Opfer wohl aus einer Familie

5 tote Skitourengeher in den Alpen geborgen – Polizei spricht über ihre verzweifelten Rettungsversuche

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Eine Ski-Tour wird für eine Familie zur tödlichen Falle. Trotz aller Bemühungen können fünf Menschen nur tot geborgen werden – eine Person wird noch vermisst.

Zermatt – In den Schweizer Alpen hat sich ein tödliches Drama um eine Skitouren-Gruppe abgespielt. Nachdem die sechs Skitourengänger zunächst als vermisst gegolten hatten, wurden nun fünf von ihnen tot aufgefunden. Die Kantonspolizei Wallis gab in einer Mitteilung am Montag (11. März) bekannt, dass Rettungskräfte ihre Leichen am Sonntagabend (10. März) im Gebiet des 3706 Meter hohen Tête Blanche entdeckt hätten.

„Der sechste Skitourengänger konnte noch nicht gefunden werden. Die Suche nach ihm ist noch im Gange“, hieß es weiter. Eine Woche zuvor hatte in der Schweiz ein weiterer Skifahrer sein Leben verloren.

Todes-Drama um Skitouren-Gruppe: Fünf Tote geborgen – Opfer stammen offenbar alle aus einer Familie

Besonders tragisch: Alle Toten sollen nach Informationen der Zeitung Le Nouvelliste zu einer Familie aus dem Schweizer Kanton Wallis gehören. Es soll sich um drei Brüder, ihren Onkel und ihren Cousin handeln. Das Alter der sechs Skitourengänger wurde mit 21 bis 58 Jahren angegeben.

Nach Angaben der Behörden war die Gruppe seit Samstagmorgen (9. März) auf der Skitourenroute zwischen Zermatt und Arolla unterwegs gewesen. Da sie nicht an ihrem Zielort ankam, schlug ein besorgter Angehöriger Alarm. Stürmisches Wetter und Lawinengefahr erschwerten zunächst den Einsatz der Rettungskräfte erheblich.

Bergretter und Hubschrauber bereiten sich auf den Abflug zum Berg Tête Blanche in den Schweizer Alpen vor. Fünf Skitourengänger wurden in der Schweiz vermisst, in der Nacht hatte man sie tot aufgefunden.

Die Opfer hätten „alles unternommen, um zu überleben“, meinte ein Polizeisprecher. „Wir haben gesehen, dass die Skitourengänger versucht hatten, eine Höhle zu bauen und sich vor dem Wind zu schützen“, erklärte Anjan Truffer, Rettungs-Chef bei Air Zermatt, dem Walliser Boten. Allerdings waren die Temperaturen extrem niedrig gewesen. Unklar blieb, wie erfahren die Skitourengänger waren und welche Ausrüstung sie bei sich hatten. Auch seitens der Rettungskräfte sei alles versucht worden, um die Vermissten lebend zu finden.

Todesursache noch unklar – Lawine oder Kälte mögliche Gründe

Insgesamt waren laut Polizei acht Hubschrauber und Dutzende Bergretter im Einsatz. „Die Zusammenarbeit der einzelnen Organisationen hat gut funktioniert“, so der Polizeisprecher. Zudem hatten Cyber- und IT-Spezialisten die Daten der Mobiltelefone der Vermissten ausgewertet, um sie ausfindig zu machen. „Durch diese Analysen konnte der wahrscheinliche Aufenthaltsort der Bergsteiger im Berg bestätigt werden“, teilte die Polizei am Montag mit. Laut Le Nouvelliste waren auch die Luftwaffe der Armee sowie Spezialeinheiten der Kantonspolizei im Einsatz, um die vermissten Skitourengeher zu retten.

Zur Todesursache der fünf aufgefundenen Tourengänger wurden vorerst keine Angaben gemacht. Als mögliche Ursachen, die zum Tod der fünf Menschen geführt haben könnten, werden eine Lawine oder auch Erfrieren vermutet. Die zuständige Staatsanwaltschaft hat laut Generalstaatsanwältin Béatrice Pilloud eine Untersuchung zu den genauen Umständen der Ereignisse eingeleitet.

Auch in Österreich waren am Wochenende Ski-Fahrer in Lebensgefahr geraten. Zwei deutsche Urlauber wurden in Vorarlberg von einer Lawine erfasst – einer musste wiederbelebt werden. (kh mit dpa)

Rubriklistenbild: © dpa/Kantonspolizei Wallis/Keystone

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