todesfälle führen könnte“, betont WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Nicht nur angepasste Impfstoffe, die die neuen Varianten berücksichtigen, auch das Tragen einer Maske trage dann dazu bei, sich und andere zu schützen, so der Frankfurter Virologe Martin Stürmer gegenüber dem Spiegel.
Rubriklistenbild: © Thomas Trutschel/Imago Images

