Eyjafjallajökull 2.0?

Expertin befürchtet Vulkan-Ausbruch am größten Gletscher Europas – ernste Folgen drohen

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Eine Reihe von Erdbeben versetzt Forschende auf Island in Sorge. Der Vulkan Bárðarbunga, gelegen unter dem größten Gletscher Europas, droht auszubrechen.

Reykjavik - Eine Aschewolke, die tagelang über weiten Teilen Europas hing, mehr als 100.000 ausgefallene Flüge, ein wirtschaftlicher Schaden von fünf Milliarden US-Dollar – das waren einige der Folgen, nachdem das isländische Vulkansystem Eyjafjallajökull 2010 ausgebrochen war. Droht uns ein ähnliches Szenario in nicht allzu ferner Zukunft? Eine Vulkanologin schlägt Alarm, denn ein anderer, deutlich größerer Vulkan auf Island, macht Anstalten, auszubrechen.

Nach einer heftigen Erdbebenserie wird auf Island nämlich mit einem möglichen Vulkanausbruch am größten Gletscher Europas gerechnet. Magma häufe sich rund zehn Kilometer unterhalb des Vulkans Bárðarbunga im Nordwesten des Gletschers Vatnajökull an, sagte die für Vulkane und Erdbeben zuständige Abteilungsleiterin der isländischen Wetterbehörde, Kristín Jónsdóttir, der Deutschen Presse-Agentur

Ein Archivfoto vom 17. April 2010 zeigt Rauch, der beim Ausbruch des Gletscher-Vulkans Eyjafjallajükull auf Island aufsteigt.

Vulkan-Ausbruch auf Island steht bevor: Bárðarbunga könnte Gletscherflut auslösen

In den vergangenen Monaten habe die Aktivität zugenommen und man habe größere Erdbeben in der Region erlebt, weil sich unterirdisch Druck aufbaue. „Und das kann nur zu einem führen: Letztendlich wird es eine Eruption geben“, schlussfolgerte Jónsdóttir. Es sei jedoch äußerst schwierig, den Zeitpunkt dafür vorauszusagen – möglicherweise könne es sogar noch Jahre dauern, bis es so weit sei. Auch könne es ganz unterschiedliche Arten von Ausbrüchen geben: Käme es zu einem unter dem Gletscher, dann würde dies zu katastrophalen Fluten führen, warnte Jónsdóttir.

Vor diesem Phänomen warnt auch Magnús Tumi Guðmundsson, Professor der Geophysik an der University of Iceland. „Sollte ein Ausbruch innerhalb der Caldera (kesselförmige Struktur vulkanischen Ursprungs, Anm. d. Red.) oder an ihren Hängen stattfinden, würde er eine Gletscherflut auslösen“, sagte Guðmundsson dem isländischen Nachrichtenportal RÚV. Gletscherfluten, auch Gletscherläufe genannt, können auftreten, wenn Gletscherseen überlaufen – etwa, weil große Mengen Eis durch einen Vulkanausbruch schmelzen. Diese plötzlichen und reißenden Fluten können weitreichende Folgen für Menschen, Tiere, Natur und Infrastruktur haben.

Lava und Aschewolken: Diese 25 Vulkane auf der Welt sind aktiv – einer sticht besonders heraus

