VonNadja Orthschließen
Erneut wurde der Norden Italiens von kleineren Naturkatastrophen heimgesucht. Dieses Mal traf es eine Gemeinde mit 400 Menschen, die isoliert wurde.
Update vom 2. April, 8.50 Uhr: Die Zerstörung, die der Erdrutsch nahe Valstrona am Lago Maggiore hinterlassen hat, wird durch Luftaufnahmen sichtbar. Die Gerölllawine hat eine breite Schneise in das Gelände gerissen, wodurch der Berg quasi halbiert wurde.
Es ist auch erkennbar, wie nahe die Ortschaft einer Katastrophe kam, der Schutt stoppte nur wenige Meter vor den ersten Häusern. In der Gemeinde leben 400 Menschen, die nun teilweise abgeschnitten sind, da der Weiler nur über eine kleine Nebenstraße zugänglich ist.
Heftige Regenfälle in Norditalien: Erdrutsch schneidet Dorf fast komplett von der Außenwelt ab
Erstmeldung vom 2. April, 6.18 Uhr: Valstrona – Nur wenige Wochen, nachdem im Norden Italiens bereits Erdrutsche und Lawinen für Chaos gesorgt hatten, ist in einer norditalienischen Region erneut eine Serie kleinerer Naturkatastrophen gemeldet worden. In der Provinz Verbano-Cusio-Ossola wurden am Montag Überschwemmungen, Erdrutsche und Lawinen gemeldet, nachdem es tagelang durchgeregnet hatte. Eine kleine Gemeinde wurde fast vollständig von der Außenwelt abgeschnitten.
Erdrutsch im Norden Italiens – Gemeinde in der Provinz Verbano-Cusio-Ossola von Außenwelt abgeschnitten
In Drohnenaufnahmen, die das italienische Nachrichtenportal La Stampa am Montag veröffentlichte, ist das Ausmaß des Erdrutsches in der Gemeinde Valtrona zu sehen. Der rund 300 Meter lange Schlamm- und Murgang traf demnach ausgerechnet eine Straße, die zu der kleinen Siedlung Luzzogno hinaufführt und ließ rund 400 Menschen teilweise isoliert zurück. Die Siedlung in der Gemeinde ist nach Angaben der Zeitung nur mit leichten Fahrzeugen über eine Nebenstraße erreichbar. Verletzte wurden nicht gemeldet.
Maltempo, in valle Strona la frana 'taglia' a metà la collina e isola il paese: le immagini dal drone https://t.co/TnkRoXGN8c
— La Stampa (@LaStampa) April 1, 2024
Verheerender Erdrutsch in Italien: Drohnenaufnahmen zeigen Ausmaß
Der Erdrutsch brach frühmorgens gegen 6 Uhr knapp unterhalb des Friedhofs der Gemeinde aus und riss Bäume, Felsbrocken und Schlamm mit sich, die die betroffene Straße an zwei Stellen beschädigten. Die Straßenabschnitte seien auf eine Länge von jeweils fünfzehn Meter komplett von dem Erdrutsch bedeckt. Zahlreiche Leitplanken wurden zerstört. Insgesamt vierzig Einsatzkräfte seien vor Ort gewesen, um der Lage Herr zu werden – unter anderem vom Katastrophenschutz und der Polizei, aber auch viele Freiwillige.
Die Gemeinde hatte jedoch Glück im Unglück. Alle Häuser blieben von dem Erdrutsch offenbar verschont. Auf den Drohnenaufnahmen ist deutlich zu sehen, wie viel Glück die Einwohner hatten: Zahlreiche meterlange Baumstämme wurden direkt in das Zentrum der Gemeinde gespült und liegen unter anderem nur wenige Zentimeter entfernt von einem Einfamilienhaus.
Lawinen und Überschwemmungen: Weitere italienische Gemeinden durch heftige Regenfälle verwüstet
Die kleine Gemeinde ist nicht der einzige Ort, den es am Montag heftig erwischt hat. Wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete, kam es nach massiven Regenfällen im Nordosten des Piemont und der Provinz Verbano-Cusio-Ossol zu weiteren kleineren Katastrophen. In Iselle, einer Stadt an der Grenze zur Schweiz, sei eine Lawine ausgebrochen. In der Stadt Villadossola wurden wiederum Überschwemmungen gemeldet.
Extreme Wetterphänomene scheinen Italien aktuell häufiger heimzusuchen. Allein im März wurden mit dem Ereignis am Montag bereits zum zweiten Mal Erdrutsche und Lawinen gemeldet. Zuvor hatten auch im Februar stundenlange Regenfälle vor allem im Norden des Landes für erhebliche Behinderungen gesorgt. In Regionen wie Venetien, Ligurien und der Toskana gingen ebenfalls zahlreiche Erdrutsche ab. In zahlreichen Städten stand das Wasser auf den Straßen, gebietsweise musste der Bahnverkehr eingestellt werden. (nz mit dpa-Material)
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