VonRobin Dittrichschließen
In Island kam es bereits zum dritten Vulkanausbruch seit Mitte Dezember 2023. Lavaströme kappen sogar die örtliche Warmwasserversorgung zeitweilig.
Reykjavík – Für Beobachter gilt ein Vulkanausbruch wohl als Naturspektakel. Für die in betroffenen Regionen lebenden Menschen sind die Ausbrüche existenzbedrohend. Ein erneuter Vulkanausbruch kappte in Island jetzt die Warmwasserversorgung.
Warmwasserversorgung gekappt: Dritter Vulkanausbruch in wenigen Wochen in Island
Am Donnerstag, dem 8. Februar 2024, wurde für die Region auf der Reykjanes-Halbinsel südwestlich von Reykjavik die Notstandstufe ausgerufen. Der dritte Vulkanausbruch auf Island innerhalb von acht Wochen hatte die Warmwasserversorgung gestört. Dadurch kam es zu einem Mangel an heißem Wasser in der Region Sudurnes, teilte die Zivilschutz- und Polizeibehörde mit. Die betroffenen Bewohner wurden aufgefordert, Strom und Wasser zu sparen. Kindergärten, Grundschulen und andere Einrichtungen wurden vorerst geschlossen.
Ausgebrochen war der Vulkan gegen 6.00 Uhr Ortszeit nördlich des Küstenortes Grindavík. Berichtet wird von einem knapp drei Kilometer langen Erdriss, aus dem glutrote Lava sprudelte. Die Lavafontänen sollen zwischen 50 und 80 Meter hoch gewesen sein, wie die Wetterbehörde Vedurstofa meldete. Die dadurch erzeugte Dampfwolke erreichte in der Höhe sogar drei Kilometer. In Videoaufnahmen und Livestreams war zu sehen, wie sich ein Lavafeld rund um den Riss bildete.
Sechster Vulkanausbruch auf Island seit 2021 – Lava zerstörte sogar Häuser
Zu Beginn des Wochenendes beruhigte sich die Lage auf Island aller Voraussicht nach wieder etwas. In dem verschneiten Vulkangebiet sollen keine Lavafontänen mehr zu erkennen sein, Dampf tritt allerdings weiterhin aus. Die isländische Wetterbehörde möchte dennoch kein Risiko eingehen, da nicht ausgeschlossen werden könne, dass in den Kratern weiterhin Aktivität herrsche. Insgesamt war die Lava rund viereinhalb Kilometer weit in Richtung Westen geflossen.
Der erneute Vulkanausbruch auf Island war bereits der sechs seit 2021. Beim letzten Ausbruch Mitte Januar 2024 erreichte die Lava sogar den Ort Grindavík und zerstörte dort einige Häuser. Es war das erste Mal seit einem halben Jahrhundert, dass bei einem Vulkanausbruch Häuser auf Island zerstört wurden. Der Flugverkehr wurde durch die letzten Ausbrüche nicht behindert. Das war zuletzt bei dem Ausbruch des Vulkangletschers Eyjafjallajökull im Jahr 2010 der Fall, bei dem eine große Aschewolke kilometerweit in die Luft stieg. (rd/dpa)
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