Vulkanausbruch auf La Palma, Aschewolke, Lava, Insel, Spanien
Vulkan im spanischen La Palma: Mehr als drei Monate lang hatte der Vulkan 2021 Rauch, Asche und mehr als 1000 Grad heiße Lava ausgespuckt. Es war der längste Ausbruch in der Geschichte der Insel. Seitdem gab es keine neuen größeren Eruptionen mehr. © Emilio Morenatti/dpa
Kirche Chiesetta Magazzeni, SantAlfio, Vulkan Ätna, Sizilien, Italien
Der Ätna in Italien ist seit 2020 wieder sehr aktiv. Immer wieder kam es seitdem zu Ascheauswürfen und kleineren Lavaströmen. © Michael Weber / Imago
Auf der Reykjanes-Halbinsel in Island ereigneten sich seit Dezember 2023 mehrere Spalteneruptionendie durch eine Serie von Erdbeben und die Ansammlung von Magma im Untergrund ausgelöst wurden. Diese Eruptionen sind typischerweise basaltisch und weniger explosiv, was bedeutet, dass sie in der Regel nur geringe Ascheemissionen verursachen und den Flugverkehr nicht beeinträchtigen, jedoch stellen sie eine Gefahr für die nahegelegene Stadt Grindavík dar, die mehrfach evakuiert wurde.
Auf der Reykjanes-Halbinsel in Island ereigneten sich seit Dezember 2023 mehrere Spalteneruptionendie durch eine Serie von Erdbeben und die Ansammlung von Magma im Untergrund ausgelöst wurden. Diese Eruptionen sind typischerweise basaltisch und weniger explosiv, was bedeutet, dass sie in der Regel nur geringe Ascheemissionen verursachen und den Flugverkehr nicht beeinträchtigen, jedoch stellen sie eine Gefahr für die nahegelegene Stadt Grindavík dar, die mehrfach evakuiert wurde. © IMAGO / Cover-Images
Der Merapi, ein Stratovulkan auf Java, Indonesien, zählt zu den aktivsten und gefährlichsten Vulkanen der Welt mit durchschnittlich einer Eruption alle sieben Jahre und 67 dokumentierten Ausbrüchen in den vergangenen Jahrhunderten. Seine explosive Aktivität, charakterisiert durch pyroklastische Ströme, Lavaströme und Aschewolken, stellt eine ständige Bedrohung für die dicht besiedelte Umgebung dar, einschließlich der etwa 35 km entfernten Großstadt Yogyakarta mit 1,5 Millionen Einwohnern in der Metropolregion.
Der Merapi, ein Stratovulkan auf Java, Indonesien, zählt zu den aktivsten und gefährlichsten Vulkanen der Welt mit durchschnittlich einer Eruption alle sieben Jahre und 67 dokumentierten Ausbrüchen in den vergangenen Jahrhunderten. Seine explosive Aktivität, charakterisiert durch pyroklastische Ströme, Lavaströme und Aschewolken, stellt eine ständige Bedrohung für die dicht besiedelte Umgebung dar, einschließlich der etwa 35 km entfernten Großstadt Yogyakarta mit 1,5 Millionen Einwohnern in der Metropolregion. © IMAGO/Antonius Jagad SR
Der Mauna Loa auf Hawaii, der größte aktive Vulkan der Welt, brach am 27. November 2022 nach fast 40 Jahren Ruhe wieder aus und erzeugte Lavafontänen sowie Aschewolken, die eine Gefährdung für die umliegenden Gebiete darstellten. Die Eruption führte zu einer vorübergehenden Warnstufe „Rot“, wurde jedoch schnell auf „Orange“ herabgestuft, da die Lavaaktivität abnahm und keine unmittelbare Gefahr für Infrastruktur oder Bevölkerung mehr bestand.
Der Mauna Loa auf Hawaii, der größte aktive Vulkan der Welt, brach am 27. November 2022 nach fast 40 Jahren Ruhe wieder aus und erzeugte Lavafontänen sowie Aschewolken, die eine Gefährdung für die umliegenden Gebiete darstellten. Die Eruption führte zu einer vorübergehenden Warnstufe „Rot“, wurde jedoch schnell auf „Orange“ herabgestuft, da die Lavaaktivität abnahm und keine unmittelbare Gefahr für Infrastruktur oder Bevölkerung mehr bestand. © IMAGO / Depositphotos
Vulkanausbruch Stromboli, Vulkaninsel, Italien, Sizilien
Ebenfalls sehr aktiv in Italien: der Stromboli. Die Vulkaninsel befindet sich nordöstlich von Sizilien. Die Lavaströme des mehr als 900 Meter hohen Vulkans fließen oft bis zur Küste. Die anhaltende strombolianische Aktivität setzt sich fort. © Ingv/dpa
