VonFelix Busjaegerschließen
Heizen 2022 wird wegen der Gaskrise teuer. Nicht nur das Gas verzeichnet Rekorde. Auch Heizöl steigt für Kunden im Preis. Das zeigt der Heizspiegel 2022.
Berlin – Die Tage werden kürzer und die Nächte länger – und immer kälter. Mancherorts in Deutschland gab es bereits den ersten Schnee und Verbraucher fragen sich, ab wann sie 2022 heizen sollen. Denn wegen des Ukraine-Kriegs von Wladimir Putin und der bundesweiten Energiekrise stehen die Bürger derzeit vor einem großen Problem: Heizen in Deutschland ist massiv teurer geworden. Schon jetzt befürchten manche hohe Nachzahlungen, wodurch die Nebenkostenabrechnung im kommenden Jahr zu einem bösen Erwachen führen könnte. Dass Heizen mit Gas 2022 extrem kostspielig ist, wissen mittlerweile viele Verbraucher. Doch auch beim Heizöl droht eine enorme Kostenexplosion.
Heizen 2022 mit Öl: Heizspiegel sieht für die Heizperiode 2022 großen Kostenanstieg
So stark wie in diesem Jahr sind die Heizkosten in Deutschland noch nie gestiegen: Im Schnitt kam es innerhalb von zwei Jahren zu einer Verdoppelung bei den Kosten fürs Gas – das zeigt der aktuelle Heizspiegel 2022, der am Dienstag, dem 27. September, veröffentlicht wurde. Die Daten zeigen aber auch, dass das Heizen mit Gas nicht den größten Anstieg bei den Kosten verursacht. Wer in den heimischen vier Wänden mit Öl heizt, steht womöglich angesichts der Heizperiode 2022 vor einem noch größeren Problem: Im Vergleich zum Gas ist das Heizen mit Öl 2022 in den vergangenen zwei Jahren noch teurer geworden.
Insgesamt errechnet der Heizspiegel 2022 eine Kostensteigerung von 130 Prozent. Doch auch bei vermeintlich günstigen Alternativen zur Gasheizung müssen Kunden deutlich tiefer in die Taschen greifen. Die Kosten, um mit Wärmepumpen oder Holzpellets zu heizen, steigen zwar im Vergleich zu Gas oder Öl weniger deutlich an, allerdings sind die Unterschiede im Zweijahresvergleich dennoch erheblich. Eine Alternative beim Heizen 2022 stellt Holz dar: Mit dem Kamin oder Holzofen lässt sich mitunter Geld sparen. Auch Hackschnitzel können beim Heizen 2022 genutzt werden.
Heizspiegel 2022 prognostiziert kostenintensive Heizperiode: Heizen 2022 könnte zum finanziellen Problem werden
Dass Heizen 2022 besonders kostenintensiv werden könnte, wissen Experten und Verbraucher seit Monaten gleichermaßen. Das Vorhaben, sich unabhängig vom russischen Gas zu machen, war seit Beginn mit finanziellen Problemen verbunden. Die Bundesregierung von Olaf Scholz (SPD) brachte zwar mehrere Entlastungspakete auf den Weg, dennoch war klar, dass die staatlichen Hilfen nur einen gewissen Teil der Mehrkosten der Verbraucher abfangen können.
Heizöl kaufen oder abwarten: Was aktuell im Jahr 2022 Sinn macht
Wer beim Heizen auf Heizöl setzt und aktuell vor der Frage steht, Nachschub für den Tank zu kaufen oder abzuwarten, sollte beim Heizölkauf Folgendes berücksichtigen: Aufgrund aktueller Preisschwankungen können bei den Anbietern unterschiedliche Preise möglich sein. Hier lohnt es sich für den Kunden, Preise für Heizöl zu vergleichen und Lieferungen zu einem Festpreis zu vereinbaren. Wegen der aktuell günstigen Preise könnte es sich lohnen, noch Lieferungen von Heizöl zu vereinbaren. Allerdings sollten Kunden lange Lieferzeiten berücksichtigen.
