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Ein Fund an der Ostsee sorgt für Begeisterung im Netz. Viele Nutzer vermuten ein versteinertes Bügeleisen. Doch was verbirgt sich wirklich hinter dem Objekt?
Hiddensee – Am Meer machen Einheimische und Touristen immer wieder besondere Entdeckungen. Nicht immer ist es auch eine gute Idee, außergewöhnliche Fundstücke einzustecken, wie zuletzt ein Fund an der Ostsee zeigte, für den eine Frau viel Kritik einstecken musste. Auch ein weiterer bizarrer Fund am Meer sorgte im Netz kürzlich für Diskussionen. Nun reiht sich ein weiteres Objekt in diese Liste ein.
„Feuersteins Bügeleisen“: Fund an der Ostsee sorgt für Spekulationen im Netz
Auf Facebook postet eine Nutzerin aus Österreich ein Foto des Fundstücks von ihrem Besuch an der Ostsee. Sie titelt: „Mein Bügeleisen, gefunden auf Hiddensee“. Wie sie zu der Bezeichnung kommt, wird mit einem Blick auf das Bild schnell klar. Zu erkennen ist ein Stein mit erstaunlicher Ähnlichkeit zu dem Haushaltsgerät. Unten ähnelt der Stein dem Eisen, oben lässt sich eine Art Griff samt Gehäuse erkennen, wo bei einem echten Bügeleisen Wassertanköffnung und Wassersprühdose liegen würden.
Viele Nutzer stimmen zu und wollen darin ein Bügeleisen erkennen. Ein User kommentiert: „Ich habe auch sofort an ein Bügeleisen gedacht“. Ein Mann kommentiert: „Versteinertes Bügeleisen“. Ein anderer kommentiert ironisch: „Wilma Feuersteins Bügeleisen“ und spielt dabei auf die bekannte TV-Serie an.
Die Menschheit bügelt laut dem Museum für Energiegeschichten bereits seit rund 200 n. Chr. Kleidung – wenn auch nicht in der heutigen Form. Dennoch liegt es wohl auf der Hand, dass es sich bei dem Objekt nicht etwa um ein versteinertes Bügeleisen handeln kann, wie von einigen vermutet.
Frau präsentiert Fund von der Ostsee – „du hast einen wunderschönen Hühnergott gefunden“
Was hat die Frau also am Strand der Ostsee gefunden? Antworten finden sich ebenfalls in den Kommentaren unter dem Beitrag. Ein Nutzer kommentiert: „Da hast Du einen wunderschönen Hühnergott gefunden“ und dürfte damit wohl recht haben. Wie ostsee.de berichtet, handelt es sich bei sogenannten Hühnergöttern um Feuersteine, die ein natürliches Loch beinhalten.
Woher kommt der Begriff „Hühnergott“?
Die Herkunft dieser Bezeichnung sei laut dem Portal bis heute nicht geklärt. Jedoch erschien in den 1960er-Jahren in der deutschen Übersetzung von Jewgeni Jewtuschenkos Novelle „Der Hühnergott“ der Begriff bereits. Darin hieß es demnach: „Der Hühnergott – das ist ein Meeressteinchen mit einem kleinen Loch. Man sagt, die Krimtataren hätten geglaubt, dass ein solches Steinchen, mit einem Faden an die Hühnerstange gehängt, das Federvieh zu verbesserter Legetätigkeit ansporne.“
Bereits im alten slawischen Volksglauben wurde an eine beschützende Wirkung des Lochsteins geglaubt. Die Menschen hätten deshalb einen solchen Stein in Ställe gelegt, um Kikimora, eine alte slawische Gottheit, daran zu hindern, Federvieh zu stehlen oder beim Eierlegen zu stören. Später sei laut dem Autor Jewtuschenko zudem der Glaube hinzugekommen, dass ein Hühnergott den Menschen Glück bringen würde. Bis heute würde dieser Glauben bei vielen anhalten. Glück für die Finderin, die den gefundenen Stein laut eigenen Angaben nun auf ihrem Nähtisch platziert hat. (bk)
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