VonJulian Mayrschließen
Moritz Bletzingerschließen
In der Nacht brach der Eisblock am Mont Blanc ab. Der Gletschersturz traf eine Gruppe von Kletterern, einer starb. Ein Bergretter erzählt.
Update vom 6. August, 7.30 Uhr: Wie die französische Gebirgspolizei in Chamonix am Montagabend mitteilte, werden nach dem Absturz eines großen Eisblocks im Mont-Blanc-Massiv zwei Deutsche vermisst. Die Bergsteiger im Alter von 30 und 39 Jahren sollen die Nacht in einer Hütte verbracht haben. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin konnte der Nachrichtenagentur AFP die Vermisstenfälle nicht bestätigen.
Die französischen Behörden hatten zuvor bekannt gegeben, dass bei dem Gletschersturz in rund 4100 Metern Höhe ein Bergsteiger getötet und vier weitere verletzt worden seien. Demnach habe sich ein Gletschereis-Turm (Serac) gelöst und sei in die Tiefe gestürzt. 15 Menschen sollen sich zum Unglückszeitpunkt im Gefahrengebiet befunden haben.
Lawinen-Unglück am Mont Blanc du Tacul: Gletschersturz trifft Gruppe von 15 Bergsteigern
Erstmeldung vom 5. August 2024: Chamonix-Mont-Blanc – Lawinen-Unglück am Mont du Tacul (4248 Meter) im Mont-Blanc-Massiv (Frankreich). In der Nacht auf Montag (5. August) kam ein Mann beim Einsturz eines Gletschers um Leben. Vier weitere Bergsteiger wurden verletzt, einer von ihnen schwer.
Gegen 2.30 Uhr hatte sich ein sogenannter Serac, ein Turm aus Gletschereis, gelöst, berichtet der Vertreter der Region Haute-Savoie Xavier Roseren. Gletschereinsturz auf 4100 Metern. Die nachfolgende Lawine traf eine Gruppe von 15 Bergsteigern aus Frankreich, Spanien und der Schweiz. Beim Todesopfer handelt es sich laut Medienberichten um einen französischen Staatsbürger.
Cette nuit, à 2h30, une chute de séracs au Mont Blanc du Tacul a entraîné une grosse avalanche. Un nombre important de victimes est à déplorer. J’adresse mes sincères condoléances aux familles et proches des victimes. Tout mon soutien aux services de secours engagés et merci. pic.twitter.com/6KKd1YnkB0
— Xavier Roseren (@XavierRoseren) August 5, 2024
„Ein Knall und dann der Abgang von Schnee“: Bergretter beschreibt Gletschereinsturz am Mont Blanc
„Wir waren gerade vorbeigekommen. Es war dunkel, wir hörten nur das Geräusch. Ein Knall und dann der Abgang von Schnee in Richtung Tal“, berichtet der Direktor der Alpinrettung des italienischen Aostatals bei La Repubblica. Er war zu zum Training im Mont-Blanc-Massiv an der Grenze zwischen Italien und Frankreich.
In der Nacht soll auf dem Berg ein Schneesturm getobt haben. Vermutlich steckt demnach ein natürlicher Auslöser hinter dem verheerenden Gletschersturz. Erst vor wenigen Wochen war ein Bergsteiger am Mont Blanc in den Tod gestürzt.
Mit 4805 Metern ist der Mont Blanc der höchste Berg der Alpen. Die Mont-Blanc-Gruppe erstreckt sich entlang der Westalpen im Dreiländereck zwischen Frankreich, Italien und der Schweiz. Insgesamt sieben Einzelgipfel liegen auf über 4000 Metern Höhe. Der Mont Blanc du Tacul ist mit 4248 der vierthöchste Gipfel des Mont-Blanc-Massivs. (moe)
Rubriklistenbild: © Xavier Roseren