Der Vulkan Sakurajima ist einer der aktivsten Vulkane Japans und befindet sich in der Präfektur Kagoshima auf der Insel Kyūshū. Er hat eine Höhe von 1117 Metern und ist bekannt für seine kontinuierliche vulkanische Aktivität, die seit seiner letzten großen Eruption im Jahr 1914, als er mit der Ōsumi-Halbinsel verbunden wurde, immer wieder auftritt.
Der Vulkan Sakurajima ist einer der aktivsten Vulkane Japans und befindet sich in der Präfektur Kagoshima auf der Insel Kyūshū. Er hat eine Höhe von 1117 Metern und ist bekannt für seine kontinuierliche vulkanische Aktivität, die seit seiner letzten großen Eruption im Jahr 1914, als er mit der Ōsumi-Halbinsel verbunden wurde, immer wieder auftritt. © Kuri2000/Imago
Whakaari/White Island, ein aktiver Vulkan vor der Küste Neuseelands, ist bekannt für seine phreatischen Eruptionen, bei denen Dampf und vulkanische Gase explosionsartig freigesetzt werden. Der Vulkan zeigt regelmäßig Anzeichen von Unruhe, wie erhöhte seismische Aktivität, Gasemissionen und gelegentliche Aschewolken, was zu einer ständigen Überwachung und wiederholten Anpassungen des Alarmstatus‘ führt.
Whakaari/White Island, ein aktiver Vulkan vor der Küste Neuseelands, ist bekannt für seine phreatischen Eruptionen, bei denen Dampf und vulkanische Gase explosionsartig freigesetzt werden. Der Vulkan zeigt regelmäßig Anzeichen von Unruhe, wie erhöhte seismische Aktivität, Gasemissionen und gelegentliche Aschewolken, was zu einer ständigen Überwachung und wiederholten Anpassungen des Alarmstatus‘ führt. © Gudella / Imago
Der Sabancaya-Vulkan in Peru zeigt eine hohe eruptive Aktivität mit etwa 40 explosiven Eruptionen pro Tag, die Vulkanasche bis zu 2000 Meter über den Krater ausstoßen. Gleichzeitig wächst im Krater ein aktiver Lavadom, während die Warnstufe auf Orange bleibt und die Öffentlichkeit aufgefordert wird, einen Sicherheitsradius von 12 Kilometer einzuhalten.
Der Sabancaya-Vulkan in Peru zeigt eine hohe eruptive Aktivität mit etwa 40 explosiven Eruptionen pro Tag, die Vulkanasche bis zu 2000 Meter über den Krater ausstoßen. Gleichzeitig wächst im Krater ein aktiver Lavadom, während die Warnstufe auf Orange bleibt und die Öffentlichkeit aufgefordert wird, einen Sicherheitsradius von 12 Kilometer einzuhalten. © IMAGO / Depositphotos
Der Nyiragongo ist ein 3470 Meter hoher Vulkan in der Demokratischen Republik Kongo, der für seine extrem dünnflüssige Lava und seinen permanenten Lavasee bekannt ist. Er gilt als einer der gefährlichsten Vulkane Afrikas, der mehrfach verheerende Ausbrüche hatte, bei denen Teile der nahe gelegenen Stadt Goma zerstört und zahlreiche Menschen getötet wurden.
Der Nyiragongo ist ein 3470 Meter hoher Vulkan in der Demokratischen Republik Kongo, der für seine extrem dünnflüssige Lava und seinen permanenten Lavasee bekannt ist. Er gilt als einer der gefährlichsten Vulkane Afrikas, der mehrfach verheerende Ausbrüche hatte, bei denen Teile der nahe gelegenen Stadt Goma zerstört und zahlreiche Menschen getötet wurden. © Argentique /Imago
Mount Erebus, Antarktis, Vulkan, Lava
Der Mount Erebus in der Antarktis gilt seit 50 Jahren als südlichster aktiver Vulkan der Erde. Eine Forschungs-Station überwacht die Aktivitäten. Die letzte Eruption wurde 2018 registriert. Die Aktivität hält an, mit einem persistenten Lavasee im Krater. © Werner Stambach / Imago
Der Fuego in Guatemala produziert derzeit strombolianische Eruptionen. Diese strombolianische Aktivität ist charakteristisch für den Vulkan.
Der Fuego in Guatemala produziert derzeit strombolianische Eruptionen. Diese strombolianische Aktivität ist charakteristisch für den Vulkan. © IMAGO
Popocatépetl, Mexiko, Vulkan, aktiv, Lava
Der Popocatépetl in Mexiko ist seit 1994 wieder aktiv. Seitdem ist es verboten, den Gipfel des Vulkans zu besteigen. Immer wieder kommt es zu explosionsartigen Ausbrüchen und Aschewolken. © Omar Contreras / Imago
