VonNatascha Bergerschließen
Die Hitzewelle in Südeuropa zwingt ein Urlaubsland, seine touristischen Attraktionen zu schließen. Die extremen Temperaturen können gesundheitliche Auswirkungen haben – und Brände verursachen.
Athen – Im Urlaub bei sommerlichen Temperaturen an einem Tag am Strand entspannen und an einem anderen die berühmten Sehenswürdigkeiten der Gegend erkunden ist der Plan vieler Touristen. Doch die anhaltende Hitzewelle in Südeuropa macht einigen Urlaubern derzeit einen Strich durch die Rechnung. In Griechenland sind die beliebtesten touristischen Attraktionen nun nämlich geschlossen. Wetter-Experten warnen vor dem lebensgefährlichen Potenzial der Hitze in Urlaubsländern.
Waldbrandgefahr in Griechenland: Trockenheit und Winde können Feuer schnell ausbreiten
Die Hitzewelle hat weite Teile Griechenlands bereits seit Juli fest im Griff. Während die Lage auf Kreta und den Inseln der Ägäis, also Rhodos oder Santorin, etwas entspannter ist, ächzt vor allem der Süden Griechenlands unter den heißen Sommertagen.
Hinzu kommt die Sorge vor Wald- und Buschfeuern, die bereits in einigen Regionen des Urlaubslandes wüten. Wie der Zivilschutz und die Feuerwehr nun warnen, können bereits kleinste Brände aufgrund der anhaltenden Trockenheit und der starken Winde, die derzeit um die Ägäis wehen, schnell zu einem großflächigen Brand führen.
Extreme Temperaturen in Griechenland: Akropolis für Urlauber dicht – auch in Spanien ist Hitzewelle angekommen
Für Menschen kann die enorme Hitze auch gesundheitliche Auswirkungen haben – nicht selten unterschätzen Urlauber die Kraft der Sonne. Schon einige hitzebedingte Unglücke sind dieses Jahr in Griechenland passiert. Um weitere zu vermeiden, wurden in Griechenland deshalb alle archäologischen Stätten zwischen Mittag und 17 Uhr geschlossen. Zuvor hatten die Temperaturen örtlich teils über 43 Grad angezeigt. Zu den geschlossenen Sightseeing-Orten gehört unter anderem die antike Stätte von Olympia, aber auch die Akropolis in Athen.
Doch nicht nur in Griechenland ist die Gluthitze angekommen. Auch weite Teile Spaniens leiden unter den hohen Temperaturen. Wie der nationale Wetterdienst Aemet warnt, kann es im Nordosten Spaniens bis Freitag (19. Juli) bis zu 42 Grad heiß werden – in Andalusien, den Städten Sevilla und in Córdoba sogar bis zu 44 Grad. Für Urlauber und Einheimische dürfte die Hitze auch nachts anstrengend sein, da auch da die Temperaturen nicht unter 20 Grad sinken. Meteorologen sprechen von tropischen Nächten.
Südeuropa ächzt unter Temperaturen über 40 Grad: In Sonne könnten es sogar über 60 Grad werden
In Italien wurde in mehreren großen Städten, darunter Florenz, Rom und Bologna, die höchste Hitze-Alarmstufe ausgerufen. Auf der beliebten Urlaubsinsel Sizilien ist es so warm, dass bis Ende August bereits an besonders heißen Tagen zwischen 12.30 und 16 Uhr ein Arbeitsverbot für Landwirtschaft und den Bau verhängt wurde.
Auch in Griechenland hat sich die Arbeitswelt der Hitzewelle angepasst. Lieferdienste müssen während den heißen Nachmittagsstunden eingestellt werden. Wer die Chance hat, im Homeoffice zu arbeiten, sollte diese wahrnehmen, heißt es seitens der griechischen Regierung. Denn: Wetter-Experten warnen, dass die Temperatur unter der Sonne Werte von mehr als 60 Grad erreichen könnte, was lebensgefährlich sein kann. Auch in Deutschland werden teils Rekord-Temperaturen dokumentiert.
Heißer Sommer dürfte in Urlaubsländern noch bleiben
Die extreme Hitze in Ost- und Südeuropa ist auf warme Luftmassen aus Nordafrika zurückzuführen. Wann sich die Temperaturen wieder auf etwas niedrigerem Niveau einpendeln, können Meteorologen derzeit noch nicht sicher vorhersagen. Um trotz der Hitze einen kühlen Kopf zu bewahren und einen Hitzeschlag oder ähnliches zu vermeiden, wird empfohlen, viel Wasser zu trinken. Außerdem sollten anstrengende körperliche Aktivitäten in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegt oder besser gemieden werden. (nbe/dpa/AFP)
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