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Die „Hitze-Kuppel“ über Europa macht den Menschen zu schaffen. Eine Gesundheitspsychologin erklärt, warum unser Körper darunter so leidet.
Kassel – Eine enorme Hitzewelle bringt derzeit den Süden Europas ordentlich ins Schwitzen. Die Temperaturen stiegen teils auf über 40 Grad, in Italien gab es erste Todesopfer. Angesichts der extremen Hitze spricht ein Wetter-Experte von einem Heat Dome in den Urlaubsländern.
Dieser „Hitzekuppel“-Effekt ist besonders intensiv, da die sinkende Luftverschmutzung zu einer stärkeren Sonneneinstrahlung führt. Das Fachmagazin New Scientist hatte bereits im Juni auf Basis wissenschaftlicher Analysen eine solche Hitzewelle prognostiziert.
Expertin warnt bei Hitzewelle: „Für solche Temperaturen sind unsere Körper nicht ausgestattet“
Trotz Temperaturen von über 40 Grad lassen sich viele Menschen nicht davon abbringen, in den Urlaub zu fahren. Doch eine Expertin warnt, dass diese extreme Hitze „für den Großteil der Menschen“ nicht zur Erholung beitragen wird. Claudia Traunmüller, Stressforscherin und Gesundheitspsychologin an der Universität Graz, äußert sich besorgt über die Auswirkungen der hohen Temperaturen auf den menschlichen Körper. „Für solche Temperaturen sind unsere Körper sicher nicht von Haus aus ausgestattet“, warnt sie im Gespräch mit heute.at.
Traunmüller erklärte, dass die Hitze den Körper stark belastet: „Durch die Temperatur von Außen heizt sich der Körper natürlich extrem auf und Überhitzen kann für den Organismus fatale Folgen haben, also probiert der Körper alles, damit das nicht passiert. Merkt er, dass er es nicht schafft, ist allein das schon extrem stressig für den Körper.“
Sie betonte zudem, dass es bei einem Urlaub in Europa bei solchen Temperaturen wichtig ist, nicht nur in der Sonne zu „brutzeln“. Die Expertin kritisiert daher auch die Einstellung vieler Urlauber: „Es geht nur noch darum, dass man dorthin muss, man muss fliegen, man muss im Sommer in den Süden“, sagte sie.
Körper bei der Erholung unterstützen: Darauf sollte während einer Hitzewelle geachtet werden
Doch die Hitze ist nicht nur am Strand ein Problem, sondern auch bei Ausflügen zu Sehenswürdigkeiten, Griechenland hat daher aufgrund der Hitzewelle seine beliebtesten Attraktionen geschlossen. In einigen Urlaubsregionen wie Mykonos, Kreta und auch in der Türkei wurden sogar Temperaturen von bis zu 45 Grad gemessen.
Um den Körper bei der Erholung zu unterstützen, gibt Traunmüller einige Ratschläge. So sollten Menschen während einer Hitzewelle die Mittagszeit im Inneren verbringen. Auch die Ernährung spielt eine Rolle. Die Expertin rät, auf fettige Speisen und kalte Getränke zu verzichten und stattdessen heißen Pfefferminztee zu trinken, um den Körper von innen zu kühlen.
Das AOK-Gesundheitsmagazin empfiehlt zusätzlich Mineralwasser, aromatisiertes Wasser und Fruchtsaftschorle. Zuckerhaltige und alkoholische Getränke sowie Kaffee, grüner und schwarzer Tee seien hingegen ungeeignet. Bei der Ernährung sollten wasserreiche Obst- und Gemüsesorten wie Melonen, Erdbeeren, Tomaten oder Gurken bevorzugt werden. Anstatt drei großen Mahlzeiten sollten lieber mehrere kleine über den Tag verteilt eingenommen werden.
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