Der Eyjafjallajökull, ein Stratovulkan in Island, erlangte 2010 weltweite Bekanntheit durch seinen Ausbruch, der den europäischen Flugverkehr tagelang lahmlegte und massive wirtschaftliche Auswirkungen hatte. Die Eruption zeichnete sich durch eine Kombination aus Lavaströmen und explosiven Aschewolken aus, wobei die Interaktion zwischen heißem Magma und der Gletscherkappe des Vulkans zu besonders feinen Aschepartikeln führte, die eine ernsthafte Gefahr für Flugzeugtriebwerke darstellten.
Der Eyjafjallajökull, ein Stratovulkan in Island, erlangte 2010 weltweite Bekanntheit durch seinen Ausbruch, der den europäischen Flugverkehr tagelang lahmlegte und massive wirtschaftliche Auswirkungen hatte. Die Eruption zeichnete sich durch eine Kombination aus Lavaströmen und explosiven Aschewolken aus, wobei die Interaktion zwischen heißem Magma und der Gletscherkappe des Vulkans zu besonders feinen Aschepartikeln führte, die eine ernsthafte Gefahr für Flugzeugtriebwerke darstellten. © IMAGO/Atli Mar Hafsteinsson
Vulkanausbruch auf Hawaii, Kilauea, Lava, Magma
Der aktivste Vulkan der Welt ist der Kīlauea auf der Insel Big Island in Hawaii. Seit 1983 fließt hier kontinuierlich Lava, was ihn zu einem der aktivsten Vulkane weltweit macht. Kīlauea hat eine Höhe von 1247 Metern und ist bekannt für seine effusiven Ausbrüche, bei denen Lava in Form von Lavaströmen aus dem Erdinneren austritt. © Uncredited/U.S. Geological Survey/AP/dpa
Der Krakatau in Indonesien ist für seinen katastrophalen Ausbruch von 1883 berühmt, bei dem über 36.000 Menschen starben und massive geologische Veränderungen ausgelöst wurden. Seit 1927 wächst der Anak Krakatau (Kind des Krakatau) durch kontinuierliche vulkanische Aktivität und zeigt regelmäßig strombolianische Eruptionen mit Asche- und Gaswolken sowie gelegentlichen Lavaströmen.
Der Krakatau in Indonesien ist für seinen katastrophalen Ausbruch von 1883 berühmt, bei dem über 36.000 Menschen starben und massive geologische Veränderungen ausgelöst wurden. Seit 1927 wächst der Anak Krakatau (Kind des Krakatau) durch kontinuierliche vulkanische Aktivität und zeigt regelmäßig strombolianische Eruptionen mit Asche- und Gaswolken sowie gelegentlichen Lavaströmen. © IMAGO / Cover-Images
Der Piton de la Fournaise auf der französischen Insel La Réunion ist mit 2632 Metern Höhe einer der aktivsten Vulkane der Welt und wird seit 2010 als UNESCO-Weltnaturerbe gelistet. Der Vulkan bricht durchschnittlich alle neun Monate aus, wobei die meist ungefährlichen effusiven Eruptionen flüssige Lava freisetzen und ein einzigartiges Naturschauspiel bieten, das die Landschaft mit schwarzem Gestein und kontrastierender grüner Vegetation prägt.
Der Piton de la Fournaise auf der französischen Insel La Réunion ist mit 2632 Metern Höhe einer der aktivsten Vulkane der Welt und wird seit 2010 als UNESCO-Weltnaturerbe gelistet. Der Vulkan bricht durchschnittlich alle neun Monate aus, wobei die meist ungefährlichen effusiven Eruptionen flüssige Lava freisetzen und ein einzigartiges Naturschauspiel bieten, das die Landschaft mit schwarzem Gestein und kontrastierender grüner Vegetation prägt. © IMAGO / Pond5 Images
Erta Ale, Äthiopien, Afrika, Vulkan, Lavasee
Der Erta Ale (übersetzt: „Berg, der raucht“) im Nordosten Äthiopiens ist gut 613 Meter hoch. 2017 gab es starke Aktivitäten innerhalb des Lavasees. © Matthew Bailey / Imago
Der Sinabung, ein 2460 Meter hoher Stratovulkan im Norden Sumatras, erwachte 2010 nach 400 Jahren Ruhe und zeigt seitdem anhaltende explosive Aktivität mit pyroklastischen Strömen, Aschewolken und Lavadomen. Seine Ausbrüche haben zahlreiche Dörfer zerstört, Todesopfer gefordert und Zehntausende Menschen zur Evakuierung gezwungen, wodurch der Sinabung als einer der gefährlichsten Vulkane Indonesiens gilt und unter ständiger Beobachtung steht.
