VonFabian Hartmannschließen
Erhebliche Schneemengen sorgen in den Alpen Italiens für Tote. Weiter südlich richten Erdrutsche in Ortschaften enorme Schäden an.
Update vom 5. März, 11.30 Uhr: In den nächsten Stunden bleibt die Lawinengefahr groß. Das Risiko für Erdrutsche bleibt im Norden hoch. Unwetter haben Italien weiter im Griff. Nach heftigen Schneefällen im Aostatal (Italien), sintflutartigen Regenfällen und Sturm warnt der italienische Katastrophenschutz erneut vor kritischem Wetter. In sechs Regionen wurde für Dienstag (5. März) Gelber Alarm ausgelöst:
- Venetien
- Lombardei
- Emilia-Romagna
- Sardinien
- Sizilien
- Kalabrien
Unwetter in Italien – Fähre muss umgeleitet werden
Hohe Wellen und Wind machten einer Fähre auf dem Weg nach Sardinien zu schaffen. Das Schiff musste auf der Route von Genua nach Porto Torres nach Olbia in den Westen der Insel umgeleitet werden, berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa.
Mit weiteren Regenfällen, Gewittern und örtlich Hagel rechnet das Wetterportal ilmeteo.it. Insbesondere die Region nördlich des Flusses Po sei betroffen. In den Alpen liegt die Schneefallgrenze auf etwa 900 Meter. Auch im Süden, auf Sizilien und in Kalabrien sei der Störimpuls atlantischen Ursprungs zu spüren.
In den Hochlagen des Piemont und Aostatal sind in den vergangenen Tagen schon bis zu einem Meter Neuschnee gefallen. Nun stehen erneut Turbulenzen an.
Italien-Unwetter: Lawinen fordern nächsten Toten – Erdrutsch in beliebter Urlaubsregion
Erstmeldung vom 4. März 2024: Pfelders – Italien wird von einer Naturkatastrophen-Serie heimgesucht: Ein 16-jähriger Österreicher ist am späten Sonntagvormittag (3. März) im italienischen Skiort Pfelders in der Region Südtirol von einer Lawine erfasst und unter den Schneemassen begraben worden.
Wie unter anderem die italienischen Nachrichtenportale RAI und Ansa berichten, konnte der Jugendliche aus dem österreichischen Platt erst gegen 21 Uhr aus den Schneemassen geborgen werden. Für ihn kam dabei jede Hilfe zu spät.
Lawinen-Unglück in Italien: Jugendlicher soll abseits der Piste unterwegs gewesen sein
Ersten Angaben zufolge soll der Jugendliche mit einer der letzten Gondeln zum alpinen Übergang Karjoch hinaufgefahren sein, bevor man sich veranlasst sah, die Pisten wegen Lawinengefahr zu sperren. Er soll dann außerhalb der Piste hinunter Richtung Tal gefahren sein.
Gegen 19.30 Uhr haben die Eltern ihren Sohn als vermisst gemeldet. Die Bergrettung und die Freiwillige Feuerwehr Platt leiteten umgehend eine Suchaktion ein. Dabei suchten sie auch mit Spezialgeräten nach dem Vermissten.
Norditalien hält aufgrund massiver Schnefälle und Erdrutschen den Atem an
Der Norden Italiens rund um die Alpen wird aktuell von massiven Schneefällen bedroht. Nicht nur in Südtirol, sondern auch im Aostatal sorgten heftige Schneefälle und Lawinen dafür, dass aktuell mehrere Tausend Menschen von der Außenwelt abgeschnitten sind. In der Nacht zu Montag (4. März) ist eine Lawine im Aostatal im Nordwesten Italiens abgegangen und hatte unter anderem die Regionalstraße Val di Rhemes verschüttet. Auch drangen Schneemassen infolge einer Lawine bis in das Innere eines Tunnels und blockierten ihn völlig, wie in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) zu sehen ist.
A tunnel in Gressoney-Saint-Jean, Aosta Valley, #Italy 🇮🇹 closed due to an #avalanche. ❄️
— Weather Atlas (@Weather_Atlas) March 4, 2024
Stay safe and updated! https://t.co/bb0n1glTUB#GressoneySaintJean #AostaValley #Gressoney #saintjean pic.twitter.com/8CwRtJdIHt
Bereits Ende Februar ist eine Gruppe deutscher Tourengänger auf etwa 2100 Metern Höhe vom Schnee verschüttet worden. Dabei ist ein 21 Jahre alter Münchner ums Leben gekommen. Zwei weitere Deutsche konnten infolge der losgetretenen Lawine reanimiert werden.
Zahl der Lawinen-Unglücke und Erdrutsche in Italien häuft sich
In diesem Jahr ist es in Tirol immer wieder zu lebensgefährlichen Lawinen gekommen. Auch am Mittwoch (28. Februar) kam es zu einer Lawine, nahe der Österreichisch-Italienischen Grenze, bei der Gemeinde Ratsching.
Darüber hinaus kam es in den vergangenen Tagen immer wieder zu folgenreichen Erdrutschen in Italien. Am Freitagabend (1. März) löste sich ein im Hinterland von Genua ein Felsbrocken von einem Hügel über der Gemeinde Crocefieschi. Eine Grundschule wurde infolge des Erdrutsches von Steinmassen getroffen.
Auch in der bei Touristen beliebten Region Cinque Terre in Ligurien kam es in der Nacht zum Montag zu zwei Erdrutschen. Durch sie wurde das Straßennetz der Provinz unterbrochen. In der Nacht hat ein Erdrutsch die Provinzstraße 43 zwischen Levanto und Monterosso getroffen, die zwischen den Dörfern Legnaro und Chiesa Nuova gesperrt wurde. Auch die Provinz La Spezia meldet die Unterbrechung einer Straße in Corniglia. Auch in diesem Fall geht sie auf herabgestürzte Felsen zurück, die die Schutznetze durchbrachen. (fh)
Rubriklistenbild: © Montage: Vigili del Fuoco/Weather_Atlas

