Menschen evakuiert

Waldbrand wütet am Brocken: Loderndes Feuer im Harz „eher schlimmer“ als vor zwei Jahren

Alle Autoren
    schließen
  • Hannes Niemeyer
    Hannes Niemeyer
  • Julia Hanigk
    Julia Hanigk

Ein massiver Waldbrand am Brocken im Harz hat zur Evakuierung von 500 Menschen geführt. Die Löscharbeiten gestalten sich schwierig.

Update vom 7. September, 18.15 Uhr: Nach wie vor wütet der Waldbrand am Brocken – an exakt derselben Stelle, an der es vor zwei Jahren schon einmal brannte. Diesmal sind die Ausmaße des Feuers jedoch wesentlich größer, wie Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse der Bild erklärte. „Der Brand ist mindestens so schlimm wie vor zwei Jahren, eher schlimmer. Wir sind aber diesmal besser vorbereitet“, so Lohse.

Laut Einsatzleiter Torsten Breiting versuche man aktuell „mit aller Macht das Brockenmoor zu schützen“. Noch bis Sonnenuntergang werden die Einsatzkräfte ihre Löschbestrebungen fortsetzen. Aufgrund des unwegsamen Geländes müssen die Löscharbeiten über Nacht ruhen. Lohse hofft, dass der für Montag angesagte Regen hilft, das Feuer in den Griff zu bekommen.

Löscharbeiten beim Brocken-Waldbrand werden wohl mehrere Tage dauern

Update vom 7. September, 15.31 Uhr: Bis der Waldbrand am Brocken gelöscht ist, wird es wohl noch einige Tage dauern. „Wir stellen uns auf einen mehrtägigen Einsatz ein“, erklärte Einsatzleiter Immo Kramer über den Brand im Harz. Ein erstes positives Signal gibt es immerhin: aktuell breitet sich das Feuer nicht weiter aus.

„Hoffen, das Feuer bis heute Abend unter Kontrolle zu bringen“: Waldbrand im Harz wütet weiter

Update vom 7. September, 11.36 Uhr: Im Harz rund um den Brocken brennt es inzwischen auf einer Länge von rund 1000 Metern. Wie viele Hektar derzeit betroffen seien, könne man nicht sagen, sagte ein Sprecher des Landkreises Harz. Die Löscharbeiten dauern an. Gegen 14 Uhr soll erneut die Lage besprochen werden.

Wie Hans Ervenich, Stadtbrandmeister in Braunlage, berichtet, seien die Hubschrauber im Pendelverkehr zwischen den Feuern auf unwegsamen Gelände und dem See auf dem Wurmberg unterwegs. Die Einsatzkräfte seien besser vorbereitet als beim Brand vor zwei Jahren an derselben Stelle. Zur Lage am Samstag (7. September) erklärte er: „Wir haben befürchtet, dass der Brand heute Morgen doppelt so groß sein könnte. Dies hat sich zum Glück nicht bestätigt.“ Laut Ervenich sei das Feuer zwar etwas größer geworden, aber nicht so viel wie befürchtet. „Wir hoffen, das Feuer bis heute Abend unter Kontrolle zu bringen“, erklärte der.

Der Brand im Harz am Brocken ist weiterhin nicht unter Kontrolle. (Montage)

Feuer im Harz wird am Boden und aus der Luft bekämpft – Weiterhin nicht unter Kontrolle

Update vom 7. September, 07.04 Uhr: Der großflächige Waldbrand am höchsten Berg im Harz soll weiter intensiv aus der Luft und am Boden bekämpft werden – mit Hubschraubern, Flugzeugen und vielen Feuerwehrkräften. Nach Angaben des Landkreises vom späten Abend ist das seit Stunden lodernde Feuer am Brocken weiterhin nicht unter Kontrolle und breitet sich ungehindert aus. Viele Brandstellen hätten sich vereinigt und es sei eine größere Feuerfront entstanden, hieß es nach einer Lagebesprechung. Nähere Angaben wollten bis zum frühen Morgen dann weder der Landkreis noch Polizei und Feuerwehr machen.

Einsatzleiter Immo Kramer sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Das THW ist dabei, Wege zu bauen und eine Brücke herzurichten, damit bei Tageslicht der Einsatz am Boden weitergehen kann.“ An wichtigen Wegen seien Beregner im Einsatz, die mehrere Tausend Liter Wasser pro Minute verteilen, damit die Flammen nicht weiter vorrücken. Für Samstag, 7. September, seien vier Löschflugzeuge und sechs Löschhubschrauber angefordert worden, so Kramer. In der Nacht mussten sich einige Feuerwehrkräfte zurückziehen, weil einzelne Schutzstreifen vom Feuer übersprungen wurden. 

Waldbrand-Drama im Harz: Am Brocken brennt es.

Waldbrand am Brocken im Harz – Bundeswehr-Unterstützung angefordert

Erstmeldung: Brocken – Ein großflächiger Waldbrand am Brocken im Harz hat am Freitag zur Evakuierung von 500 Menschen geführt. Der Brand war am Nachmittag gegen 14 Uhr in der Nähe der Kesselklippe ausgebrochen, wie der NDR berichtet. Das Feuer breitete sich schnell aus, die Rauchwolken sollen kilometerweit zu sehen gewesen sein. Laut einem Sprecher des Landkreises Harz ist inzwischen eine größere Feuerfront entstanden, da sich viele der einzelnen Brandstellen vereinigt haben.

Waldbrand im Harz: 500 Besucher mit Bussen vom Brocken evakuiert – Lage „weiterhin ernst“

Touristen, Wanderer und Sportler wurden mit Bussen vom Harzgipfel in Sicherheit gebracht, nachdem die Harzer Schmalspurbahnen den Verkehr zwischen Drei Annen Hohne und dem Brocken eingestellt hatten. Die Evakuierung des Brockens war am Abend abgeschlossen, hieß es seitens des Landkreises. Vergangenes Jahr brannte es schon einmal am Brocken.

Insgesamt sind rund 150 Feuerwehrleute am Boden und mittels Hubschraubern in der Luft im Einsatz, um die Flammen unter Kontrolle zu bringen. „Die Lage am Brocken ist weiterhin ernst“, erklärte ein Sprecher des Landkreises Harz bei der Berliner Zeitung. Die Stadt Wernigerode und der Landkreis Harz haben einen gemeinsamen Einsatzstab gebildet, um die Koordination der Maßnahmen zu verbessern.

Schwierige Löscharbeiten bei Waldbrand am Brocken – Unterstützung von Bundeswehr angefordert

Die Löscharbeiten gestalten sich als äußerst schwierig. Kreisbrandmeister Kai-Uwe Lohse erklärte, dass die Feuerwehrleute am Boden eine sogenannte Riegelstellung einnehmen, um die Ausbreitung der Flammen zu verhindern, wie der Spiegel berichtete. Zusätzlich wurden zwei Löschflugzeuge aus Niedersachsen, ein Flugzeug des Landkreises Harz und ein Hubschrauber eingesetzt. Sechs weitere Hubschrauber von Bundeswehr und Bundespolizei wurden angefordert. Die Einsatzkräfte arbeiten rund um die Uhr, um eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern.

Die Waldbrandgefahr in Sachsen-Anhalt ist derzeit sehr hoch. In den letzten Wochen kam es immer wieder zu Wald- und Feldbränden, die jedoch meist schnell gelöscht werden konnten. (sp/dpa/jh)

Rubriklistenbild: © Matthias Bein/dpa (2)

Kommentare