Der Sinabung, ein 2460 Meter hoher Stratovulkan im Norden Sumatras, erwachte 2010 nach 400 Jahren Ruhe und zeigt seitdem anhaltende explosive Aktivität mit pyroklastischen Strömen, Aschewolken und Lavadomen. Seine Ausbrüche haben zahlreiche Dörfer zerstört, Todesopfer gefordert und Zehntausende Menschen zur Evakuierung gezwungen, wodurch der Sinabung als einer der gefährlichsten Vulkane Indonesiens gilt und unter ständiger Beobachtung steht. © IMAGO/Kusuma Wijaya
Vesuv, Europa, Vulkan, Italien, aktiv
Der Vesuv: Europas einziger aktiver Vulkan auf dem europäischen Festland brach das letzte Mal im März 1944 – seitdem befindet der knapp 1300 Meter hohe Vulkan offiziell in einer „Ruhephase“. Obwohl er als ruhend gilt, wird er weiterhin genau überwacht. © Stefan Rousseau/dpa
Der Ebeko-Vulkan auf der Kurileninsel Paramushir in Russland ist einer der aktivsten Vulkane der Region und zeigt häufige phreatische Eruptionen, bei denen Asche bis zu 3.500 Meter hoch ausgestoßen wird. Die jüngsten Aktivitäten, die im Februar 2024 stattfanden, führten zu einer Warnung für den Flugverkehr aufgrund der Aschewolken.
Der Ebeko-Vulkan auf der Kurileninsel Paramushir in Russland ist einer der aktivsten Vulkane der Region und zeigt häufige phreatische Eruptionen, bei denen Asche bis zu 3.500 Meter hoch ausgestoßen wird. Die jüngsten Aktivitäten, die im Februar 2024 stattfanden, führten zu einer Warnung für den Flugverkehr aufgrund der Aschewolken. © IMAGO/KURIL BAND
Dukonu, Vulkan, Indonesien, Eruption, Lava
Der Dukonu in Indonesien ist knapp 1200 Meter hoch. Zwar ereignete sich die letzte schwere Eruption bereits im Jahr 1550, seit 1933 ist er jedoch kontinuierlich aktiv – und einer der aktivsten weltweit. Er zeigt kontinuierliche Aktivität mit häufigen Ascheeruptionen. © Westend61 / Imago
Der Shiveluch-Vulkan auf der Kamtschatka-Halbinsel in Russland ist einer der aktivsten und explosivsten Vulkane der Welt, der am 10. April 2023 mit einer massiven Eruption ausbrach, die eine Aschewolke bis zu 16 Kilometer hoch schleuderte und eine Fläche von etwa 108.000 Quadratkilometern bedeckte. Diese explosive Aktivität führt zur Bildung von Lavadomen und pyroklastischen Strömen, während die Warnstufe für den Luftverkehr auf Rot angehoben wurde, um die umliegenden Städte und Dörfer vor den Gefahren der vulkanischen Emissionen zu schützen.
Der Shiveluch-Vulkan auf der Kamtschatka-Halbinsel in Russland ist einer der aktivsten und explosivsten Vulkane der Welt, der am 10. April 2023 mit einer massiven Eruption ausbrach, die eine Aschewolke bis zu 16 Kilometer hoch schleuderte und eine Fläche von etwa 108.000 Quadratkilometern bedeckte. Diese explosive Aktivität führt zur Bildung von Lavadomen und pyroklastischen Strömen, während die Warnstufe für den Luftverkehr auf Rot angehoben wurde, um die umliegenden Städte und Dörfer vor den Gefahren der vulkanischen Emissionen zu schützen. © IMAGO/Kamchatka branch of RAS Geophysi
Der Sangay-Vulkan in Ecuador, mit einer Höhe von 5.230 Metern, ist einer der aktivsten Vulkane Südamerikas und zeigt seit 1934 nahezu ununterbrochene eruptive Aktivität, die durch regelmäßige Asche- und Felsauswürfe gekennzeichnet ist. Seine Eruptionen, die alle 15 bis 60 Minuten stattfinden, führen zur kontinuierlichen Bildung eines Vulkankegels und stellen eine ständige Gefahr für die umliegenden Gebiete dar.
Der Sangay-Vulkan in Ecuador, mit einer Höhe von 5.230 Metern, ist einer der aktivsten Vulkane Südamerikas und zeigt seit 1934 nahezu ununterbrochene eruptive Aktivität, die durch regelmäßige Asche- und Felsauswürfe gekennzeichnet ist. Seine Eruptionen, die alle 15 bis 60 Minuten stattfinden, führen zur kontinuierlichen Bildung eines Vulkankegels und stellen eine ständige Gefahr für die umliegenden Gebiete dar. © IMAGO / Pond5 Images
Masaya, Nicaragua, Vulkan, Lava, Gestein
Der Masaya in Nicaragua: 2015 bildete sich ein Krater mit einem Lavasee. Messversuche mit einer Wärmebildkamera ergaben dort Temperaturen von etwa 1200 Grad Celsuis. © dimarik / Imago