Wie dramatisch die Situation für Bürger werden könnte, die auf Heizöl setzen, zeigt eine Beispielrechnung: Wie der Heizspiegel 2022 für eine 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus errechnet hat, dürften die Kosten für Heizöl bei etwa 1440 Euro liegen. Zum Vergleich: Heizen mit Gas wird in der Musterwohnung für das Jahr 2022 etwa 1370 Euro kosten. „Solch ein starker Anstieg der Heizkosten wurde seit der ersten Veröffentlichung des Heizspiegels im Jahr 2005 noch nie verzeichnet“, sagte Co2online-Geschäftsführerin Tanja Loitz, deren Beratung den Heizspiegel 2022 publiziert hat. „Was im Durchschnitt schon sehr viel ist, kann im Einzelfall auch noch deutlich mehr sein.“
Heizöl für das Heizen 2022: Heizspiegel gibt auch Spartipps
Dass die prognostizierten Kosten für das Heizen 2022 deutlich höher ausfallen könnten, bedeutet im Umkehrschluss allerdings nicht, dass jeder Haushalt gleichermaßen von der Kostenexplosion betroffen sein muss. Heiz-Tipps für den Winter gibt es immer wieder. Der Heizspiegel 2022 zeigt auch auf, dass in vielen Fällen große Sparpotenziale gegeben sind. „Die Bereitschaft zum Energiesparen ist in der Bevölkerung momentan so hoch wie nie. Gleichzeitig zeigt der Heizspiegel, dass 90 Prozent der Haushalte in Deutschland noch zu viel Heizenergie verbrauchen“, so Loitz. Wer allerdings im Winter 2022 darauf setzen will, beim Heizen die Heizung voll auszuschalten, wird auf lange Sicht ebenfalls kein Geld sparen.
Alternativen zum Heizöl und Gas: Was beim Heizen 2022 sinnvoll ist
- Solarthermie
- Holzpellets
- Wärmepumpe
- Fernwärme
- Brennstoffzelle
„Bei hohen Energiepreisen ist das verheerend! Heizkosten sparen beginnt mit dem Heizspiegel: Wer den eigenen Verbrauch auf heizspiegel.de prüft und die dort empfohlenen Maßnahmen umsetzt, kann die Heizkosten wirksam senken“, führt Loitz weiter aus. Welche Maßnahmen für die individuelle Situation sinnvoll sind, zeigt heizspiegel.de anhand eines Heizkosten-Rechners auf. Sparpotenzial gibt es sogar mit einem Trick für die Fenster: Durch das Isolieren für wenig Geld wird etwa die Energieeffizienz gesteigert.
Preis für Heizöl könnte 2022 noch explodieren – derzeit auf niedrigem Niveau
Abgesehen von der Prognose zeigt die Realität derzeit ein anderes Bild: Während die Kosten für Gas weiter in die Höhe schießen, ist der Preis für Heizöl im Jahresvergleich auf einem moderaten Niveau. So berichtet n-tv, dass der Ölpreis grade eine Talfahrt hinlegt und der Preis für Öl der Sorte Brent derzeit bei etwa 86 US-Dollar liegt. Im März betrug der Preis noch fast 130 US-Dollar pro Barrel. Allerdings ist dies wohl eine Momentaufnahme: Erwartet wird, dass die Konzerne zeitnah gegensteuern und über die verfügbare Menge den Preis stabilisieren.
Ab wann heizen: Ab diesen Außentemperaturen sollte die Heizung genutzt werden
In erster Linie ist es eine individuelle Entscheidung, ab wann Verbraucher in Deutschland 2022 heizen wollen. Doch für die verschiedenen Bautypen bei Gebäuden gibt es ungefähre Richtwerte, ab welchen Außentemperaturen es sinnvoll ist, die Heizung einzuschalten. Das beugt unter anderem Folgeschäden vor. Als Faustregel gilt: Je älter das Gebäude, umso früher sollte geheizt werden. Bei Häusern mit einem Baujahr vor 1977 gilt der Richtwert 15/16 Grad Celsius. Spitzenreiter sind Niedrigenergiehäuser und Passivhäuser. Bauartbedingt halten sie auch 11 Grad Außentemperatur aus, ohne extra beheizt zu werden.
Wer also mit Öl heizt und der Speicher für den Winter 2022 noch nicht gefüllt ist, könnte sich um eine Betankung bemühen. Dass Kunden in den kommenden Monaten weiterhin auf günstige Preise beim Heizöl zurückgreifen können, gilt als unwahrscheinlich.
Ob die Prognosen des Heizspiegels 2022 tatsächlich mit der gesamten Härte eintreffen, kann derzeit nur vermutet werden. Zwar gibt es die Übersicht in Deutschland bereits seit 2005, allerdings kann die gemeinnützige Beratungsgesellschaft Co2online anhand der verfügbaren Daten nur gewisse Trends ableiten. Für den aktuellen Heizspiegel wurden mehr als 190.000 Heizkostenabrechnungen für das Jahr 2021 ausgewertet.
