„Herr Kanzler, ich bitte Sie“

Drama um deutsche Hamas-Geiseln – Verzweifelter Vater wendet sich jetzt direkt an Scholz

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Der Krieg zwischen der Hamas und Israel geht weiter. Noch immer sind zahlreiche Menschen verschwunden, ein Familienvater bittet den deutschen Kanzler um Hilfe.

Tel Aviv – Der Angriff der Hamas auf Israel sorgte weltweit für Entsetzen. Neben hunderten ermordeten Menschen verschleppte die Terrororganisation Dutzende, darunter auch deutsche Staatsbürger. Betroffen ist auch Yoni Asher. Seine Frau Doron Katz, seine zwei Töchter und Schwiegermutter wurden gewaltvoll in den Gazastreifen verschleppt.

Alle haben den deutschen Pass, den Pass seiner Frau zeigt er während eines Interviews mit dem Sender WeltTV in die Kamera. „Ich stehe an den Toren zur Hölle“, erklärt Asher. Die Großmutter starb erst vor wenigen Monaten im Alter von über 100 Jahren. Sie überlebte laut Asher den Holocaust, nun sei er „froh, dass sie diesen zweiten Holocaust nicht miterleben muss“. Asher befinde sich „im Kampf seines Lebens“ um seine Familie. Schon zuvor wandte sich Asher über das Fernsehen an die Öffentlichkeit, damals an die Hamas selbst.

Ein Vater aus Israel bittet Bundeskanzler Olaf Scholz um Hilfe bei der Suche nach seiner verschleppten Familie.

Vater aus Israel bittet Kanzler Olaf Scholz um Hilfe

Er richtet zudem die Worte an Deutschland, insbesondere an Bundeskanzler Olaf Scholz. „Herr Kanzler, ich bitte Sie“, so Asher, „sie sind ein fähiger Mann, Deutschland ein fähiges Land, sie können es schaffen. Und ich flehe sie an, denken Sie daran, was in Deutschland passieren kann“. Israel sei „ein Teil des Westens“. Was in Israel mit Europäern passiere, könne ebenso in Deutschland passieren. „Sie haben uns ‚nie wieder‘ versprochen, jetzt ist die Zeit, dieses Versprechen umzusetzen“. Deutschland solle die Versprechen einlösen, die es in der Vergangenheit gemacht habe.

Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert

Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Am 7. Oktober 2023 feuern militante Palästinenser aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel ab. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, hatte den Beginn einer „Militäroperation“ gegen Israel verkündet. © Hatem Moussa/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen ist Rauch aus einem Wohnhaus zu sehen.  © Ilia Yefimovich/ dpa
Israelischer Soldat mit Hund im Israel Krieg
Ein israelischer Soldat geht mit seinem Hund zwischen Autos in Deckung.  © Ohad Zwigenberg/ dpa
Israelische Polizisten evakuieren Frau und Kind im Israel Krieg
Israelische Polizisten evakuieren eine Frau und ein Kind von einem Ort, der von einer aus dem Gazastreifen abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Tsafrir Abayov/ dpa
Militante Palästinenser fahren im Israel Krieg mit einem Pickup, auf dem womöglich eine entführte deutsch-israelische Frau zu sehen ist.
Militante Palästinenser fahren mit einem Pickup, auf dem möglicherweise eine deutsch-israelische Frau zu sehen ist, in den Gazastreifen zurück. Die islamistische Hamas hatte mitgeteilt, ihre Mitglieder hätten einige Israelis in den Gazastreifen entführt. © Ali Mahmud/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Angehörige der Feuerwehr versuchen, nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen das Feuer auf Autos zu löschen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Menschen suchen in Trümmern nach Überlebenden nach massive Raketenangriffen aus Gazastreifen auf Israel.
Menschen suchen zwischen den Trümmern eines bei einem israelischen Luftangriff zerstörten Hauses nach Überlebenden.  © Omar Ashtawy/ dpa
Verlassene Stätte des Festivals Supernova nach dem Angriff der Hamas
Bei dem Rave-Musikfestivals Supernova im israelischen Kibbuz Re’im sterben rund 270 Besucher:innen. So sieht die verlassene Stätte nach dem Angriff aus.  © JACK GUEZ / AFP
Feiernde Palästinenser nach Angriff der Hamas auf Israel
Palästinenserinnen und Palästinenser feiern in Nablus nach der großen Militäroperation, die die Al-Qassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, gegen Israel gestartet haben.  © Ayman Nobani/ dpa
Hamas-Großangriff auf Israel - Gaza-Stadt
Das israelische Militär entgegnete mit dem Beschuss von Zielen der Hamas im Gazastreifen. Nach einem Angriff steigen bei einem Hochhaus in Gaza Rauch und Flammen auf. © Bashar Taleb/ dpa
Mann weint in Gaza bei Israel Krieg
Ein Mann umarmt einen Familienangehörigen im palästinensischen Gebiet und weint.  © Saher Alghorra/ dpa
Israelischer Soldat im Israel Krieg steht neben Frau
Am 8. Oktober beziehen israelische Soldaten Stellung in der Nähe einer Polizeistation, die am Tag zuvor von Hamas-Kämpfern überrannt wurde. Israelische Einsatzkräfte haben dort nach einem Medienbericht bei Gefechten in der an den Gazastreifen grenzenden Stadt Sderot mehrere mutmaßliche Hamas-Angehörige getötet. © Ilan Assayag/ dpa
Nach Hamas Großangriff - Sa'ad
Israelische Streitkräfte patrouillieren in Gebieten entlang der Grenze zwischen Israel und Gaza, während die Kämpfe zwischen israelischen Truppen und islamistischen Hamas-Kämpfern weitergehen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Palästinensisches Kind in einer Schule, die im Israel Krieg als Schutz dient
Ein palästinensisches Kind steht auf dem Balkon einer Schule, die von den Vereinten Nationen betrieben wird und während des Konfliktes als Schutzort dient.  © Mohammed Talatene/ dpa

Im Interview wird deutlich, dass sich Asher bereits mit der deutschen Außenministerin Annalena Baerbock unterhalten habe. Auch mit der deutschen Botschaft stehe er in Kontakt, die alles dafür tue, ihm zu helfen.

Derweil bereitet sich Bundeskanzler Olaf Scholz auf eine Reise nach Israel vor – als erster Premierminister aus dem Westen seit dem Angriff der Hamas. Offenbar ist auch eine Reise nach Ägypten geplant, das Land, in das tausende Zivilisten aus dem Gazastreifen fliehen. Tel Aviv erhofft sich beim Kanzlerbesuch am Dienstag (17. Oktober) eine Vermittlerrolle durch Scholz wegen der tausenden palästinensischen Flüchtlinge. (spr)

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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