Bárðarbunga auf Island: Ausbruch von Gletscher-Vulkan wahrscheinlich

Der Vatnajökull gilt als größter Gletscher Europas außerhalb der Polargebiete. Rund um das riesige Vulkansystem Bárðarbunga, das von dem Eiskoloss teils bedeckt wird und teils nicht, war es am Dienstag (14. Januar) zum heftigsten Erdbebenschwarm seit zehn Jahren gekommen – damals hatte es im Anschluss einen monatelangen Ausbruch gegeben. Innerhalb weniger Stunden wurden nun schätzungsweise 130 Erdbeben verzeichnet, darunter 17 mit einer Stärke von 3,0 und höher und eines der Stärke 5,1. 

Die isländische Zivilschutzbehörde hat daraufhin die Unsicherheitsstufe ausgerufen. Das bedeutet, dass sie die Lage und ihre mögliche Bedrohung für Mensch, Umwelt und Infrastruktur genau beobachtet. Seitdem hat sich die Erde zunächst wieder beruhigt.

Vulkan Bárðarbunga: Aktivität erinnert an Eyjafjallajökull-Ausbruch 2010

Die Vulkangefahr an einem isländischen Gletscher erinnert unweigerlich an den Ausbruch am Eyjafjallajökull, der 2010 mit einer kilometerhohen Aschewolke tagelang den internationalen Flugverkehr lahmgelegt hatte. Wie damals handelt es sich auch beim Bárðarbunga um einen von einem Gletscher bedeckten Vulkan. Doch derjenige damals sei deutlich kleiner gewesen, sagt Vulkanologin Jónsdóttir. 

Bei einer Eruption innerhalb des Gletschergebietes könne man mit einer ähnlichen Situation wie damals rechnen, sagt sie – einschließlich Aschewolke mit möglichen Folgen für den Flugverkehr. Die Folgen hingen jedoch davon ab, wie kräftig der Ausbruch sei, wie lange er andauere und wohin der Wind wehe. Zugleich habe man damals aus dem Eyjafjallajökull gelernt, wodurch die Auswirkungen auf den Luftverkehr diesmal vermutlich geringer ausfallen würden.

Ausbruch von Bárðarbunga-Vulkan auf Island könnte große Region betreffen

Die Lage am Bárðarbunga ist deutlich anders als auf der Reykjanes-Halbinsel südwestlich der Hauptstadt Reykjavik, wo es seit 2021 immer wieder zu sogenannten Spalteneruptionen kommt. Dabei bildet sich jeweils ein meist kilometerlanger Erdriss, aus dem in der Folge glühend heiße Lava sprudelt, wie etwa 2024 nahe der Hafenstadt Grindavík.

Trotz der Regelmäßigkeit dieser Naturschauspiele auf der Reykjanes-Halbinsel weist Vulkanologin Jónsdóttir darauf hin, dass die Bedrohung durch solche Ausbrüche immer wieder real sei – und der nächste bereits bevorstehe. „Wir erwarten die nächste Eruption Anfang Februar oder schon Ende Januar, also sehr bald“, sagt sie. Ihre Folgen seien jedoch weitgehend lokal begrenzt, während der Bárðarbunga eine viel größere Region betreffen könnte.

Geophysiker Guðmundsson hat jedoch Hoffnung im Fall einer Eruption: „Bárðarbunga ist in mancherlei Hinsicht sehr günstig gelegen, weil Eruptionen hier weit von bewohnten Gebieten auftreten. Die nächste Siedlung ist 70 Kilometer entfernt, was es unvergleichbar mit der Situation in Grindavík macht.“ Im Fall einer Gletscherflut dürften die Folgen jedoch weitreichender sein. Der Mendenhall-Gletscher nahe Juneau in Alaska etwa löste eine Flutwelle aus, nach der das ganze Tal unter Wasser stand. (ial/dpa)

Rubriklistenbild: © S. Olafs/dpa

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