Generationenkonflikt

Faul, verwöhnt, fordernd – stimmen Gerüchte über die Gen Z? Unternehmer gibt klare Antwort

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Immer wieder kritisieren Arbeitnehmer die Gen Z für ihre Arbeitseinstellung. Ein Jungunternehmer macht seinen Mitarbeitern eine deutliche Ansage.

Hildesheim — Der Jungunternehmer Floyd Janning trennte sich vor Kurzem von einem großen Teil seiner Belegschaft. Der Grund: Viele seiner Angestellten aus der Generation Z (Gen Z) hätten falsche Vorstellungen von Arbeit und eine fehlende Arbeitsmoral. 

In einem Interview mit dem Focus kritisierte der Besitzer der Firma Sonnentaler, dass das viele Jammern einiger jüngerer Mitarbeiter teilweise unerträglich gewesen wäre. Ihm zufolge habe die Gen Z, zu der Menschen gehören, die zwischen 1995 und 2010 geboren wurden, nicht nur ein falsches Verhältnis zur Arbeit, sondern auch zu Wohlstand. Die Schuld sieht er dabei klar bei der zunehmenden Informationsflut und sozialen Netzwerken. Influencer würden auf YouTube und Instagram falsche Ideale vermitteln. 

Zahlreiche Arbeitgeber sind sich einig: Gen Z ist faul – „Vielen geht es zu gut“

Janning, der selbst erst 29 Jahre alt ist, hat Wirtschaftspsychologie und Business Management studiert, bevor er 2018 die Firma Sonnentaler übernahm. Diese ist europaweit auf die Installation von Solaranlagen für Einfamilienhäuser oder Unternehmen spezialisiert. 

Die Gen Z hat andere Vorstellungen von Arbeit als frühere Generationen. Heißt das, dass sie faul ist? (Symbolbild)

Mit seiner Einschätzung ist Janning nicht alleine. Die Arbeitseinstellung der Gen Z wird schon länger kontrovers diskutiert. Auch der Gründer des Modegeschäfts s.Oliver, Bernd Freier, ist der Meinung, dass die Gen Z zu bequem sei. Und es vielen jungen Menschen heutzutage an Biss fehle. „Vielen geht es zu gut. Der Papa zahlt die Miete, und es wird viel zu viel vererbt“, erklärte der Milliardär in einem Interview mit dem Spiegel.

Gen Z: Generationenkonflikt um Arbeitsmoral

Aber es gibt auch immer wieder Gegenstimmen. In einem Interview wehrte sich ein 21-jähriger Student jüngst gegen die Vorwürfe gegen seine Generation. „Ich studiere Tourismusmanagement im dualen Studium und arbeite nach Feierabend noch, um mir einen Groschen dazuzuverdienen“, erklärte er im Interview. Ihm zufolge gelte die Gen Z als faul und träge, weil sie eine lockere und flexiblere Beziehung zur Arbeit habe als vorherige Generationen.

Auch der rheinland-pfälzische Arbeitsminister Alexander Schweitzer (SPD) widersprach den negativen Vorurteilen der Gen Z. „Pauschal zu sagen, dass die Jungen weniger können, weniger wollen und weniger leistungsbereit sind, ist in der Regel einfach falsch und hilft auch nicht weiter“, erklärte er in einem SWR-Interview.

Unternehmen stehen vor neuen Herausforderungen

Aufgrund des Fachkräftemangels sind Unternehmen mittlerweile zudem eher darauf angewiesen, sich an die Bedürfnisse der Gen Z anzupassen. Das zeigte eine Forsa-Studie, die im Auftrag des Job-Netzwerks XING durchgeführte wurde.

Darin heißt es, dass Unternehmen besonders bei der Mitarbeiterbindung vor neuen Herausforderungen stehen. Um dem entgegenzuwirken, müsse auf die Wünsche der jüngeren Arbeitnehmer eingegangen werden. Besonders wichtig seien der Gen Z Flexibilität und Arbeitserleichterungen, wie etwa durch eine Vier-Tage-Woche. (jus)

Rubriklistenbild: © SeventyFour/Imago

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