- VonJulia Stantonschließen
Nach dem schockierenden Femizid an der Studentin Giulia Cecchettin sind in Italien zwei Frauen brutal durch ihre Ehemänner ermordet wurden.
Parma/Andria – Die Welle der Empörung über den Mord an Guilia Cecchettin ist noch nicht abgeklungen, schon erschüttern zwei weitere Frauenmorde Italien: In der Provinz Parma im Norden Italiens schlug ein Ehemann wiederholt mit einem Cricketschläger auf seine Frau ein.
Der Angriff ereignete sich am Dienstag, 28. November, und wurde durch das Eingreifen einer nicht diensthabenden Polizistin unterbrochen: Die Beamtin hörte zufällig die Schreie der Frau und griff sofort ein. Ihre Hilfe kam jedoch zu spät: Die 66-Jährige erlag ihren Verletzungen am Tatort. Der Mann wurde verhaftet und die Polizei nahm die Ermittlungen auf. Bekannte der Frau gaben an, dass sie schon länger unter der häuslichen Gewalt ihres Mannes litt.
Noch am selben Tag erschüttert ein weiterer Frauenmord die Region Apulien in Süditalien. Auch in diesem Fall wurde die 42-jährige Frau Opfer eines tödlichen Angriffs durch ihren Ehemann. Der Mann schlug mehrmals brutal auf seine Ehefrau ein. Darüber berichtet das Nachrichtenportal stol.it. Demnach soll der Täter selbst die Polizei gerufen haben. „Ich habe meine Frau getötet, kommt“, soll er den Beamten am Telefon gesagt haben. Laut Angaben der Polizei befanden sich auch die beiden minderjährigen Kinder des Paares im Haus.
Mord an Guilia Cecchettin löst Demonstrationen in ganz Italien aus
Seit dem Mord an der 22-jährigen Studentin Guilia Cecchettin durch ihren Exfreund Filippo Turetta protestieren Menschen in ganz Italien gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Viele sehen darin ein strukturelles Problem. Alleine in Rom gingen am Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, am 25. November, über eine halbe Million Menschen auf die Straße.
Als Reaktion auf den Mord der Studentin kündigte die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni Maßnahmen an. Die Regierung plane einen Gesetzesentwurf, um Frauen besser zu schützen. Außerdem soll mit einer Kampagne mehr Aufmerksamkeit für die Problematik geschaffen werden. Seit Jahresbeginn sind in Italien laut Angaben des italienischen Innenministeriums 107 Frauen Opfer von Femiziden geworden. In den meisten Fällen wurden sie durch ihren Partner oder Ex-Partner ermordet. (jus)
Rubriklistenbild: © Luca Bruno/AP/dpa
