Alien-Garnele in Italien

Gardasee-Bericht über nervige Tier-Plage: Killerkrebs „fast unmöglich auszurotten“

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Am Gardasee in Italien sind derzeit nicht die Deutschen, sondern sogenannte Alien-Garnelen diejenigen, die die meiste Aufmerksamkeit bekommen.

Padenghe sul Garda - Ein besonderes Tier stellt Experten am Gardasee vor Herausforderungen. Der Gardasee, oder Lago di Garda, wie er in der Landessprache genannt wird, ist ein beliebtes Reiseziel für Österreicher und Süddeutsche. Die atemberaubende Landschaft und die vielfältigen Möglichkeiten, die der See bietet, machen ihn zu einem Touristenmagneten. Doch in Padenghe sul Garda haben Experten neben der Invasion von Insekten am Gardasee, aktuell eine andere Sorge als ein Übermaß an Touristen.

Problem am Gardasee durch den „Killerkrebs“? Eine Tierart beunruhigt Einheimische und Experten

Padenghe sul Garda befindet sich im Südwesten des Gardasees auf der Route von Gardone nach Peschiera. Brescia ist die nächstgelegene größere Stadt. Der WWF (World Wide Fund for Nature) Bergamo Brescia warnt in einem Video vor dem Auftreten des „Rote Louisiana-Flusskrebs“. Zahlreiche italienische Medien berichten über das Tier und geben ihm verschiedene Spitznamen. Südtirolnews.it bezeichnet es als „Alien-Garnele“, während Il Saronno und La Voce del Trentino es nach der Bezeichnung des WWF als „Killerkrebs“ benennen.

Aber was macht die Alien-Garnele, bzw. den Killerkrebs, so problematisch? In einem kurzen Video des WWF, das in den sozialen Medien geteilt wird, wird die Problematik erläutert. Viele Tiere wurden tot aufgefunden, was laut italienischen Medien bei Einheimischen und Gästen für Unruhe sorgte. Es handelt sich, wie gardatoday.it den WWF zitiert, um „eine sehr gefräßige, gebietsfremde Art, die einen starken negativen Einfluss auf die Ökosysteme und Lebensräume hat, in denen sie sich ausbreitet“.

Der NABU (Naturschutzbund Deutschland) berichtete ebenfalls über das Auftreten dieser Art in Berlin und schrieb: „Darüber hinaus ist der knallrote Krebs als Träger einer Pilzerkrankung (Krebspest) eine Gefahr. Gegen diese Erkrankung sind die Tiere selbst immun, für europäische Flusskrebsarten ist die „Krebspest“ jedoch tödlich. Die wanderfreudigen Tiere tragen die Infektionen in das nächste Gewässer.“

„Ausbreitung eindämmen“: Experte will keine Panik am Gardasee, mahnt aber zur Vorsicht

Der „Rote Louisiana-Flusskrebs“ ist der am weitesten verbreitete Krebs der Welt und gleichzeitig eine der schädlichsten invasiven Arten. Il Saronno zitiert die italienische Seite www.specieinvasive.it, die besagt: „Eine Ausrottung ist fast unmöglich durchzuführen, außer in besonderen Situationen. Auch in diesem Fall ist die Managementstrategie eher Prävention.“

Der Killerkrebs zeichnet sich durch „hohe Anpassungsfähigkeit, Aggressivität und Fortpflanzungspotenzial aus.“ In der Nähe von Süßwasser kann er sich gut ausbreiten, unabhängig davon, ob es sich um Seen, Teiche, Sümpfe, Flüsse oder Bäche handelt. Im Gardasee wurde kürzlich auch ein „sehr gefräßiger“ Monsterfisch von Tauchern gejagt.

Südtirolnews zitiert Paolo Zanollo vom WWF, der sagt: „Es gibt keinen Grund zur Panik, aber das Problem darf nicht unterschätzt werden.“ Die invasive Krebsart hat laut Zanollo genügend natürliche Feinde. „Möwen, Reiher und verschiedene Fischarten wie der Flussbarsch, Aal und insbesondere der Wels ernähren sich von ihnen. Eine Studie hat gezeigt, dass mehr als die Hälfte der Nahrung der Welse aus diesen Krebsen besteht.“ Die Krebse werden vom Gardasee ähnlich wie deutsche Touristen nie ganz verschwinden. Im Gegensatz zu den Touristen gibt es jedoch Möglichkeiten gegen die Tiere: „Was wir tun können, ist, ihre Ausbreitung einzudämmen“.

Ein Wanderer in Kalabrien hatte eine schlechte Begegnung mit einer anderen Tierart, einer Höllenotter, während Urlauber am Montiggler See im Mai Zeugen einer Schlange wurden. (ank)

Rubriklistenbild: © Screenshot WWF Bergamo Brescia Facebook

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